Tagesimpuls

LVHS Freckenhorst - Ihr Lern- und Begegnungsort im Grünen in Trägerschaft des Bistums Münster

Gottesdienste in der Papst-Johannes XXIII.-Kapelle - Tagesimpuls

 Kapelle mitten in der Schöpfung

„Wenn Du einen Kreis ziehen willst, dann gib acht, dass du die Mitte festsetzt.“    (Meister Eckhart)

Einstimmung in die Karwoche

Foto: Rainer Feistauer
LVHS Freckenhorst Kapelle

(Kreuz in S. Giovannuccio, Assisi, Foto: Peter Lenfers)

 

Viele freuen sich auf die Feier der Kar- und Ostertage. Wir erleben bewährte Liturgien, wissen um die Struktur und den Ablauf dieser Woche, wir erzählen, beten und feiern; wir wissen um den Ausgang der Woche: Auferstehung. Mit dem Palmsonntag beginnt es, und schon hier leuchten beim Vorlesen der Passion das Kreuz auf und der dorthin führende Weg. Und wir merken schnell, dieser Weg Jesu findet seine Parallelen bis heute. Wir spüren, dass die Zahl und die Vielfalt der Kreuzwege weltweit zugenommen hat.

 
Uns allen müsste es eigentlich den Atem rauben. Und dies nicht bloß deswegen, weil Millionen und Abermillionen von Menschen tagtäglich - oft still und nach außen unerkannt - ihr Kreuz tragen oder mit einer Selbstverständlichkeit sondergleichen ihren Mitmenschen ein Kreuz aufladen. Die Passion hat deswegen deutlichere Konturen bekommen, weil unsere Generation mit einer niederschmetternden schmerzhaften Erfahrung konfrontiert wurde, weil Illusionen und Träume zerbrochen sind.


Nach der Deutschen Einheit hatten wir den Traum, die europäische Geschichte würde auch eine Beispielgeschichte für eine Welt werden, in der die Ausgrenzung des Leidens durch wissenschaftliche Fortschritte, durch Aufklärung und Solidarität möglich wird.. Doch das lief nicht so einfach weiter … Reformen von politischer internationaler Zusammenarbeit wurden nicht entwickelt, das zeigt uns die Flüchtlingskrise bis heute. Und wir spüren, dass wir Anteil haben an der Passion unserer Gegenwart.


Und im Jahr 2020 sind wir mit Corona konfrontiert. China war weit weg, dann Italien, Österreich, Spanien und jetzt auch Deutschland. Drastische Maßnahmen, die die Bewegungsfreiheit einschränken: das soziale Leben ist auf ein Minimum reduziert, die Mobilität eingestellt. Die offenen Märkte erlaubten alles, doch damit scheinen wir gescheitert. Und wir begreifen: Wir haben nicht mehr nur Anteil an der Passion, sondern sind Teil der Passion: ganz persönlich, tragisch, bewegungslos.

 
Die Passion heute endet nicht auf dem Hügel Golgotha, sondern in den Aufnahmelagern auf Lespos. Und jetzt die Bilder von Notständen in den Kliniken Italiens, mit vielen Opfern…, ohne Solidarität der anderen europäischen Staaten. Wenn unser Klagen und Anklagen durch die leise Stimme Jesu übertönt wird: „Ihr Kinder Europas, weint nicht über sie, weint auch nicht über mich. Weint über euch und eure Kinder. Denn es werden Tage kommen...“ Ja, welche Tage kommen da noch auf uns zu?


Wir sind dabei, aus einem Traum vergangener Jahre zu erwachen, dass alles möglich sei. Dieses Jahr ist es nicht möglich, in der Kirche gemeinsam zu feiern. Wir haben noch keine Möglichkeit der Medikation und der Impfung gegen Corona. Unser Leben beschränkt sich auf den häuslichen Bereich.


Da tut es gut, unsere Hoffnung zu feiern, wenn auch ganz anders, nicht in der Kirche, sondern im häuslichen Umfeld, gleich den ersten Christen: „Hauskirche“ nannten sie es.


Wir lesen dieselbe Geschichte und feiern dieselbe Karwoche im veränderten Umfeld, und zugleich wollen wir uns gemeinsam unseres Glaubens vergewissern, dass Gott selbst sich in seinem Sohn auf unsere menschlichen Kreuzwege begibt. Wir vergewissern uns unserer Hoffnung, dass er mitten unter uns ist und uns beisteht: in unserer Einsamkeit, gar in unserem Zweifel und unserer resignierten Gleichgültigkeit. Wir vergewissern uns unserer Hoffnung, dass er mit uns leidet und auch mit uns stirbt. Damit wir zusammen mit ihm in die Hände des uns alle liebenden Vaters fallen. Selbst dann fallen, wenn wir im Leben und Sterben verzweifeln.


Passion 2020 raubt den Christen den Atem nicht. Und dies nur deswegen, weil wir glauben und hoffen, dass auch die Passion unserer gegenwärtigen Welt nicht beim qualvollen Tod endet, nicht im nassen Grab des Mittelmeeres, nicht im Verzweiflungsschrei der Flüchtlinge, nicht in der Sorge der Corona-Pandemie. Sie endet auch nicht im Gestus der Empörung und der Anklage, oder der Flucht und Verdrängung. Sie endet wie die Passion Jesu: in der Osternacht. Sie endet beim lebenserweckenden Gott!


Credo:


Wir glauben an Gott, den Vater,
den Schöpfer der Welt,
der uns geschaffen hat als Mann und Frau;
der uns in die Freiheit stellt,
Leben zu erhalten, Frieden zu fördern;
Sorge zu tragen für den Bestand der Erde,
dass die Menschen dieser Welt zusammen gehören
in Gleichheit und Gerechtigkeit.
Wir glauben an Jesus Christus,
unsern Herrn und Bruder,
geboren als Mensch in Israel von seiner Mutter Maria;
erwählt, mit seinem Leben Gottes Nähe zu bezeugen.
Er verkündete den Armen die Parteinahme Gottes,
den Gefangenen Freiheit,
den Blinden, dass sie sehen,
den Unterdrückten Befreiung.
Er litt, wurde gefoltert und getötet am Kreuz
von den Mächtigen unter Pontius Pilatus.
Auferweckt zum Leben und zur Hoffnung für alle.
Er befreit und eint uns weltweit
ohne Rücksicht auf Entfernung,
inmitten kultureller, religiöser und politischer Verschiedenheit
und entgegen aller Trennung
miteinander und füreinander zu leben.
Er ruft uns zum dienenden Zeugnis.
Wir glauben an den heiligen Geist,
die Kraft des neuen Lebens in Christus,
der auch uns reich macht mit Mannigfaltigkeit in Einheit,
der uns sendet mit dem Ziel,
alle Menschen in neuer Gemeinschaft zusammen zu bringen
durch ihn selbst,
den in Vielfalt einen Gott,
Vater, Sohn und heiliger Geist.
Amen.


(aus www.helmut-theodor-rohner.eu)

 

Alle Tagesimpulse auf einen Blick!

 

 

Die aktuellen Gottesdiensttermine in der Papst-Johannes XXIII.-Kapelle der Landvolkshochschule               

  • Donnerstag, 11.06.20    10.00 Uhr (Rundfunkgottesdienst) - falls möglich

Terminverschiebung möglich.

 

 

    

Spiritualität

Christliche Spiritualität verbindet sich mit dem Christusereignis. Sie nimmt Maß an der Verkündigung Jesu. Christliche Spiritualität erhält ihren signifikanten Unterschied dadurch, dass sie sich in Beziehung zur Biographie Jesu setzt, daraus ihre besondere Hoffnungskraft gewinnt und dem spirituellen Tun eine Erdhaftung gibt. Die jüdischen Wurzeln unserer christlichen Spiritualität sind dabei eine grundlegende Voraussetzung.

Unsere Hauskapelle mitten in der Schöpfung

Vor rund zehn Jahren haben Architekten den Mut gehabt, die Seitenwand der Kapelle in der Landvolkshochschule zu öffnen und mit einer Glaswand von der Decke bis zum Boden zu versehen. Der Chor einer Kirche liegt nun im grünen Bereich des Waldes. Unweigerlich werde ich beim Betreten der Kapelle hinein genommen in die Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung, die vor allem am Morgen eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. So können wir einstimmen in den Lobpreis der ganzen Schöpfung.

Unsere Angebote

Spiritualität lebt von Rhythmen und einer Stetigkeit. Sie haben die Möglichkeit, am Morgen einen Morgenimpuls in unserer Hauskapelle zu besuchen, jeden Mittwoch einen Gottesdienst. Der Sonntag hat für das Haus einen besonderen Stellenwert. Wir möchten eine Sonntagskultur entwickeln, in die sich die Besucher und Besucherinnen des Hauses einbringen können. Bringen Sie einfach ihr Instrument mit, um die Feier mit Musik zu unterstützen. Wir werden experimentieren, welche Formen des Gotteslobes unsere Zeit berühren kann.

Wenn Sie besondere Wünsche haben, die Ihr Seminar betrifft, dann können Sie sich einfach mit dem Rektor der Hauskapelle in Verbindung setzen. Wir werden dann individuell auf Anfragen und Anliegen eingehen können und gemeinsam den passenden Rahmen finden.

 

Ihr Bernd Hante

Rektor der Hauskapelle

 

Kontakt

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spielt Brahms, Bach und Debussy


Montag, 20. April 2020, 20.00 Uhr

Diese Veranstaltung ist abgesagt!!!

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