Impuls für die Woche / LVHS Gottesdienste

LVHS Freckenhorst - Ihr Lern- und Begegnungsort im Grünen in Trägerschaft des Bistums Münster

Impuls der Woche 09.05.21 bis 15.05.2021

Die Kirche hat eine befreiende Botschaft, sie muss diese verinnerlichen Teil 2

Das Herz der Identität des Christentums liegt im Geheimnis von Ostern. In der Zeit der Pandemie ist mir das Geheimnis von Ostern sehr, sehr wichtig geworden: das Geheimnis des Todes und der Auferstehung: Etwas muss sterben (auch in der Kirche, in uns, in unserem Glauben), damit es zur Auferstehung kommen kann – und die Auferstehung ist nicht eine Rückkehr, sondern eine tiefgehende Verwandlung.

Viele gewohnte Rituale und Formen, wie wir das Osterfest feiern, konnten wir nicht erleben. Ja, eine Zeit lang waren die Kirchen leer und geschlossen, und auch nach der Öffnung der Kirchen, sind diese leerer geblieben. Und ich stelle hier bewusst eine provokante Frage: ist die Zeit der geschlossenen Kirchen nicht ein prophetisches Warnzeichen für die Zukunft der Kirche? Wir merken es doch auch an anderer Stelle: die Priesterseminare sind leer, Klöster geben auf, bzw. Klostergemeinschaften werden kleiner; das Image der Kirche hat aufgrund ihrer eigenen Pandemie des Missbrauchs öffentlichen Schaden genommen. „Ich fürchte, dass diese Zeit der leeren Kirchen zu einem Warnbild für eine nahe Zukunft werden kann, falls die Kirche die dringlichen Aufforderungen von Papst Franziskus zu einer inneren Reform, zu einer radikalen Wende zum Evangelium, zu einer Vertiefung ihrer Theologie, ihrer Spiritualität und ihrer pastoralen Praxis nicht ernst nimmt.“ (Tomás Halik)

Und das muss ich ernst nehmen. Wenn ich die leeren Kirchen nun in einen Vergleich zum leeren Grab am Ostertag stelle, dann höre ich die Stimme aus dem Osterevangelium diesen Jahres: Er ist nicht hier; denn er ist auferweckt worden! Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen!

Er geht uns voran nach Galliläa. Und Galiläa ist im biblischen Sinne der Lebensort der Jünger und Jüngerinnen. Also: Christus neu suchen in der Welt in der wir leben, und das ist ganz anders, als Christus einfach zu verkünden. Es ist eine Suchbewegung mit den Menschen dieser Welt. Am Vorabend der Wahl von Papst Franziskus wird folgendes von Bergoglio berichtet. Er habe den Kardinälen gesagt: „Heute jedoch klopft Jesus von innen an die Kirchentür und will hinaus gehen – und wir müssen ihm folgen.“

Mit dem Zweiten Vatkanischen Konzil hatte die Kirche es versucht und eingeleitet, doch wir haben es nicht so mutig umgesetzt wie einst der Apostel Paulus: er führte die junge Christenheit aus der Gestalt einer jüdischen Sekte in den Raum der damaligen Oikumene, der hellenisch-römischen Welt hinaus, und er stellte sie als ein universales Angebot eines Lebensweges dar, der alle Grenzen zwischen den Kulturen, Religionen, sozialen Klassen und Geschlechtern überschreitet.

Das wird unsere Suche sein, eine neue und andere Ökumene zwischen den christlichen Konfessionen, den Religionen und mit der Welt zu entwickeln. Ich hoffe auf eine lernende und partizipative Kirche, die einbindet, Hoffnungszeichen setzt, und zur Gottsucherin mit den Menschen wird.
Er ist nicht hier; denn er ist auferweckt worden! Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen!


Die Kirche hat eine befreiende Botschaft, sie muss diese verinnerlichen

Atme in mir, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges denke,

Treibe mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges tue,

Locke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges liebe,

Stärke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges hüte

Hüte mich, du Heiliger Geist,
dass ich das Heilige nimmer verliere.

Augustinus zugeschrieben
 

Alle Impulse im Rückblick

 

 

Impuls der Woche 02.05.21 bis 08.05.2021

Die Kirche hat eine befreiende Botschaft, sie muss verinnerlichen Teil 1

Meistens gibt es in Krisenzeiten zwei Seiten: zum einen machen sie deutlich, was im Argen liegt, und zum anderen ist sie auch ein Kairos, genau hinzuschauen, was unsere Botschaft ist.

So frage ich mich schon lange: was ist der Beitrag meiner katholischen Kirche, den Menschen, der Gesellschaft und der Welt in Zeiten der Krise Sinn und Orientierung zu schenken. Dazu möchte ich diesen und den nächsten Impuls für den Sonntag gestalten.

Als katholische Kirche haben wir es schon in unserem Namen drin: Allumfassend. Ich freue mich katholisch zu sein, weil ich nicht spalten, sondern zusammenführen will. Weil es nicht um die Organisation Kirche geht, sondern um den österlichen Glauben. Als Kirche können wir den Dienst in der Welt und für das Reich Gottes leben.

„Die Globalisierung schuf aus diesem Planeten einen vielfach vernetzten Raum, sie schuf jedoch aus dem „gemeinsamen Haus“ kein gemeinsames Zuhause.

Wie können wir Christen dazu beitragen, den Globalisierungsprozess zu einem Prozess der freundschaftlichen Kommunikation und des Austauschs zu machen?

Ich sehe hier eine große Herausforderung für die Theologie – „public theology“ und ökumenische Theologie zu sein.

Das Christentum als einer der ersten großen „global player“ der Menschheitsgeschichte hat auf diesem Feld große Erfahrungen aufzuweisen und verfügt immer noch über große Möglichkeiten, trägt gleichzeitig aber auch eine große Verantwortung. Erinnern wir uns an Pierre Teilhard de Chardin, einen der ersten „Propheten der Globalisierung“ (er selbst sprach von „Planetisation“), der wertvolle Anregungen für die Spiritualität einer „zusammenwachsenden Welt“ gegeben hat.

Die Menschheit ist heute oft miteinander verbunden, aber gleichzeitig tief gespalten (und diese Spaltungen finden innerhalb einzelner Gesellschaften, Nationen, Kirchen und sogar Familien statt). Was wir brauchen, ist wirklich ökumenische Spiritualität. Nicht die Ideologie des verborgenen Totalitarismus, sondern die Inspiration zur Überwindung des Gruppen-Egoismus, des Narzissmus und des Provinzialismus einzelner Nationen und Religionen.

Ein Bestandteil der Reform des Christentums muss nicht nur eine Vertiefung der bisherigen ökumenischen Bemühungen sein, sondern auch eine wesentliche Vertiefung des Verständnisses von Ökumene selbst, ihres Wesens und ihres Sinns. Wenn das katholische Christentum wirklich katholisch sein will, muss es auch in den Beziehungen zu den anderen Religionen und zur säkularen Welt den Schritt vom Dialog zu einer vertieften Ökumene tun.

Das Konzil hat versucht, die katholische Kirche aus dem „Katholizismus“ hinauszuführen – aus jener Sackgasse der Gegenkultur, die sich negativ von der sie umgebenden Welt abgrenzt, zunächst vom Protestantismus und dann von der modernen säkularen Kultur – hin zur „Katholizität“ des Christentums; das bedeutet: zu einem Christentum als eines universalen Angebots, zu einem Verständnis von Kirche, die nicht einer Festung gleicht, die von Feinden umgeben ist, sondern zu einem Kirchenverständnis, das die Kirche als „Sakrament“ (als Symbol und wirksames Zeichen) der Einheit sieht, zu der die ganze Menschheit berufen ist.“ (Aus Vortrag Tomáš Halík, Situation von Kirche und Glauben in der Pandemie)



Jeder und jede Getaufte wird damit zum Sakrament. Dafür brauchen wir Mut und Gottes lebendigen Geist!

Heiliger Geist,
du bist der Atem und die Glut,

mit dem das Wort Gottes gesprochen wird,

der Wind, der das Evangelium trägt überallhin und zu allen.

Dein Werk ist es, das Wunder deiner Eingebung,

wenn es Menschen gibt, die entdecken,

dass Jesus Christus lebt.

Es ist dein Drängen, deine Kraft in uns,

dass wir ihm folgen, dass er unser Weg ist,

dass er uns alle Mühe dieses Lebens wert ist.

Wir bitten dich, festige uns, dass wir im Glauben bleiben,

in der österlichen Freude,

in der Hoffnung für das gemeinsames Zuhause,

mit dem Mut, zu verbinden,

Sakrament zu sein.

 

Alle Impulse im Rückblick

 

 

Gottesdienste in der Papst-Johannes XXIII.-Kapelle - Tagesimpuls

 Kapelle mitten in der Schöpfung

„Wenn Du einen Kreis ziehen willst, dann gib acht, dass du die Mitte festsetzt.“    (Meister Eckhart)

Gottesdienste

Foto: Rainer Feistauer
LVHS Freckenhorst Kapelle

Die aktuellen Gottesdiensttermine in der Papst-Johannes XXIII.-Kapelle der Landvolkshochschule             

 

Achtung: Auf Grund von Umbaumaßnahmen ist die Kapelle für Rollstuhlfahrer (+Rollatoren) nur von außen erreichbar! Wir bitten um Verständnis.

 

 

 

Spiritualität

Christliche Spiritualität verbindet sich mit dem Christusereignis. Sie nimmt Maß an der Verkündigung Jesu. Christliche Spiritualität erhält ihren signifikanten Unterschied dadurch, dass sie sich in Beziehung zur Biographie Jesu setzt, daraus ihre besondere Hoffnungskraft gewinnt und dem spirituellen Tun eine Erdhaftung gibt. Die jüdischen Wurzeln unserer christlichen Spiritualität sind dabei eine grundlegende Voraussetzung.

Unsere Hauskapelle mitten in der Schöpfung

Vor rund zehn Jahren haben Architekten den Mut gehabt, die Seitenwand der Kapelle in der Landvolkshochschule zu öffnen und mit einer Glaswand von der Decke bis zum Boden zu versehen. Der Chor einer Kirche liegt nun im grünen Bereich des Waldes. Unweigerlich werde ich beim Betreten der Kapelle hinein genommen in die Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung, die vor allem am Morgen eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. So können wir einstimmen in den Lobpreis der ganzen Schöpfung.

Unsere Angebote

Spiritualität lebt von Rhythmen und einer Stetigkeit. Sie haben die Möglichkeit, am Morgen einen Morgenimpuls in unserer Hauskapelle zu besuchen, jeden Mittwoch einen Gottesdienst. Der Sonntag hat für das Haus einen besonderen Stellenwert. Wir möchten eine Sonntagskultur entwickeln, in die sich die Besucher und Besucherinnen des Hauses einbringen können. Bringen Sie einfach ihr Instrument mit, um die Feier mit Musik zu unterstützen. Wir werden experimentieren, welche Formen des Gotteslobes unsere Zeit berühren kann.

Wenn Sie besondere Wünsche haben, die Ihr Seminar betrifft, dann können Sie sich einfach mit dem Rektor der Hauskapelle in Verbindung setzen. Wir werden dann individuell auf Anfragen und Anliegen eingehen können und gemeinsam den passenden Rahmen finden.

 

Ihr Bernd Hante

Rektor der Hauskapelle

 

Kontakt

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