Alle Tagesimpulse

LVHS Freckenhorst - Ihr Lern- und Begegnungsort im Grünen in Trägerschaft des Bistums Münster

Rückblick

Impuls der Woche 22.05.2022 bis 28.05.2022

Ein Bild vom Frieden

In diesen Tagen können wir am besten mit Geschichten und Bildern der Hoffnung eine Stimme geben. So lesen Sie dieses Märchen:

Ein Bild vom Frieden

Es war einmal ein König, der schrieb einen Preis im ganzen Land aus: Er lud alle Künstlerinnen und Künstler dazu ein, den Frieden zu malen und das beste Bild sollte eine hohe Belohnung bekommen.

Alle Malerinnen und Maler im Land machten sich eifrig an die Arbeit und brachten dem König ihre Bilder. Von allen Bildern, die gemalt wurden, gefielen dem König zwei am besten. Zwischen denen musste er sich nun entscheiden.

Das erste war ein perfektes Abbild eines ruhigen Sees. Im See spiegelten sich die malerischen Berge, die den See umrandeten und man konnte jede kleine Wolke im Wasser wiederfinden. Jeder, der das Bild sah, dachte sofort an den Frieden.

Das zweite Bild war ganz anders. Auch hier waren Berge zu sehen, aber diese waren zerklüftet, rau und kahl. Am düsteren grauen Himmel über den Bergen jagten sich wütende Wolkenberge und man konnte den Regen fallen sehen, den Blitz aufzucken und auch fast schon den Donner krachen hören. An einem der Berge stürzte ein tosender Wasserfall in die Tiefe, der Bäume, Geröll und kleine Tiere mit sich riss. Keiner, der dieses Bild sah, verstand, wieso es hier um Frieden gehen sollte.

Doch der König sah hinter dem Wasserfall einen winzigen Busch, der auf der zerklüfteten Felswand wuchs. In diesem kleinen Busch hatte ein Vogel sein Nest gebaut. Dort in dem wütenden Unwetter an diesem unwirtlichen Ort saß der Muttervogel auf seinem Nest – in perfektem Frieden.

Welches Bild gewann den Preis?

Der König wählte das zweite Bild und begründete das so: „Lasst Euch nicht von schönen Bildern in die Irre führen: Frieden braucht es nicht dort, wo es keine Probleme und keine Kämpfe gibt. Wirklicher Frieden bringt Hoffnung, und heißt vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen, ruhig und friedlich im eigenen Herzen zu bleiben.“

Verfasser unbekannt,

Ja, die Welt ist wie sie ist. Doch wir können in unserem Umfeld anfangen, den Frieden zu gestalten. Das Bild, das den Zuschlag des Königs bekommt, zeichnet eine Hoffnung und ein Vertrauen inmitten der Gefahren und Herausforderungen. Wenn wir beginnen, in unserem Umfeld dafür zu sorgen, dass es Orte des neuen Lebens und Miteinanders gibt; wenn wir beginnen, an vielen Orten der Erde damit zu beginnen, dann wir es mehr als ein Traum bleiben. Wenn viele gemeinsam Träumen, dann ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Deshalb bitte ich am Ende dieses Impulses um den Geist Jesu Christi:

Jesus Christus,
gib uns Deinen Geist,
der wie Feuer ist,
wie Sturm,
wie Worte, die alle verstehen.
Gib allen Deinen Geist,
der zusammenführt
und neu werden lässt,
Gib Deinen Geist
uns und allen Menschen,
damit wir Dir ähnlich werden;
erfüllt von Liebe zu Gott
und unseren Mitmenschen,
jetzt und in Ewigkeit.

Roger Schutz

 

 

Impuls der Woche 15.05.2022 bis 21.05.2022

Die Macht und die Liebe

Am Anfang der Zeit war es so: Die Macht und die Liebe wurden als Zwillinge geboren. Ihre Mutter war die Weisheit, ihr Vater der Mut. Die Geschwister wuchsen glücklich miteinander auf, und ihre Eltern hatten Freude an ihnen. Sie waren unzertrennlich und überall, wo sie hinkamen, schenkten sie Leben in Fülle. Sie überraschten die Menschen in ihren Häusern oder auf ihren Straßen und hinterließen glückliche Gesichter. Sie stifteten Frieden zwischen den Parteien und Völkern, sie verteilten die Güter dieser Welt gerecht, sie machten die Armen reich und die Reichen glücklicher. Die Macht und die Liebe waren ein Herz und eine Seele, und wo sie in den Häusern der Menschen Platz fanden, da änderte sich alles zum Guten. So wanderten sie durch die ganze Welt.

Eines Tages begegneten sie auf ihrem Weg dem Neid. Der Neid hatte sich fein herausgeputzt und sah recht stattlich aus. Sein Gewand glitzerte in der Sonne, und sein Geschmeide funkelte nur so im Licht.

Ich sehe dich stets im Schatten der Liebe", sagte der Neid zur Macht. "So kannst du nie etwas werden. Geh mit mir! Da wirst du größer und stärker. Du wirst sehen: Die Menschen werden Dir die Hände und Füße küssen, sie werden Dir schmeicheln und Dir Opfer darbringen, sie werden Dir ihre Seele verkaufen, nur um Dich zu besitzen.“

Die Macht war wie geblendet. Sie dachte eine Weile nach. Dann sagte sie zur Liebe: "Der Neid hat recht. Lass uns für eine Zeit selbständig entwickeln. Keine ist mehr von der anderen abhängig, keine braucht mehr auf die andere Rücksicht nehmen. Ich werde derweil beim Neid in die Lehre gehen. Vielleicht treffen wir uns später einmal wieder."

Ehe die Liebe antworten konnte, waren die Macht und der Neid schon hinter der nächsten Ecke verschwunden. Die Liebe sah noch, wie der Neid der Macht den Vortritt ließ. Ohnmächtig stand nun die Liebe am Wegrand und weinte. Sie erlebte sich schwach und kraftlos ohne die Macht. Sie spürte, wie sie allein nicht leben konnte. Wie ein Schatten legte sich die Angst auf sie, die Angst sich zu verirren, zu verletzen und nicht verstanden zu werden

Die Macht fühlte sich unterdessen frei und ungebunden. Der Neid störte sie nicht, weil er immer einen Schritt zurückblieb und ihr den Vortritt ließ. Die Macht merkte, wie sie größer und größer wurde. Aber mit der Größe wuchs auch ihre Kälte. Es gefiel ihr, wenn sich Menschen vor ihr verkrochen oder ihr alles opferten, um sich mit ihr zu verbinden.

Sie bestieg einen großen Thron und ließ sich über die Köpfe der Menschen tragen. Sie genoss es, umjubelt zu werden. Die Macht hatte die Liebe bald vergessen. Sie umgab sich mit Waffen und Soldaten. Sie raubte den Armen den Frieden und vertrieb sie aus ihrer Heimat. Nur wer ihr die Seele verkaufte, durfte sich in ihrer Nähe aufhalten und sicher fühlen. Hinter ihr aber folgte stets der Neid.

In der Welt wurde nun alles anders. Die Kriege unter den Menschen nahmen an Heftigkeit zu. Die Liebe war zu ohnmächtig um sie zu verhindern. Viele erkannten sie auch nicht wieder und verwechselten sie mit dem Egoismus oder mit der Schwäche. Sie hatte nicht mehr die Kraft, das Böse in die Schranken zu verweisen. Habgier und Gleichgültigkeit wuchsen. Die Natur wurde ausgeplündert und zertreten. Es wurde dunkler und kälter in der Welt. Menschen und Tiere begannen zu frieren. Sie wurden krank und starben einsam dahin.

Da beschloss die Liebe, die Macht zu suchen, und sie machte sich auf, auch wenn der Weg sehr weit war. Eines Tages begegneten sie sich auf einer Kreuzung. Die Macht kam groß und gewaltig daher. Vor ihr und hinter ihr waren Wächter, bis unter die Zähne bewaffnet, die sie beschützen mussten. Die Macht sah dunkel aus. Sie war eingehüllt in einen dicken, schwarzen Mantel. Ihr Gesicht war kaum noch zu sehen. Der Mantel aber war über und über mit Orden behaftet. Rechts und links trug man ihrer Titel, damit die Menschen vor ihr in die Knie gingen.

Die Liebe nahm ihren ganzen Mut und ihre Weisheit zusammen, die sie von ihren Eltern geerbt hatte, und stellte sich der Macht in den Weg. "Du siehst unglücklich aus", sagte die Liebe und blickte der Macht gerade ins Gesicht. "Früher hast Du gestrahlt und warst schön." - "Geh mir aus dem Weg", sagte die Macht, ich kenne dich nicht". - "Erinnerst Du Dich nicht", sagte die Liebe, "wie wir miteinander durch die Welt zogen. Du trugst ein leichtes Kleid, Du konntest tanzen und springen, Du liefst mit mir zu den Menschen, und sie alle nahmen uns mit offenen Armen auf. Wir konnten Frieden stiften, und alle hatten alles gemeinsam. Du warst mit mir mächtig ohne Waffen. Du brauchtest Dich nicht zu schützen, und hinter Dir zog nicht der Neid. Lass uns weiter miteinander ziehen. Schick sie alle weg, die Dich jetzt umgeben und fernhalten von den Menschen und von mir. Auch ich brauche Dich, denn ohne dich bin ich schwach und ohnmächtig. Ohne Dich glauben mir die Menschen nicht. Sie lachen mich aus, verletzen und missbrauchen mich.“

Während die Liebe diese und andere Worte sprach, wurde der Macht immer wärmer und weil auch die Macht ein Kind der Weisheit und des Mutes war, taute sie langsam auf und wurde kleiner und kleiner, bis sie wieder so groß war wie die Liebe. Da glitt der Mantel von ihrer Schulter, und die Orden zersprangen am Boden. Die Wächter fielen tot um, und die Titel flogen im Wind davon.

Ehe sich die Liebe und Macht versahen, standen sie sich allein gegenüber. Da lachten sie einander zu und fielen sich in die Arme. Der Neid, der die Macht begleitet hatte, war gewichen, und von der Liebe war der Schatten der Angst geflohen.

Seither gehen sie wieder miteinander, die Liebe und die Macht. Und sie sind stark geworden, die beiden. Und wenn Du sie triffst, dann halte sie fest und warte, bis ich komme, damit ich mit euch ziehen kann.

Wilhelm Bruners

Impuls der Woche 08.05.2022 bis 14.05.2022

„Nur der verdient Macht, der sie täglich rechtfertigt.“

 

Dag Hammarskjöld

 

Selten habe ich diesen Satz von Dag Hammerskjöld so nahe gespürt. Europa hat den Krieg vor der Haustür, und es ist noch nicht abzusehen, welche Kreise und welches Leid er noch ziehen kann. Wir sehen in diesem gewaltsamen Krieg, wie Macht missbräuchlich verwendet wird. Nicht nur das ukrainische Volk wird mit Leid überzogen, auch die Soldaten werden wie Werkzeuge benutzt.

Heute, am 8. Mai erinnern wir uns an das Ende des zweiten Weltkrieges, Es war ein Tag der Befreiung für ganz Europa. Doch der Tag darf nicht vergessen werden. Dieser Tag war zugleich ein Aufbruch, eine europäische Friedensordnung zu entwickeln. Dafür braucht es Staatsführungen, die ihre Macht für den Frieden und Humanität einsetzen; Um dem Frieden zu dienen, ist in der Nachkriegsgeschichte die UN gegründet worden. Die UNO heute braucht mehr Einflussmöglichkeiten, um ihrem Anliegen gerecht werden zu können!

Was wir an diesem Tag tun können? Die Welt ins Gebet zu nehmen, und nicht nur die Welt, sondern unsere Lebens- und Arbeitsbereiche, damit wir Modelle friedlichen Lebens entwickeln, wo jedes Leben zählt!

„Das größte menschliche Gebet bittet nicht um den Sieg, sondern um Frieden.“

 

Dag Hammarskjöld

 

Gebet:

Komm näher Friede, die Erde braucht dich für ihre neue Gestalt

Komm näher Friede, die Erde braucht deine Gestalt

Komm näher Friede, die Welt ersehnt dich für ihr anderes Gesicht

Komm näher Friede, die Welt ersehnt dein Gesicht

Komm näher Friede, der Mensch verzweifelt ohne dein tröstendes Wort

Komm näher Friede, der Mensch verzweifelt ohne dein Tun

Komm näher Friede, komm näher Friede, komm näher Friede, Friede komm!

 

Thomas Laubach

Impuls der Woche 01.05.2022 bis 07.05.2022

Perspektive

„Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst.“ Lukas 24,36-39

Viele der Ostergeschichten fangen mit einer ähnlichen Beschreibung an. Angst bestimmt das Verhalten der Jünger. Der Auferstandene setzt seinen Friedensgruß dieser Angst entgegen.
Ich möchte in diesem Impuls mit dem Auszug aus der Rede von Nelson Mandela eine andere Sicht auf die Angst lenken


Angst

"Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht,

dass wir den Anforderungen nicht gewachsen sind.

Unsere tiefgreifendste Angst ist,

dass unsere Kraft jedes Maß übersteigt.

Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit

macht uns am meisten Angst.

Wir fragen uns, wie kann ich es wagen,

brillant, hinreißend, talentiert und fabelhaft zu sein?

Doch in der Tat, wie kannst du es wagen,

dies alles nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes.

Wenn du dich klein machst,

erweist du damit der Welt keinen Dienst.

Es ist nichts Erleuchtetes daran, dich zu ducken,

damit sich andere Leute

in deiner Gegenwart nicht unsicher fühlen.

Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes,

der in uns ist, zu verwirklichen.

Und er ist nicht nur in einigen von uns;

er ist in jedem Menschen.

Und wenn wir unser eigenes Licht strahlen lassen

geben wir unbewusst den anderen Menschen

die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,

befreit unsere Gegenwart automatisch auch andere."

Nelson Mandela, Antrittsrede als Präsident von Südafrika, Mai 1994.

Wir merken zur Zeit: die Kraft der russischen Waffen übersteigt jedes Maß!

Nelson Mandela zeigt einen anderen Weg auf: setzt eure Talente für das gemeinsame Wohl ein! Ich danke allen Menschen und Familien, die ukrainische Familien aufnehmen. Ich danke allen Hilfsorganisationen, allen Ehrenamtlichen, dass sie ihr Licht zum Wohle der anderen einsetzen. Wir brauchen die Stimme und die Tat eines jeden Menschen für den Frieden. Und wenn wir uns darin verbünden, wird es eine Bewegung, die Grenzen überschreitet.

Gesegnet sollen sein:

im Namen des Friedens, der aus Gott ist,

die Völker aller Kulturen, die Menschen und Länder.

Gesegnet sollen sein:

Himmel und Erde, Wolf und Lamm, Falke und Taube,

die ganze Schöpfung.

Gesegnet sollen sein:

Freund und Feind,

damit sie Bruder und Schwester werden.

Gesegnet sollen sein:

Menschen jeglicher Hautfarbe,

Menschen aus Ost und West,

aus dem Norden und dem Süden,

damit sie Frieden und Freundschaft schließen ein für alle mal.

Gesegnet sollen sein:

die Unwissenden und die Weisen

und alle, die Gott über sich anerkennen.

Gott segne alle,

und sie sollen Segen sein für die Welt

und für die Menschen unserer Erde.

Der Friede Gottes sei mit uns allen.

Amen.

Nach Roland Breitenbach, überarbeitet: Bernd Hante

 

 

Impuls der Woche 24.04.2022 bis 30.04.2022

Schalom

Der Auferstandene kommt in die Mitte der Jünger und Jüngerinnen. Sein erster Gruß in jeder Ostergeschichte lautet: Der Friede sei mit Euch! Aktueller kann unsere Osterbotschaft nicht sein: der Friede wird über allen Krieg und allem Streit das letzte Wort haben. Komm, wir ziehen in den Frieden und stehen auf und gehen für den Frieden! Das ist eine sehr weltliche Sache, doch wir können sie füllen mit österlicher Spiritualität. Zum Frieden gehört Freiheit, Demokratie und Menschenwürde! So lassen sie Udo Lindenberg auf sich wirken:

Niemand darf wegen seines Geschlechts
Seiner Abstammung, seiner Rasse
Seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft
Seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen
Oder seiner sexuellen Orientierung
Benachteiligt oder bevorzugt werden

Ich steh' vor euch mit meine alten Träumen
Von Love und Peace und jeder Mensch ist frei
Wenn wir zusammen aufstehen könnte es wahr sein
Es ist soweit, ich frag': Bist du dabei?

Wir ham doch nicht die Mauer eingerissen
Damit die jetzt schon wieder neue bauen
Komm lass uns jetzt die Friedensflaggen hissen
Wir werden den Kriegen nicht länger tatenlos zuschauen

Komm wir ziehen in den Frieden
Wir sind mehr als du glaubst
Wir sind schlafende Riesen
Aber jetzt stehen wir auf
Lass sie ruhig sagen, dass wir Träumer sind
Am Ende werden wir gewinnen
Wir lassen diese Welt nicht untergehen
Komm wir ziehen in den Frieden

Artikel eins
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Recht geboren
Sie sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen

Wir sind doch alle Blutschwestern und Brüder
Wir sind 'ne große Menschenfamiliy
Wir brauchen keine machtgeilen Idioten
Mit ihrem Schmiergeld von der Waffenindustrie

Ich hör' John Lennon singen "give peace a chance"
Und es klingt wie 'n Vermächtnis aus dem All
Damit das Weltgewissen endlich aufhört
Denn es ist fünf Sekunden vor dem großen Knall
Aber wir sind überall

Komm wir ziehen in den Frieden
Wir sind mehr als du glaubst
Wir sind schlafende Riesen
Aber jetzt stehen wir auf
Lass sie ruhig sagen, dass wir Träumer sind
Am Ende werden wir gewinnen
Wir lassen diese Welt nicht unter gehen
Komm wir ziehen in den Frieden
Komm wir ziehen in den Frieden

Komm wir ziehen in den Frieden
Wir sind mehr als du glaubst
Wir sind schlafende Riesen
Aber jetzt stehen wir auf
Und die Mission ist erst erfüllt
Wenn keiner mehr den anderen killt
Wir lassen diese Welt nicht untergehen
Komm wir ziehen in den Frieden

Überall diese Kriege
Da kann niemand gewinnen
Stell dir vor es ist Frieden
Und jeder, jeder geht hin

von Udo Lindenberg

Impuls der Woche 17.04.2022 bis 23.04.2022

Ostern: das neue und alte Osterlied

Vor einem Jahr hatten wir alle die Pandemie als Bedrohung unseres Lebens und unserer Freiheit ausgemacht. Die Bedrohung ist geblieben, auch wenn die meisten Einschränkungen aufgehoben sind.

Der Krieg um die Ukraine stellt uns vor eine ganz neue Herausforderung. Die Sicherheitsarchitektur steht neu auf dem Spiel. Jeden Tag hören wir von vielen Toten in der Ukraine, und viele von Ihnen sind nicht nur im Hagel der Bomben getötet worden, sondern ganz nahe, face to face. Der russische Präsident schickt seine Soldaten als Knechte in das Land der Ukrainer. Vielleicht merken die russischen Soldaten, dass auch sie in ihrer Persönlichkeit gar nicht gesehen werden. Junge Menschen werden an die Front geschickt, und ihr sinnloser Tod wird von den Herren im Kreml umgedeutet als „notwendige Spezialoperation.“ Das Ausmaß der Gräber ist noch gar nicht abzuschätzen.

Millionen von Ukrainer*innen sind auf der Flucht, finden einen ersten Unterschlupf in den Nachbarländern der europäischen Union. Danke an alle ehrenamtlichen Helfer*innen.

Die Osterbotschaft spricht eine andere Sprache und verkündet eine andere Lebens- und Gerechtigkeitsperspektive: „Die Männer aber sagten zu ihnen (den Frauen): Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss in die Hände sündiger Menschen ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.“

Sie hatten Jesus aufs Kreuz gelegt, ihn in das Grab gelegt, doch er ging ihnen mitten hindurch, durch den Tod in das Leben. Ostern verheißt und bekennt: das Leben und die Würde des Menschen haben das letzte Wort. Es ist Gottes Aufstand gegen die Herren der Welt, die sich mit dem Tod verbünden zur Sicherung ihrer  eigenen Herrschaft. Mit den nicht mehr neuen Worten von Kurt Marti drücke ich es so aus:

das neue und alte Osterlied:

das könnte manchen herren so passen

wenn mit den tode alles beglichen

die herrschaft der herren

die knechtschaft der knechte

bestätigt wäre für immer

das könnte manchen herren so passen

wenn sie in ewigkeit

herren blieben im teuren privatgrab

und ihre knechte

knechte in billigen reihengräbern

aber es kommt eine auferstehung

die ganz anders wird als wir dachten

es kommt eine auferstehung die ist

der aufstand gottes gegen die herren

und gegen den herrn aller herren: den tod

(Kurt Marti, Leichenreden, Nagel und Kimche Verlag, Frauenfeld 2001)

Ich wünsche allen ein gesegnetes Osterfest verbunden mit der Hoffnung wider aller Hoffnung: Gerechtigkeit und Frieden werden sich durchsetzen. Wir brauchen Menschen, die den österlichen Glauben in die Welt tragen. Die Osterbotschaft wird uns locken zu Neuem Leben!!

Segen

Der Gott des Lichtes und des Lebens
strahle leuchtend auf über uns.

Er lasse uns spüren das Feuer der Liebe
und wärme unsere Herzen mit seiner
Lebensglut,
damit wir erkennen seine Güte
und seine Barmherzigkeit,
die überreich sind für jeden von uns.

Er lasse uns aufstehen,
wenn Leid unser Leben lähmt -
und lasse uns seine Stimme hören, wenn er ruft:

Ich will, dass du lebst.

Er schenke uns die Zuversicht
für ein Leben aus Frieden und Gerechtigkeit
und er sende uns auf dem Weg der Versöhnung.

Das gewähre uns Gott, der für uns Licht ist am Tag und in der Nacht:
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Ihr Bernd Hante

Impuls der Woche 10.04.2022 bis 16.04.2022

Ostern mit Perspektive

 

Im Ablauf des Kirchenjahres beginnt die Passionswoche bis zum Osterfest. in den Gottesdiensten wird die Passion Jesu gelesen und betrachtet. Für mich ist es erträglich durch diese Woche zu gehen, weil ich um den Wendepunkt weiss: Ostern, das Leben und damit die Würde eines jeden Menschen haben bei Gott das letzte Wort.

 

So werde ich diese Woche die Geschehnisse in der Ukraine mit diese Lesung der Passion nehmen. Ich weiss nicht, wie das in der Ukraine ausgeht. Und zugleich schwingt die Hoffnung mit, dass am Ausgang und am Ende des Grauens ein neuer Friede steht.

 

Ich erlebe, wie ein russischer Präsident seine Stellung missbräuchlich anwendet: Seine Handlungen erniedrigen Menschen. Er erzählt per Handlung über sein Selbstbild. Er inszeniert sich als der starker Mann mit einer besonderen Rolle in der Geschichte Russlands, er scheint eine nationale und kulturelle Identität abzubilden; anders ist die Gefolgschaft des Patriarchen von Moskau nicht zu verstehen.

 

Auch in der Passion Jesu bekämpfen sich unterschiedliche Weltanschauungen und unterschiedliche religiösen Gruppen. In dieses Konfliktfeld gerät Jesus mit seiner Botschaft vom Reich Gottes und seiner Friedensbotschaft. Zwischen den Fronten wird er zerrieben, und als der sein Tod eintritt, wird von einer völligen Stille in der Erzählung der Passion gesprochen. Verstanden haben die Protagonisten es bis heute nicht.

 

Vom Dienen und Herrschen

 

„Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deiner Herrlichkeit einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen! Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, worum ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es bestimmt ist. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ (Markus 10,35-45)

 

Diesen Weg werden und müssen Christen und Christinnen gehen, um der Botschaft Jesu gerecht zu werden. Und Ostern feiern wir, weil wir die Hoffnung haben, dass dieser Weg dem Leben Segen bringt.

 

In politischen Zusammenhängen könnte es so lauten:

 

„Die Stellung gibt dir nie das Recht zu befehlen - nur die Schuldigkeit, so zu leben, dass andere deinen Befehl annehmen können, ohne erniedrigt zu werden.“

 

Dag Hammarskjöld

 

Impuls der Woche 03.04.2022 bis 09.04.2022

Dag Hammarskjöld
Politiker, Glaubenszeuge
*29. Juli 1905 in Jönköping in Schweden
†18. September 1961 bei Ndola in Sambia

Dag Hammarskjöld war der jüngste Sohn des schwedischen Politikers Hjalmar Hammarskjöld, der von 1914 bis 1917 auch Ministerpräsident war. Hammarskjöld studierte bis 1928 Philosophie und bis 1930 Jura und Wirtschaftswissenschaften, seine Doktorarbeit verfasste er über das Problem der konjunkturellen Ausschläge. 1930 wurde er Sekretär der Arbeitslosenkommission, 1933 Dozent in Stockholm, 1936 Staatssekretär im Finanzministerium und von 1941 bis 1949 als bevollmächtigter Minister Vorsitzender des Direktoriums der Reichsbank. Ab 1949 war er Staatssekretär im Außenministerium, dann stellvertretender Außenminister und ab 1951 Finanzminister. 1953 wurde er zum Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt. In den Stationen seiner weltlichen Karriere erkannte er die bewusste Hinführung zur unmittelbaren Christuserfahrung. Hammarskjöld starb am 18.09.1961 starb er mit 15 weiteren UNO-Mitarbeiter*innen bei dem bis heute ungeklärten Absturz seines im Auftrag der UN gecharterten Flugzeuges an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Nordrhodesien - dem heutigen Sambia. Er war unterwegs zu einem Treffen mit dem Präsidenten der abtrünnigen Kongo-Provinz Katanga, Moïse Tshombé, wo er im Auftrag der Vereinten Nationen vermitteln wollte.

„Mit Gottes Liebe das Leben und die Menschen lieben – um der unendlichen Möglichkeiten willen, warten wie er, beurteilen wie er, ohne zu verurteilen, dem Befehl gehorchen, wenn er ergeht, und niemals zurückschauen – dann kann er dich brauchen, dann, vielleicht, braucht er dich. Und wenn er dich nicht braucht: in seiner Hand hat jede Stunde einen Sinn, hat Hoheit und Glanz, Ruhe und Zusammenhang.“ (1956)

Das ist eine Haltung der Diplomatie, die aus einer enormen Rückbindung an den Gott der Liebe und des Lebens resultierte. Er brachte diese Haltung in Stille ein, ohne darüber zu sprechen. Aus seinem kleinen Tagebuch wissen wir, wie mystisch er sein Leben verstand. Sein Leben hatte Wert nur durch seinen Inhalt für andere. Ein Leben ohne Wert für andere war schlimmer als der Tod.

Gerade in Zeiten schwerer Krisen brauchen wir Menschen, die sich nicht davon abbringen lassen, dass ihr Leben einen Auftrag für den Frieden hat! Mein Leben hat Wert durch den Inhalt für andere!


Friedenssegen

Gott,
du Quelle des Lebens,
du Atem unsrer Sehnsucht,
du Urgrund allen Seins.
Segne uns,
mit dem Licht deiner Gegenwart,
das unsre Fragen durchglüht
und unsren Ängsten standhält.
Segne uns,
damit wir ein Segen sind
und mit zärtlichen Händen
und einem hörenden Herzen,
mit offenen Augen,
mit mutigen Schritten
dem Frieden den Weg bereiten.
Segne uns,
da wir einander segnen
und stärken und Hoffen lehren
wider alle Hoffnung,
weil du unserem Hoffen Flügel schenkst.
Amen, so sei es, so ist es, Amen.

(Katja Süß)

Impuls der Woche 27.03.2022 bis 02.04.2022

Gott zieht aus dem Tempel aus

Wie sich die Situationen ähneln: der Exilsprophet Jeremia reflektiert die Zerstörung des Tempels in Jerusalem. Ja, es ist eine Interpretation, doch das Ergebnis ist: Gott zieht aus bei denen, die den Krieg üben, die Unterdrückung unterstützen, und unschuldiges Blut vergießen. Lesen Sie selbst.

Jeremia 7,1-15

Das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging: Stell dich an das Tor des Hauses des HERRN! Dort ruf dieses Wort aus und sprich: Hört das Wort des HERRN, ganz Juda, alle, die ihr durch diese Tore kommt, um euch vor dem HERRN niederzuwerfen! So spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Bessert euer Verhalten und euer Tun, dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort! Vertraut nicht auf die trügerischen Worte: Der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN, der Tempel des HERRN ist dies! Denn nur wenn ihr euer Verhalten und euer Tun von Grund auf bessert, wenn ihr wirklich gerecht entscheidet im Rechtsstreit, wenn ihr die Fremden, die Waisen und Witwen nicht unterdrückt, unschuldiges Blut an diesem Ort nicht vergießt und nicht anderen Göttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden, dann will ich bei euch wohnen hier an diesem Ort, in dem Land, das ich euren Vätern gegeben habe von ewig und auf ewig. Freilich, ihr vertraut auf die trügerischen Worte, die nichts nützen. Was noch? Stehlen, morden, die Ehe brechen, falsch schwören, dem Baal opfern und anderen Göttern nachlaufen, die ihr nicht kennt und ihr kommt und tretet vor mein Angesicht in diesem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, und sagt: Wir sind geborgen!, um dann weiter alle jene Gräuel zu treiben. Ist denn dieses Haus, über dem mein Name ausgerufen ist, in euren Augen eine Räuberhöhle geworden? Auch ich, siehe, ich habe es gesehen - Spruch des HERRN. Ja, geht doch zu meiner Stätte in Schilo, wo ich früher meinen Namen wohnen ließ, und seht, was ich ihr angetan habe wegen des Bösen, das mein Volk Israel verübt hat! Nun denn, weil ihr alle diese Taten getan habt - Spruch des HERRN - und ich zu euch redete, eifrig redete, ihr aber nicht hörtet, und ich euch rief, ihr aber nicht antwortetet -, so werde ich mit dem Haus, über dem mein Name ausgerufen ist und auf das ihr euch verlasst, und mit der Stätte, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, so verfahren, wie ich mit Schilo verfuhr. Und ich werde euch verstoßen von meinem Angesicht, wie ich alle eure Brüder, alle Nachkommen Efraims, verstoßen habe.

Gerne möchte ich diesen prophetischen Text unserer Bibel dem Patriarchen von Moskau senden.
Unsere geschichtliche Erfahrung lehrt mich: überall, wo sich Religionen mit Staatsformen verbinden oder assimilieren, dort entsteht für die Menschen nur unsägliches Leid und der Verlust der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.. Zudem werden partizipative und demokratische Bewegungen unterdrückt.

Für mich ist es manchmal eine Herausforderung: Gott ist der ganz andere, er lässt sich nicht für meine Ideen und Interessen instrumentalisieren. Vielmehr ist der Glaube ein Wagnis, mich in die Gegenwart Gottes zu begeben. Und dann geschieht das, was ich selbst nicht machen kann. Letztens habe ich eine ukrainische Familie in eine Familie in Freckenhorst vermittelt. Ich habe einfach auf ihn, meinen Gott, vertraut. Und mittlerweile sorgt sich nicht nur eine Familie, sondern eine ganze Nachbarschaft um unsere neuen Mitbewohner.

Bonhoeffer hat es in seine Gefängnisbriefen, 1943-45, so ausgedrückt:
Vor Gott leben wir ohne Gott. Und das ist gut so: in meiner Freiheit, die er mir schenkt, trage ich Verantwortung für mein Handeln, und nicht eine Arbeitshypothese, die ich Gott nenne.

 

Alle Impulse im Rückblick

Impuls der Woche 20.03.2022 bis 26.03.2022

Ich bin da

Die Lesung des Sonntags zeichnet einen Gott, der das Elend des Volkes Israel sieht und mit in die Geschichte des Volkes hinabsteigt.

Exodus 3,1-8.13-15

Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus und kam zum Gottesberg Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch emporschlug. Er schaute hin: Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht. Mose sagte: Ich will dorthin gehen und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen. Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht? Als der Herr sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Der Herr sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden. Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen und ich habe auch gesehen, wie die Ägypter sie unterdrücken. Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus! Mose antwortete Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte? Gott aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt und als Zeichen dafür soll dir dienen: Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast, werdet ihr Gott an diesem Berg verehren. Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heißt er? Was soll ich ihnen darauf sagen? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin der «Ich-bin-da». Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der «Ich-bin-da» hat mich zu euch gesandt. Weiter sprach Gott zu Mose: So sag zu den Israeliten: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen.
Wie wäre es, wenn wir diese Geschichte des Mose einfach in die Erfahrungen des ukrainischen Volkes übertragen? Dann komme ich zu dem Ergebnis: Gott wird mit den Kindern und den Familien sein, die unter dem „Pharao“ dieser Zeit leiden. Damit habe ich auch eine Ortsbestimmung: mit der Ukraine zu leiden und zu hoffen.

Segen:

Den tiefen Frieden im Rauschen der Wellen,
den wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden im schmeichelnden Wind,
den wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden über dem stillen Land,,
den wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden unter den leuchtenden Sternen,
den wünsche ich dir.

Den tiefen Frieden vom Sohne des Friedens,
den wünsche ich dir.

(irischer Segen)

 

 

Impuls der Woche 13.03.2022 bis 19.03.2022


Schöpferische Gedanken für neue Wege

Wir bringen vor dich, Gott, unsere Unfähigkeit,
Frieden zu stiften und zu halten.
Wir bringen vor dich unsere versteinerten Herzen:
Befreie sie von ihrer Kälte und Leblosigkeit.
Erfülle sie mit dem Feuer deiner Liebe.
Lass uns nicht müde werden,
das Evangelium von Jesus Christus überall und alle Tage zu sagen,
damit dein Friede bekannt werde,
den keine Gewalt erzwingt und keine Macht der Welt.


Wir bitten dich für alle,
die unter Krieg in der Ukraine leiden,
die Angehörige verloren haben,
die Freiheit und Menschenrechte entbehren müssen,
steh ihnen bei in ihrer Not. Wir bitten auch für alle,
die dafür die Verantwortung tragen,
dass heute Kriege im Gange sind.
Lass sie sich abwenden von Gewalt und Tod
und den Weg des Gesprächs und der Verhandlung suchen.


Wir bitten für alle, die versuchen,
Frieden zu stiften, Feinde zusammenzuführen,
Ausgleich zu ermöglichen.
Lass sie nicht resignieren,
wenn alles sinnlos und erfolglos zu bleiben scheint,
und gib ihnen schöpferische Gedanken,
die neue Wege erschließen.


Wir bitten für alle,
die in diesen Tagen Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen.
Schenke allen Menschen in unseren europäischen Ländern
einen langen Atem, eine lang anhaltende Gastfreundschaft.
Wir bitten für alle, die humanitäre Maßnahmen handfest organisieren,
schenke Kraft und Ausdauer.
Wir bitten Dich für alle, die trotz aller Widrigkeit
ihre Freundschaften nicht aufgeben, sondern Hoffnungszeichen senden.


Segne du alle Bewegung in der Welt,
die dem Krieg widersteht, Rüstungshandel eindämmt,
die in diesen Tagen für den Frieden auf die Straßen gehen,
besonders die jungen Menschen in Russland, denen harte Gewalt entgegenkommt.
Lass Folter und Terror und Menschenverachtung ein Ende finden.


Wir sehnen uns nach dem Reich,
das du uns verheißen hast.
Erneuere täglich in uns die Erwartung der Stunde,
da Krieg, Leid und Trauer endgültig aufgehoben sind
im Licht, das alle Nacht beendet.

Aus einer Basisgemeinde, entnommen: Handreichungen zur Friedensdekade 1989, - gekürzt -.; aktualisiert Bernd Hante

 

 

Impuls der Woche 06.03.2022 bis 12.03.2022

Glauben - Trotz Allem

Der Krieg im Osten Europas hält uns in Atem und Schrecken. Weil ein Mann nicht die Grenzen seiner Macht kennt, bringt er Waffen und Leid und Tod zu den Menschen der Ukraine, statt Brot und Wasser und die Achtung der Menschenwürde.

Gott sei Dank gibt es weltweit Proteste und die Unterstützung zu humanitären Hilfen. Menschen gehen auf die Straße. Auch in Russland: es wird geschätzt, dass an 25 Orten in Russland Menschen gegen den Krieg und für den Frieden auf die Straßen gegangen sind. Sie lassen sich durch das gewaltsame Eingreifen der russischen Sicherheitskräfte nicht einschüchtern. Davor ziehe ich meinen Hut. Wie wäre es, wenn Morgen an 50 Orten und übermorgen an 75 Orten Menschen auf die Straßen gingen, dann wäre es die Mobilisierung der Zivilgesellschaft.

Die Hilfsbereitschaft der angrenzenden Länder ist hoch. Auch in Deutschland: Busunternehmen machen sich auf den Weg zur ukrainischen Grenzen, um dort Flüchtlinge aufzunehmen. Vielen Dank! Wegen all diesen Hoffnungstaten möchte ich ein Credo voranstellen.

Glauben - Trotz Allem

Wir glauben nicht an das Recht des Stärkeren,
an die Sprache der Waffen,
an die Macht der Mächtigen.

Wir glauben lieber,
an das Recht der Menschlichkeit,
an die aufgehaltene Hand,
an die Macht der Gewaltlosen.
 - Denn Gott will, dass wir durch Liebe leben.

Wir glauben nicht an den Vorrang einer Rasse,
an Reichtum oder Privilegien.

Wir glauben lieber,
dass alle Menschen gleichermaßen
Menschen sind, und das eine Ordnung aus Gewalt keine Ordnung ist.
 - Denn Gott will, dass wir durch Liebe leben.

Wir glauben nicht, dass uns nicht angeht,
was weit von hier geschieht.

Wir glauben lieber,
dass die ganze Welt unsere Wohnung ist,
und das Feld, das wir bestellen,
und dass alle ernten dürfen, was alle gesät haben.
 - Denn Gott will, dass wir durch Liebe leben.

Wir glauben nicht,
dass wir woanders gegen Unterdrückung kämpfen können,
während wir bei uns Ungerechtigkeit dulden.

Wir glauben lieber,
dass nur ein Recht gilt, hier wie dort,
und dass wir nicht frei sind, solange es noch einen unfreien Menschen gibt.
 - Denn Gott will, dass wir durch Liebe leben.

Wir glauben nicht,
dass Krieg und Hunger unvermeidlich sind,
und der Friede unerreichbar.

Wir glauben lieber,
an den Sinn bescheidener Handlungen,
an die einfachen Gesten der Liebe, an den Frieden auf Erden.
 - Denn Gott will, dass wir durch Liebe leben.

Wir glauben nicht,
dass alle Mühe vergeblich ist,
dass Misserfolg und Tod das Ende bedeuten.

Wir glauben- trotz allem - an den göttlichen Traum
von einem neuen Himmel und einer neuen Erde,
in denen Liebe und Gerechtigkeit wohnen.

aktion 365, Worte heute, Frankfurt, S. 144.

 

Segen

Dein Friede möge uns erfüllen.
Dein Friede möge uns unruhig machen.
Dein Friede möge uns sehnsüchtig machen.
Dein Friede möge Antwort auf unsere Fragen sein.
Dein Friede möge uns Mut zum Anderssein geben.
Dein Friede möge uns aufrütteln aus unserer Starrheit.
Dein Friede möge zu unserer Verständigung beitragen.
Dein Friede möge uns Vertrauen lehren.
Dein Friede möge uns auf die Suche schicken.
Dein Friede möge unser Herz ergreifen.
Dein Friede möge zerrüttete Beziehungen heilen.
Dein Friede sei an allen Tagen mit uns.

Dazu segne du uns,
du friedvoller Vater,
du friedensstiftender Sohn,
du friedliebender Heiliger Geist. - Amen.

Aus: Petra Focke, Hermann Josef Lücker (Hrsg), Gott und die Welt. Gebete und Impulse für junge Menschen in allen Lebenslagen. Ohne Jahresangabe, ohne Verlagsangabe.

 

 

Impuls der Woche 27.02.2022 bis 05.03.2022

Viel stehen auf für den Frieden

Russland zieht in den Krieg, besser gesagt, Putin zieht in den Krieg. Und nun? Bereits am Donnerstag versammelten sich an vielen Orten in Deutschland Menschen zum Friedensgebet. Nicht nur hier, sondern auch in anderen Ländern gehen Menschen für den Frieden auf die Straße oder in die Gotteshäuser zum Gebet. Auch ein politisch zerstrittenes Land wie Brasilien, hat eine eindeutige Stimme: gegen Krieg für den Frieden und die Souveränität der Ukraine. Nur einer im Lande steht da isoliert an der Seite Putins: der Präsident Bolsonaro.

Auch in Russland gehen Menschen für den Frieden auf die Straße, leider werden sie deshalb festgenommen, das zeigt, wie sehr Putin nichts von Demokratie begriffen hat, und sie auch nicht will. Auch verstehe ich die orthodoxe Kirche in Russland nicht: sie stehen zu Putin und seinem Vorgehen. Dabei hat die russisch orthodoxe Kirche die gleiche Bibel, aus der ich nun zitiere:
Der Prophet Jesaja, 2,1-5

Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem geschaut hat. Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg des Hauses des HERRN/ steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. / Zu ihm strömen alle Nationen. Viele Völker gehen / und sagen: Auf, wir ziehen hinauf zum Berg des HERRN / und zum Haus des Gottes Jakobs. Er unterweise uns in seinen Wegen, / auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn vom Zion zieht Weisung aus / und das Wort des HERRN von Jerusalem. Er wird Recht schaffen zwischen den Nationen / und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden / und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, / und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Haus Jakob, auf, / wir wollen gehen im Licht des HERRN.

Alle die für den Frieden auf die Straße oder in die Kirche gehen, um das Anliegen vor Gott zu tragen, bewegen sich auf prophetischen Pfaden. Und ich wünsche mir, dass diese Bewegung weltweit größer und größer wird.!

Frieden erfinden

                                      aller welt
                                   singe das alte lied
                                 vom wunder
                               des friedens
                             mit neuer stimme

                               erfindet frieden
                                  haltet ihn
                                      formt den frieden
                                         macht ihn machbar
                                            im frieden
                                              lebt
                                             nicht in unordnung
                                           pflanzt den frieden
                                         hütet ihn
                                       erdenkt den frieden
                                     produziert ihn
                                  
                                  das neue lied
                                     vom wunder
                                       des möglichen
                                         singe mit einer stimme
                                            alle welt

Kurt Wolff, nach Ps. 96,1-3, aus: Transformationen und Meditationen zur Bibel, O-Berlin 1985, 115.

 

 

Impuls der Woche 20.02.2022 bis 26.02.2022

Dunkelheit und Licht

Evangelium: Lukas 6,27-38

Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

Dieses Evangelium hat es in sich, weil sie gängige Handlungsstrategien auf den Kopf stellt. Und zugleich motiviert es zu einem prophetischen Handeln: lesen sie dazu Martin Luther King

Martin Luther King

„Die größte Schwäche der Gewalt liegt darin, dass sie gerade das erzeugt, was sie vernichten will. Statt das Böse zu verringern, vermehrt sie es.

Durch Gewalt kann man den Lügner ermorden; aber man kann weder die Lüge ermorden noch die Wahrheit aufrichten. Durch Gewalt kann man den Hasser ermorden, aber man tötet den Hass nicht.
Gewalt verstärkt nur den Hass. Das ist der Lauf der Dinge. Gewalt mit Gewalt zu vergelten, vermehrt die Gewalt und macht eine Nacht, die schon sternenlos ist, noch dunkler. Dunkelheit kann die Dunkelheit nicht vertreiben; das kann nur das Licht. Hass kann den Hass nicht vertreiben; das kann nur die Liebe.“

Segen


Ich sagte zu dem Engel […]

Gib mir ein Licht,

damit ich sicheren Fußes

der Ungewissheit entgegen gehen kann.

Er antwortete:

gehe nur in die Dunkelheit

und lege deine Hand

in die Hand Gottes.

Das ist besser als ein Licht

und sicherer als ein bekannter Weg.

Überlieferter Segen, bearbeitet

Impuls der Woche 13.02.2022 bis 19.02.2022

Gerechtigkeit, eine Frage der Perspektive

Gerechtigkeit

Recht:
ein Recht oft
der Stärkeren

Recht:
ein Recht oft
der Reichen
Gerechtigkeit aber
fordert Recht
für die Schwachen.

Gerechtigkeit
fordert Recht
für die Armen.

Jesus starb
für die Macht
der Gerechtigkeit.

Jesus starb
durch das Recht
der Mächtigen.
Kurt Marti

An diesem Sonntag ist das Evangelium nicht gerade einfach zu nehmen. Denn die Frage ist: Wer steht wo? Mit welcher Perspektive lebe ich und verstehe ich mein Leben
„Er richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden. / Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und wenn sie euch ausstoßen und schmähen und euren Namen in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. Freut euch und jauchzt an jenem Tag; denn siehe, euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht. Doch weh euch, ihr Reichen; denn ihr habt euren Trost schon empfangen. Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. Weh, wenn euch alle Menschen loben. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.“ Lukas 6,17-18a.20-26

Jesus betrachtet die Wirklichkeit der Welt aus einer Sicht von unten. Dazu stelle ich die Gedanken von Dietrich Bonhoeffer zur Verfügung


Von unten

Es bleibt ein Erlebnis von unvergleichlichem Wert, dass wir die großen Ereignisse der Weltgeschichte einmal von unten, aus der Perspektive der Ausgeschalteten, Beargwöhnten, Schlechtbehandelten, Machtlosen, Unterdrückten und Verhöhnten, kurz der Leidenden, sehen gelernt haben. Wenn nur in dieser Zeit nicht Bitterkeit oder Neid das Herz zerfressen hat, dass wir Großes und Kleines, Glück und Unglück, Stärke und Schwäche mit neuen Augen ansehen, dass unser Blick für Größe, Menschlichkeit, Recht und Barmherzigkeit klarer, freier, unbestechlicher geworden ist, ja, dass das persönliche Leiden ein tauglicherer Schlüssel, ein fruchtbareres Prinzip zur betrachtenden und tätigen Erschließung der Welt ist als persönliches Glück. Es kommt nur darauf an, dass diese Perspektive von unten nicht zur Parteinahme für die ewig Unzufriedenen wird, sondern dass wir aus einer höheren Zufriedenheit, die eigentlich jenseits von unten und oben begründet ist, dem Leben in allen seinen Dimensionen gerecht werden, und es so bejahen.
Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 38.
http://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/id/585/


Segen

Deine Hände sollen immer Arbeit finden,

immer einen Groschen in der Tasche,

wenn du ihn brauchst.

Das Sonnenlicht soll

auf dein Fenstersims scheinen

und dein Herz voll Gewissheit sein,

dass nach jedem Unwetter ein Regenbogen leuchtet.



Der Tag sei dir günstig

und die Nacht dir gnädig.

Die gute Hand eines Freundes und einer Freundin

soll dich immer halten.

Und möge Gott dir das Herz erfüllen

mit Frohsinn und Freude.

Aus Irland


Alle Tagesimpulse

 

 

Impuls der Woche vom 06.02.2022 bis 12.02.2022


Gnade der leeren Netze

Das Evangelium des 5. Sonntag legt nahe, zu den leeren Netzen zu stehen und diese auszuhalten.

Evangelium: Lukas 5,1-11

„Als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, sodass sie fast untergingen. Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen. Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.“

Indem die Jünger das im Vertrauen auf Jesus Christus taten, geschieht was Unglaubliches. Die Gnade der leeren Netze, die Gnade des Vertrauens, die Gnade des „Dennoch“. Vielleicht haben wir kirchlich gar kein taugliches Boot mehr, um überhaupt hinaus fahren zu können und die Netze neu auszuwerfen. Vielleicht ist das Boot der Kirche noch mit zu viel Altlasten befrachtet, von denen sie sich erst lösen müsste. Doch wenn sie es wagen würde, würde ihr die Gnade der leeren Netze zuteil.


Segen:

Der Geist öffne eure Augen,

damit ihr die „Zeichen der Zeit“ richtig erkennt.

Der Geist öffne eure Ohren,

damit ihr einander gut zuhört

und damit ihr nicht überhöret,

welchen Weg Gottes Wort euch heute weisen will.

 

Der Geist stärke euren Verstand,

damit ihr alles ernsthaft prüft,

das Gute aber erkennt und unterstützt.

 

Der Geist Gottes stärke euren Mut und eure Kraft,

damit ihr das verwirklicht,

was ihr als richtig erkannt habt..

 

Der Geist öffne eure Hände,

damit ihr dankbar Gottes Güte empfangen könnt

und seine Liebe weitergeben könnt.

 

Der Geist Gottes bewege eure Füße,

damit ihr euch immer wieder mit denen auf den Weg macht,

für die ihr da seid.

 

 

Impuls der Woche 30.01.2022 bis 05.02.2022

Wie Gott uns schuf

Es war eine beeindruckende Dokumentation. Mutig mit allen, die zu ihrer Lebensausrichtig, ihrer sexuellen Bestimmung und ihrer Partnerwahl stehen, die sich endlich zeigen mögen, dass sie zur Kirche gehören wollen. Es war ein starkes Glaubenszeugnis, danke!

Und es war zugleich eine erschreckende Dokumentation. Sie zeigt eine katholische Kirche, die immer noch an ihrem Naturrechtverständnis festhält: Sie haben naturrechtlich festgelegt, dass es nur eine Ausrichtung des Menschen geben kann: Mann und Frau sind für einander bestimmt. Es gibt leise Tendenzen im synodalen Prozess: sie haben die Perspektive der Personalität, sie sehen den Menschen in seiner schöpferisch gewollten Vielfalt.

Alle, die sich in der Dokumentation gezeigt haben, sehen sich als ein Geschöpf des einen Gottes. Begreifen ihr Leben in einer Beziehung zum lebendigen Gott und zu unserer Erlösergestalt Jesus Christus. Ich frage mich: Wie weit ist meine Kirche vom Evangelium entfernt? Wann wird sie endlich wissenschaftliche Erkenntnisse über die Vielfalt der menschlichen Persönlichkeit in ihre Rede von der Würde eines jeden Menschen aufnehmen. Wer Erkenntnisse nicht aufnimmt, dem glaubt man nicht mehr, was er sagt!

Dank an die Redakteur*innen dieser Dokumentation. Sie haben das Leben und den Glauben der Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Dass da meine Kirche nicht gut aussieht, das tut mir weh. Doch ich muss diese Realität auch wahrnehmen. Bleibe weiterhin in meiner priesterlichen Aufgabe, weil ich nicht die Werte meiner Kirche leben muss, sondern ich bin dem Evangelium verpflichtet. Wir haben eine schöne Botschaft, für die lohnt es sich zu leben! Und alle, die sich in der Dokumentation zu Wort gemeldet haben, haben die schöne Botschaft des Evangeliums verstanden. Danke für dieses Zeugnis.

Impuls der Woche 23.01.2022 bis 29.01.2022

 

Mit der Gnade mitwirken


An diesem Sonntag stellt uns das Evangelium das Sendungsbewusstsein Jesu vor:

Lukas 4,14-21

Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen. So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Er öffnete sie und fand die Stelle, wo geschrieben steht: Der Geist des Herrn ruht auf mir; / denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, / damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde / und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er die Buchrolle, gab sie dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

Was bedeutet das für alle, die in die Nachfolge Jesu gingen? Im nachgehen seiner Wege werden sie immer mehr ihrer eigenen Berufung bewusst. Und später merken sie, dass sie nicht nur hinterherlaufen, sondern Verantwortung für ihr leben und ihre Sendung übernehmen müssen und können.

Das ist kein Selbstläufer! Bis heute muss sich die Kirche immer wieder Rechenschaft geben, ob sie dem Auftrag des Evangeliums entsprechend ihr verantwortliches Handeln für die Welt erfüllt. Das wird gerade im synodalen Weg versucht. Und ich hoffe, es werden Voten und Handlungsperspektiven entwickelt, die die Zeichen der Zeit aufnehmen und der Kirche eine veränderte Gestalt geben.

Der Apostel Paulus hat es den Christinnen und Christen in Korinth so mit auf den Weg gegeben:

So hat Gott in der Kirche die einen erstens als Apostel eingesetzt, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Machttaten zu wirken, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede. Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Machttaten zu wirken? Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle übersetzen? Strebt aber nach den höheren Gnadengaben! (1.Korinther 12,28-31)


Durch Dich, Heiliger Geist,

 kann alles neu werden.

Gib uns neue Gedanken,

 und lass uns das Undenkbare denken.

Gib uns neue Gefühle,

 und lass uns das Unbegreifbare fühlen.

Gib uns neue Taten,

 und lass uns das Unmögliche tun.

Gib uns ein neues Herz,

 und lass uns dem Unfassbaren Raum geben.

Mach alles neu,

 und lass uns Deine neue Welt sein

 hier auf Erden.

 

 

 

 

Impuls der Woche 16.01.2022 bis 22.01.2022

Fest des Lebens

Mit diesem Sonntag beginnt der normale Jahreskreis. Wir gehen nun biblisch den Weg Jesu nach. Der Evangelist Johannes beginnt das öffentliche Wirken Jesu mit der Erzählung der Hochzeit zu Kana. Diese Geschichte ist wie ein Eingangsportal durch das ich gehe.

Evangelium: Johannes 2,1-11

„Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm. Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.“

Mit einem Fest beginnt das Wirken Jesu. Gerne wird diese Erzählung bei Hochzeiten genommen. Den Brautleuten ist wichtig, dass der Tag der Hochzeit für alle zu einem schönen Fest wird, dass dieser Tag in Erinnerung bleibt. Und zugleich schwingt die Zuversicht und Hoffnung mit, dass das gemeinsame Leben sich durch Freude und Lebendigkeit aus zeichnet.

Diese Schriftstelle zeigt, welche Sendung Jesus hat: Den Menschen die Lebensfreude und den Lebensmut zu bringen, Menschen in Gemeinschaft zusammenzuhalten. Ich wünsche Ihnen für die Woche eine zuversichtliche Leichtigkeit!


Wenn Segen Nähe ist

wenn Nähe Wärme ist

wenn Wärme Leben ist

wenn Leben Gottes Geschenk ist

wenn Gottes Geschenk die Liebe ist

dann wünsche ich Dir viel von Gottes Segen.

 

Wenn Segen Leben ist

wenn Leben Freude ist

wenn Freude Tanzen ist

wenn Tanzen Spielen ist

wenn Spielen Gottes Geschenk ist

dann wünsche ich Dir viel von Gottes Segen.

(Kurt Waigel)

Impuls der Woche 09.01.2022 bis 15.01.2022

Taufe des Herrn

Mit der Feier der Taufe des Herrn runden wir den Festkreis der Weihnachtszeit ab. Jesus selbst reiht sich in die Reihe der Menschen ein, die sich von Johannes den Täufer taufen lassen. „Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. (Lukas 3,21-22)

Die Taufe stellt etwas Besonderes für Jesu und sein Leben bereit. In seinem Leben wird sichtbar werden, wer unser Gott ist. Sein Leben wird die Entfaltung seiner Berufung werden.

So fällt auch der Blick auf unsere Taufe. Wir sind nicht von Geburt her Christen, sondern wir entscheiden uns, uns taufen zu lassen.

Titus 3,4-7


„Als aber die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes, unseres Retters, erschien, hat er uns gerettet - nicht aufgrund von Werken der Gerechtigkeit, die wir vollbracht haben, sondern nach seinem Erbarmen - durch das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung im Heiligen Geist. Ihn hat er in reichem Maß über uns ausgegossen durch Jesus Christus, unseren Retter, damit wir durch seine Gnade gerecht gemacht werden und das ewige Leben erben, das wir erhoffen.“

Ich habe schon viele Kinder und Erwachsene getauft. Jede Taufe ist für mich eine geistliche Quelle. Denn die Taufe ist mehr als die Aufnahme die katholische Kirche. Jedes Kind ist eine besondere Gabe, deshalb Frage ich die Eltern nach dem Namen ihres Kindes. Das Kind soll seinen Weg finden und sein Charisma leben. Die Eltern und Paten frage ich deshalb, ob sie den Lebens- und Glaubensweg des Kindes begleiten und unterstützen. Das Kind wird seinen Weg entfalten, dazu braucht es Lebensräume, die das ermöglichen. Und jedes Kind bekommt einen Auftrag mit auf den Weg: die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes auszustrahlen. So stehen wir alle, die wir getauft sind, in einer gemeinsamen Sendung, die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes in die Welt zu tragen. Das bedeutet: wir müssten als Kirche eine hohe Sensibilität für die Fragen und die Suche der Zeit entwickeln: Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung, Frieden und Gerechtigkeit, Bildungschancen. Und die Menschen wollen spüren, aus welchem Geist und welcher Kraft wir Christen leben. Ich wünsche mir, dass wir uns in der Spiritualität stärken und in der Sendung unterstützen.


Gebet


Ich bitte dich, Gott, um ein gesegnetes Jahr,

gesundes und behütetes Leben,

um eine gute Zeit heute mit erfüllten Stunden.

Ich bitte dich um offene Augen,

die dich in allen Dingen am Werk sehen;

um Augen, die hellsichtig sind

für die Gaben, die du mir schenkst.

Ich bitte dich um offene Ohren,

die mich auch die leisen

und unausgesprochenen Bitten

meiner Mitmenschen hören lassen.

Ich bitte dich um Behutsamkeit

Im Umgang mit schwierigen Menschen.

Ich bitte dich um ein gutes Gedächtnis

Für die Sorgen anderer und für Dinge,

die ich zu tun versprochen habe.

Ich bitte dich um ein fröhliches Gesicht

Und um ein Lächeln,

das aus dem Herzen kommt.

Ich bitte dich, begegne mir auf den Wegen,

die ich heute gehen werde;

tritt mir entgegen in den Menschen,

die mich zum Leben ermutigen.

Lass mein Leben in Dir geborgen sein in dir. Amen.

Impuls der Woche 01.01.2022 bis 08.01.2022

Mit Hoffnung und Mut ins Neue Jahr


Ein Neues Jahr beginnt, die Herausforderungen bleiben. Für mich ist es entscheidend, aus welcher Kraft und mit welcher Hoffnung wir das Leben aufnehmen. Dazu möchte ich eine Weisung aus der Bergpredigt als Anregung anbieten:

„Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn nach alldem streben die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben.“ (Matthäus 6,26-33)

Vorausgegangen ist die Frage, woran wir unser Herz hängen. Hier formuliert Jesus klar: vertraut, es ist genug für alle da! Nur die Frage bleibt, wie wird das, was da ist auch verteilt? Daher der Aufruf: Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit. Das ist ein schöner Leitfaden für mein Handeln und Hoffen.

Ich wünsche allen den Mut, es beherzt aufzunehmen. Wir werden alle erfahren: wo wir mit und für andere hoffen und handeln, werden wir auch selbst genug bekommen.


Gebet

Herr, mit deiner Treue ändert sich die Welt.

Gib uns Glauben, dass wir das Unmögliche wagen.

Gib uns Hoffnung, dass wir nicht jedem Irrlicht nachlaufen.

Gib uns Liebe, dass wir deine Nähe den Menschen bezeugen.

Wir preisen dich, der du unsere Zeit in Treue geborgen hältst.

Dir sei Dank, Lob und Ehre, heute und alle Tage bis in Ewigkeit.

 

Ich wünsche allen ein erfülltes Jahr 2022, und schenke Ihnen diesen Segen.

 


Segen


Du Gott der Anfänge segne uns,
wenn wir deinen Ruf hören,
wenn deine Stimme uns lockt
zu Aufbruch und Neubeginn.
Du Gott der Anfänge
Lass leuchten über uns dein Angesicht,
wenn wir im Vertrauen und in Zuversicht
das Vergangene hinter uns lassen
und mutig weitergehen.
Du Gott der Anfänge
sei uns nahe,
wenn Dunkel und Angst uns befällt
vor dem Kommenden, dem Ungewissen.
Du Gott der Anfänge
segne unseren Ausgang und unseren Eingang.

(nach Sabine Naegeli)

Impuls der Woche 24.12.2021 bis 31.12.2022

 

Gottes Melodie


Allen zunächst eine gesegnete Weihnacht!!!

Nun erleben wir das zweite Weihnachtsfest in der Pandemie. Die Mutationen holen uns ein, die Zahl der Geimpften ist noch nicht ausreichend hoch. Und das bedeutet: eine weiteres Jahr Vorsicht in den Kontakten, Kontaktbeschränkungen, in den Kirchen mit Impfnachweis und Maske.

Da kann einem schon so manches Weihnachtslied im Hals stecken bleiben. Auf den Straßen hören wir schrille Stimmen, Menschen, die das Impfen blockieren, und radikale Kräfte, die sich dieser Gruppen einfach zugesellen, um anderes zu implementieren: ein Verlust an guter Sprache, an Freundlichkeit und an Solidarität. Ich hoffe, diese Stimmen werden wenigstens in den Weihnachtstagen schweigen.

Die Krankenhäuser sind in Alarmbereitschaft, weil die fünfte Welle nichts Gutes verheißt. An dieser Stelle danke ich allen Pflegekräften und Ärzten für ihren Dienst.

Im Weihnachtsevangelium kommt uns eine ganz andere Stimmung und Melodie entgegen. Aus der Höhe singen Engelschöre: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen seiner Gnade. Wir brauchen diese Engelschöre auch heute, wir brauchen diese Lieder. Und wenn wir an Weihnachten auch nur zurückhaltend den Gesang pflegen, wünsche ich sehr, dass die Melodie Gottes unsere Stimmen und unsere Herzen im Alltag bestimmt.


Gott, segne uns alle,

die wir uns nach Frieden sehnen.

Begleite uns

auf unserer lebenslangen Suche.

In Dir finden wir die Melodie des Lebens!

Gott, heiße uns willkommen,

wenn wir eintreten in Seine Gegenwart.

Du erfüllst uns mit Deinem Wort!

Gott, öffne unsere Herzen,

dass wir unsere eigenen Türen öffnen.

Wir wollen anderen eine Herberge sein.

So segne uns, Gott,

im Sehnen nach Frieden und Heimat

Denn dort ist Wärme und Licht!

Amen

 

 

Impuls der Woche 19.12.2021 bis 23.12.2021

Liturgie: vierter Advent 2021, L C

Einzug: Wir sagen euch an  223

Eröffnung:

Einleitung:


Es ist nicht mehr weit … ; und was habt ihr alle an diesem

Wochenende erlebt … ; Zeit der Hoffnung, der Wünsche, der Sterne, ;

neue Zeiten brechen an …


Kyrie: sprechen

Gloria: -----


Tagesgebet:


Allmächtiger Gott,

gieße deine Gnade in unser Herz.

Wir haben durch die Botschaft des Engels

die Menschwerdung deines Sohnes erkannt.

Hilf uns, wie Maria »ja« zu sagen zu deinem Willen.

Durch Christus, unseren Herrn.

 

1. Lesung: Micha 5,1-4a

Aber du, Betlehem-Efrata, / bist zwar klein unter den Sippen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, / der über Israel herrschen soll. Seine Ursprünge liegen in ferner Vorzeit, / in längst vergangenen Tagen. Darum gibt er sie preis, bis zu der Zeit, / da die Gebärende geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder zurückkehren / zu den Söhnen Israels. Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des HERRN, / in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit wohnen; denn nun wird er groß sein / bis an die Grenzen der Erde. Und er wird der Friede sein.

Antwortgesang: Durch das Dunkel hindurch

2. Lesung:  Hebräerbrief 10,5-10


Darum spricht er bei seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du nicht gefordert, / doch einen Leib hast du mir bereitet; / an Brand- und Sündopfern hast du kein Gefallen.Da sagte ich: Siehe, ich komme - / so steht es über mich in der Schriftrolle -, / um deinen Willen, Gott, zu tun. Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden; dann aber hat er gesagt: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Er hebt das Erste auf, um das Zweite in Kraft zu setzen. Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes Jesu Christi geheiligt - ein für alle Mal.

Halleluja: ----


Evangelium: Lukas 1,39-45
In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

Predigt

Credo: Heller Stern in der dunklen Nacht  761

Ich glaube an Gott, der Licht ist

Ich glaube an Gott,
der Licht ist, der neue Sichten schenkt,
der sein Licht in die Welt in  dir und mir aufstrahlen lässt,
ja in allem, was lebt.

Ich glaube an Jesus Christus,
in dem Gott sein Licht auf wunderbare Weise
in dieser Welt entflammt hat und ein Lauffeuer entfachen konnte.
Ich glaube, dass Jesus Christus
Gottes Liebeslicht
sanft und zart, kraftvoll und feurig für jeden Menschen leuchtet,
ja in dieser Welt.

Ich glaube an Jesus Christus,
der in uns allen Hoffnung und Kraft legt,
der uns gerufen hat aus der Kraft der Taufe,
Feuer zu werden, das nicht verbrennt,
der uns einlädt, mit ihm
für Gott und die Menschen, zu leben,
mit dem Ausblick der Hoffnung,
der Tod hat nicht das letzte Wort,
sondern das Leben: Tod und Auferstehung,

Ich glaube an den Heiligen Geist,
der den Schattensaiten Licht und Kraft schenkt,
Neues  zu beginnen,
der unseren Blick schärft und hilft,
die Welt in Gottes Herrlichkeit zu sehen,
dessen loderndes Feuer unter jeder Asche steckt,
damit wir uns jeden Tag neu sammeln um dieses Licht.
Ich glaube, dass Gott durch die Kraft und Lebendigkeit
des Heiligen Geistes
Die Kirche zum Licht der Welt machen wird.


Fürbitten:

"Der Herr ist mit Dir" :
Diese Zusage des Engels gilt auch uns heute.
Also bitten wir den Herrn in unseren großen und kleinen Anliegen für diese Welt.

1. Wir beten für die vielen Familien, die durch Flucht und Vertreibung weltweit getrennt sind. 
    Herr, gib Hoffnung allen, die bei uns um Aufnahme bitten,
    und schenke Kraft all denen, die helfen, wo es geht.
V: Gott unser Vater A: Dein Stern leuchte ihnen

2. Für alle, denen Weihnachten zum Stress wird.
    Herr, sei mit den Gehetzten und Gedrängten
    und beschenke alle, die für ihre Familien den Frieden ersehnen.
V: Gott unser Vater A: Dein Stern leuchte ihnen.

3. Wir beten für die Pfadfinderinnen und Pfadfinder überall,
    die das Friedenslicht aus Bethlehem verteilen.
    Herr, segne alle, die sich daran erfreuen und es weiterschenken.
V: Gott unser Vater A: Dein Stern leuchte ihnen.

4. Für junge Eltern, die Kindern das Leben schenken.
    Herr, sei mit allen, die in froher Erwartung sind,
    und stärke besonders diejenigen, die ihre Kinder allein erziehen.
V: Gott unser Vater A: Dein Stern leuchte ihnen.

5. Wir beten für die vielen Menschen, die jetzt wieder unterwegs sind –
    zur Familie, zum Urlaub oder geschäftlich.
    Herr, deine Engel sollen sie begleiten und beschützen.
V: Gott unser Vater A: Dein Stern leuchte ihnen.

Für dich, Gott, ist nichts unmöglich.
Dir vertrauen wir uns an.
Heute, morgen und alle Tage unseres Lebens. Amen.


Gabenbereitung: Ein Funke  816


Gabengebet:

Wir danken dir, Herr,
für deine Gaben,
für alles, was uns satt macht,
für alles, was gut schmeckt.
Wir danken dir für Brot und Wein.
Gib du das Wort deiner Liebe dazu,
das Wort der Hoffnung.
Dann schmecken wir dich.
In uns wächst das Leben.
Wir empfangen dich.
Auf dich warten wir.
Maranatha! - komm, Herr!

Präfation: Advent

Hochgebet: Auf dich hoffen wir

Sanktus: Du bist heilig, du bringst Heil  853

Vater unser:

Friedensgebet:

Agnus Dei: Da berühren sich Himmel und Erde  839


Kommunion:

Nach der Kommunion:

Schlussgebet:

Guter Gott,
unzählige Sterne sind nachts am Himmel zu sehen.
Sie leuchten wunderschön
und machen die dunkle Nacht hell.
Als Jesus geboren wurde,
erstrahlte am Himmel ein heller Stern.
Jesus selbst ist für unser Leben
wie ein Stern geworden,
der alles hell macht.
Wir danken dir für dieses Licht
und versuchen, es an die Menschen weiterzugeben,
die im Dunkel leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusslied: Komm, Herr, segne uns  451

Segen:

Gott lege seinen Segen auf dich,
damit er dich behüte.
Gott lege seinen Segen in dein Herz,

und schenke dir Hoffnung, Sehnsucht und Freude.
Gott lege seinen Segen in deine Hände,
damit sie Liebe geben und Frieden reichen.
Gott lege seinen Segen auf dich.  

Auszug:

Impuls der Woche 12.12.2021 bis 18.12.2021

Rückbindung

Die neue Bundesregierung ist im Amt, alle Ernennungsurkunden überreicht. Jetzt geht es an die Arbeit. In der einem Interview wurde der designierte Generalsekretär der SPD Kevin Künert gefragt: Wofür werde die SPD bei aller Unterschiedlichkeit der Koalitionspartner stehen. Seine Antwort: Für das Gemeinwohl.

In der Schriftlesung des dritten Advent ist die große Vision das Gemeinwohl aller: ein gemeinsames Leben mit frohem Herzen, ohne Furcht, zu kurz zu kommen. Nicht Furcht und Angst bestimmen das gemeinsame Leben, sondern Zuversicht und Hoffnung.

„Juble, Tochter Zion! / Jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, / Tochter Jerusalem! Der HERR hat das Urteil gegen dich aufgehoben / und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der HERR, ist in deiner Mitte; / du hast kein Unheil mehr zu fürchten. An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion! / Lass die Hände nicht sinken! Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, / ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, / er schweigt in seiner Liebe, er jubelt über dich und frohlockt, / wie man frohlockt an einem Festtag.“ (Zefánja 3,14-17)

Für den Propheten Zefánja hat die Vision eine Mitte und Rückbindung: Es ist Gott selbst, der in ihrer Mitte lebt, unauffällig mit samt seiner Liebe.

Die Liebe zu allem, was lebt, ist der Kern für ein Engagement für das Gemeinwohl. Wir brauchen Kräfte in Kirche und Gesellschaft, die verbinden. Dazu bedarf es einer besonderen 2G-Regel: Güte und Geduld.

Ich brauche für mein Leben diese Mitte und Rückbindung: der menschenfreundliche Gott. Nicht jeder und jede muss Gott als seine Mitte definieren. Doch wer für das Gemeinwohl leben will, wo das Gemeinwohl kreisen ziehen soll, muss erst die Mitte festgelegt werden. Das wünsche ich dem Kanzler und der neuen Regierung.


Allen einen guten dritten Advent!

Advents-Segen

Der Herr segne euch im Advent;

er schenke eurer Seele Ruhe, um sich auf ihn auszurichten.

Er lasse den Tau des Himmels auf euch herabkommen,

damit sich euer Glaube erfrischend lebt.

Er schenke euch Vertrauen in seine Verheißung,

damit ihr sicheren Herzens Liebe verschenkt und Frieden schafft.

Er schenke euch die Geduld für sein Kommen,

auf dass ihr sehen werdet, wer er ist:

Immanuel – Gott mit uns.

So segne und behüte euch

der dreieinige Gott + Vater, Sohn und Heiliger Geist Amen.

(Verfasser unbekannt, überarbeitet: Bernd Hante)

Impuls der Woche 05.12.2021 bis 11.12.2021


Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm

Am vergangenen Donnerstag wurde unsere Kanzlerin mit einem großen Zapfenstreich verabschiedet. Drei Lieder hatte sie sich ausgesucht, das Schlusslied: Großer Gott wir loben Dich. Mich hat das beeindruckt. Der Lobpreis Gottes steht am Ende ihrer 16 jährigen Amtszeit. Ihre Amtszeit war mit vielen Krisen gespickt, in 2015 ihre klare Ansage der Solidarität mit den Geflüchteten: „Wir schaffen das“.
Vielleicht ist das Schlusslied eine Aussage darüber, woher sie immer ihre Kraft und Beharrlichkeit hernahm.
Die prophetische Lesung des zweiten Adventsonntags ist wie eine Hoffnungsquelle zu lesen:

Baruch 5,1-9

Leg ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht! Leg den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an; setz dir die Krone der Herrlichkeit des Ewigen aufs Haupt! Denn Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel zeigen. Gott gibt dir für immer den Namen: Friede der Gerechtigkeit und Herrlichkeit der Gottesfurcht. Steh auf, Jerusalem, und steig auf die Höhe! Schau nach Osten und sieh deine Kinder: Vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang hat das Wort des Heiligen sie gesammelt. Sie freuen sich, dass Gott an sie gedacht hat. Denn zu Fuß zogen sie fort von dir, / weggetrieben von Feinden; Gott aber bringt sie heim zu dir, / ehrenvoll getragen wie in einer königlichen Sänfte. Denn Gott hat befohlen: Senken sollen sich alle hohen Berge und die ewigen Hügel und heben sollen sich die Täler zu ebenem Land, sodass Israel unter der Herrlichkeit Gottes sicher dahinziehen kann. Wälder und duftende Bäume aller Art spenden Israel Schatten auf Gottes Geheiß. Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.
Mit dieser Hoffnung können wir aushalten, ausgleichen und zugleich anpacken. Mit dieser Hoffnungsspur können wir Solidarität wagen. Wir brauchen diesen Zusammenhalt, wollen wir vernünftig durch den Winter kommen.

Advents-Segen

Der Hoffnung ein Gesicht geben

dem Vertrauen meine Füße leihen

dem Glauben meine Hände schenken

dem Staunen meine Augen widmen

im Fließen meines Atmens

meine Fähigkeit zu lieben genießen

der Verheißung trauen

gesegnet sein


Du Gott

lässt uns zum Segen werden

weil Erbarmen und Gerechtigkeit von Dir kommen.

(Nach Psalm 21,7 Grundlage: Aus: Pierre Stutz, Du hast mir Raum geschaffen. Psalmengebete, München 1997)

Impuls der Woche 28.11.2021 bis 04.12.2021

Jahwe ist unsere Gerechtigkeit

In der Adventszeit möchte ich gerne den Gedanken nachgehen, welche Solidarität von Gott her auf uns zukommt. Wir merken in Zeiten der Pandemie, wie schwierig es ist, die eigene Freiheit zugunsten anderer zu befragen und sie im Sinne des Gemeinwohls einzusetzen.

Der Prophet Jeremia lebt zu einer Zeit, in der die Freiheit des Volkes Israel nicht gegeben ist. Und gerade in dieser schwierigen Situation kommen diese Heilsworte über seine Lippen:


Jeremia 33,14-16


„Seht, es werden Tage kommen - Spruch des Herrn -, da erfülle ich das Heilswort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe. In jenen Tagen und zu jener Zeit werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen. Er wird für Recht und Gerechtigkeit sorgen im Land. An jenen Tagen wird Juda gerettet werden, Jerusalem kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Jahwe ist unsere Gerechtigkeit.“

Kürzer und prägnanter kann ich es nicht ausdrücken: Jahwe ist unsere Gerechtigkeit. So betrachtet sind Freiheit und Gerechtigkeit Geschwister in einer göttlichen Familie der Solidarität.

 

Advents-Segen


Der Herr segne uns

und schenke uns langen Atem

in dieser Zeit,

da alle rennen und drängen…

Er lasse uns die Ruhe finden,

die wir brauchen,

um Gott zu begegnen,

damit wir nicht vergeblich

warten auf den, der kommen will.

Er schenke uns das Vertrauen,

dass er wirklich kommt

zu uns

und wir sehen, wie es ist:

ein Gott, der uns liebt,

wie kein Mensch es vermag,

und an uns denkt seit dem Tag,

da wir geboren.

Es segnet uns

der Vater, der Sohn und

der Heilige Geist.

Amen.

Quelle unbekannt

Impuls der Woche 21.11.2021 bis 27.11.2021

Vision für das gemeinsame Leben


Eine Hoffnung, die wir am Christkönigsonntag hören werden. Das letzte Buch der Bibel hat diesen Ausblick für uns parat.

Offenbarung 21,1-6


Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr. Er sagte zu mir: Sie sind in Erfüllung gegangen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.


Diese Hoffnung im Grundgefühl des Lebens spüren, das wünsche ich allen!!

Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit

Segne

Tun und Lassen

Arbeit und Ruhe

Den besonderen Tag und den Alltag

Segne uns

Mit deiner Kraft,

mit deiner Phantasie,

mit deiner Liebe

bis wir und alle anderen

heil und ganz sind

in deinem Reich.

In: Beratungsstelle für Gestaltung „Durch Umkehr und Busse werdet ihr gerettet…"

Frankfurt/M. 1995 Text: Hanne Köhler

Herausgeberin: Landesverband Evangelische Frauenhilfe

Impuls der Woche 07.11.2021 bis 20.11.2021

CONEX~AO SOLIDÁRIA

Ich bin gerade in Brasilien unterwegs und besuche alle Standorte der Pastoralkommission (Commissao Pastoral da Terra, CPT) im Bundesstaat Paraiba. Das bedeutet, alle zwei Tage reisen, drei große Zusammenkünfte an jedem Ort, viel hören und spüren wie die Welt zusammen halten kann.

Das Motto, das sie in der Überschrift lesen, ist der Leitfaden: zusammen solidarisch, oder besser, Solidarität schafft Verbindung, Verbindung in Solidarität.

So komme ich mit allen Generationen zusammen, mit den Kleinbauern, mit den Verantwortlichen der CPT. Und alle können ihre Stimme und Sichtweise ins Spiel bringen. Dabei entstehen andere und neue Sichtweisen.

Das brauchen wir: die Vielfalt! Erst wenn jeder und jede gesehen wird, kann Solidarität wachsen. Dann kann an gemeinsamen Dingen und Interessen gearbeitet werden.

So lege ich jeden Tag mit neuen Erfahrungen und mit Dankbarkeit in die Hände Gottes zurück. Morgen ist ein neuer Tag und es erwarten mich neue Menschen und neue Perspektiven.

Vor ihnen liegt eine neue Woche. Ich wünsche Ihnen die Energie, die aus der Vielfalt entspringen kann, jeden Tag neu präsent werden für das, was kommt.

Ihnen allen eine gute Woche mit neuen Erfahrungen und einem Gespür für das, was gemeinsam geht!

 

 

Impuls der Woche 31.10.2021 bis 06.11.2021

Nächstenliebe als Band zwischen den Religionen


Die goldene Regel ist in allen Religionen verbrieft:

„Alles, was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut ihnen ebenso.“

(Christentum: Matthäus-Evangelium 7,12; Lukas-Evangelium 6,31)

„Tue nicht anderen, was du nicht willst, dass sie dir tun.“

(Judentum: Rabbi Hillel; Sabbat 31 A)


„Keiner von euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht,

was er sich selber wünscht.“

(Islam: 40 Hadithe von An-Nawahi 13)


„Ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist,

wie kann ich ihn einem anderen zumuten?“

(Buddhismus: Samyutta Nikaya V. 353.35; 354.2)


„Man sollte sich gegenüber anderen nicht in einer Weise benehmen,

die für einen selbst unangenehm ist.“

(Hinduismus: Mahabharata XIII.114.8)

Dies ist schon mal eine gute Grundlage für eine Oekumene, die der Welt eine Versöhnung schenken könnte. Leider werden Verletzungen und Geltungsansprüche oft zu einer Unheilsgeschichte. Religion darf nie instrumentalisiert werden! Wo das gemacht wird, geht es böse aus.

Das Evangelium von diesem Sonntag geht darüber hinaus: „Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.“ (Markus 12,28f)

Auch das Gebot der Nächstenliebe ist in den drei großen Religionen das verbindende Band: Die "Mitzwa" im Judentum; die "Zakat" und die "Sadaqa" im Islam.

Ich höre nicht auf, die Grundlagen der Religionen zu beschreiben, den Geist Gottes um die Gabe der Versöhnung und des Friedens anzurufen. Mit gutem Willen und guter Haltung ist mehr möglich.


Treuer Gott,

dass dein Geist uns treibt,

dass deine Kraft uns bewegt,

dass dein Feuer uns entflammt,

dass dein Sturmwind uns aufrüttelt,

dass dein Wort uns trifft,

dass du so in uns lebst und wirkst.

Impuls der Woche 24.10.2021 bis 30.10.2021

Weltkirche

Die Kirche ist die älteste „globle Player“ dieser Welt. Und heute sind wir Christ*innen in fast allen Ländern. Wenn wir uns in der Kraft unseres Glauben verbinden, können wir das Gemeinsame in dieser Welt prägen. Unser aller Auftrag bleibt: Die Würde und Schönheit eines Menschen zu schützen und jedem Kind dieser Erde ein erfülltes Leben in Frieden und Gerechtigkeit zu ermöglichen. Dazu ist noch ein weiter Weg zu gehen. Doch wir brauchen diese Vision und dieses Feuer. Dazu habe ich ein Gebet aus Nigeria angefügt.


All loving and compassionate God,

we come before you begging for mercy,

be our source of healing,

as we reflect on the ways we may have dishonored

or diminished the memory of our ANCESTORS.

Give us a deep appreciation for the value and

dignity of every person, especially those whose lives

are entwined with these lands.

We acknowledge our limitations and ask for enlightenment

to see with your vision the beauty of each individual,

from NORTH, SOUTH, EAST, and WEST.

We come to you our creator God to ask blessings upon

the ANCESTORS of these lands whose deepest desire was

to be open to the light of your love.

We ask pardon upon those

who followed dark and destructive ways, have mercy on them.

We thank you for the variety of culture that have emerged in our country.

Help us to appreciate the beauty of each ONE

so that we will glorify you in all persons of all times. Amen.

Benjamin Jibe, Beji, aus Nigeria, arbeitet bei SELL und bildet in dem Programm Ehrenamtliche aus,
die später „Agents of Change“ werden.



Übersetzung:

Liebender und mitfühlender Gott, wir treten vor dich und bitten um Gnade. Sei du unsere Quelle der Heilung, wenn wir darüber nachdenken, wie wir die Erinnerung an unsere Ahnen entehrt oder nicht genügend beachtet haben. Gib uns eine tiefe Achtung für den Wert und die Würde eines jeden Menschen, besonders für diejenigen, deren Leben mit diesem Land verbunden ist. Wir erkennen unsere Grenzen an und bitten um Erleuchtung, um mit deinem Blick die Schönheit eines jeden Menschen zu sehen, von NORD, SÜD, OST und WEST. Wir kommen zu dir, unserem Schöpfer, Gott, um Segen für die Ahnen dieser Länder zu erbitten, deren tiefster Wunsch es war, offen für das Licht deiner Liebe zu sein. Wir bitten um Vergebung für diejenigen, die dunklen und destruktiven Wegen gefolgt sind, erbarme dich ihrer. Wir danken dir für die Vielfalt der Kultur, die in unserem Land entstanden ist. Hilf uns, die Schönheit des EINEN in allen zu schätzen, damit wir dich in allen Personen alle Zeiten verherrlichen.
  

Impuls der Woche 17.10.2021 bis 23.10.2021


Programm statt Position


Wenn es einem um die eigene Position geht, kann es einem so ergehen wie dem Kanzler von Österreich. Zu stark waren die Widersprüche in der Öffentlichkeitsarbeit seiner Regierung. Noch gilt die Unschuldsvermutung, doch seinen Posten musste er schon mal räumen.
Wie verführerisch es ist, ganz im Sonnenlicht zu stehen, zeigt das Evangelium dieses Sonntags.

„Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deiner Herrlichkeit einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen! Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es bestimmt ist. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ (Markus 10,35-45)

Jesus wendet dieses Anliegen der beiden Zebedäussöhne. Er bindet sie und die anderen Jünger in seine Mission ein. Er ist gekommen, um dem Leben der Menschen zu dienen. Sein Bezugspunkt ist das gute Miteinander aller, eben das Gemeinwohl.

Zur Zeit laufen die Verhandlung zur Bildung einer neuen Regierung in Deutschland. Ich wünsche allen sehr, dass sie das Gemeinwohl und der Zusammenhalt einer Gesellschaft und die Zukunft unserer Demokratie leitet.

Treuer Gott,
dass dein Geist uns treibt,
dass deine Kraft uns bewegt,
dass dein Feuer uns entflammt,
dass dein Sturmwind uns aufrüttelt,
dass dein Wort uns trifft,
dass du so in uns lebst und wirkst,
in der Kraft deiner Ruach.

Impuls der Woche 10.10.2021 bis 16.10.2021

Der Regenbogen

So einfach ist die biblische Bildersprache: Der Regenbogen wird zum Bundeszeichen zwischen Gott und der gesamten Schöpfung. Diese Farben entstehen in einem Naturspiel der Schöpfung, und es ist bis heute ein Zeichen, das wir beachten. Wenn wir dieses Zeichen mit aktiver Resonanz aufnehmen, dann wird aus dem Spiel ein Lebensweg: nachhaltig leben, miteinander leben, für dir nächste Generation, für den Frieden!


Gott, unser Vater,

auf unserem Weg durch das Jahr

bitten wir Dich

um die Farben des Regenbogens

für unseren Alltag.

Schenke uns:

Vom VIOLETT deiner Vergebung,

deines Verzeihens,

damit wir Frieden bringen

in die kleine und große Welt um uns herum;

vom BLAU deiner Treue,

denn du gehst alle Wege mit,

egal wo wir gerade stehen;

vom GRÜN deiner Hoffnung,

damit wir in unseren Hoffnungslosigkeiten

auf dich vertrauen;

vom GELB deines Lichtes

für die dunklen Stunden,

in denen Angst, Not und Verzweiflung

überhand nehmen;

vom ORANGE deiner Freude,

dass wir uns über die Schönheit deiner Schöpfung

freuen und sie vor Ausbeutung schützen;

vom ROT deiner grenzenlosen Liebe zu uns,

damit wir diese Liebe in unserem Alltag

weiterschenken – ohne Berechnung.

Gott, in den Farben des Regenbogens

erkennen wir deine Zusage:

ICH BIN DA

heute und an allen Tagen dieses Jahres.

Amen.

Schwester Martino Machowiak cps

Alle Impulse im Rückblick

 

 

Impuls der Woche 03.10.2021 bis 09.10.2021

Gedanken zu Erntedank: Sag an! Wir verbinden uns für unser Morgen

Ich setze meinen Bogen in die Wolken – der Herrscherstab wird zum Bundesstab, zum Bundesbogen über die ganze Schöpfung, über alles Lebende. Dieser Bundeschluss, ist erzählt am Ende der Noah-Geschichte, die Arche hat die Flut überstanden. Unwetter und Flutgeschichten gehören in den letzten Jahren zu den aktuellen Berichterstattungen. Das Ahrtal wird lange brauchen, um wieder bewohnbar zu werden, Bilder können hier nicht einfangen, was das für die Menschen bedeutet. Wir merken: die Wetterextreme nehmen zu, sei es durch Hitzeperioden, Wassermangel oder Wasserfluten. Wir merken, dass die Schöpfung aus der Balance gerät, und wir spüren, wir müssen etwas ändern, wir müssen uns gemeinsam verbinden, und neue und andere Wege gehen: Es geht auch um die Frage, welchen Lebensstil wollen und können wir uns leisten? Die Welt ist voller geworden – da ist allein schon die gesunde Ernährung aller Menschen eine Herausforderung – in vielen Ländern ist der Wohlstand gestiegen, das bedeutet, der Konsum ist größer geworden. Fakt ist: wir verbrauchen mehr Ressource der Schöpfung als wir ihr im guten Sinne zurückgeben können. Jesu Worte nehmen deutlich Stellung: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ Am Erntedankfest will die Freude über das Leben ihren Raum haben.

Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz! Lassen sie uns darüber nachdenken und nachspüren, wo denn unsere Schätze sind: Wenn die unten genannten Thesen für Sie zutrifft, stehen Sie bitte auf!

Thesen

-  Die Familie ist mein großer Schatz, Kinder und Enkelkinder

-  Freunde und Freundinnen sind mein großer Schatz

-  Meine Lebenspartnerschaft, meine Ehe ist der große Schatz

-  Ein gemeinsames Dach über dem Kopf ist ein großer Schatz

-  Eine gute Nachbarschaft ist ein Schatz

-  Meine KLJB/KLB ist ein großer Schatz für mich

-  Ein Seminar, das ich regelmäßig besuche, ist ein großer Schatz

Wieviel Herzblut stecken wir darin hinein? Wie lebendig wird damit das Leben? In all den aufgeführten Thesen haben wir uns schon längst verbunden und schauen gemeinsam nach dem Morgen. Also, warum sollte es nicht auch gelingen, uns bescheidener für die Zukunft aufzustellen? Ich sehe da Aufbrüche bei jungen Menschen - mit Lebensfreude!

Impuls der Woche 26.09.21 bis 02.10.21

Gewählt

Heute Abend (26.09.) werden wir wissen, wer das Mandat im Bundestag wahrnehmen wird. Vielleicht gibt es schwierige Koalitionsverhandlungen, auch das gehört zur Demokratie. Ich hoffe, dass alle einen guten Willen in die Waagschale legen.
Dazu die Bitte um den Heiligen Geist:

Im Außergewöhnlichen sehen wir dich,

kraftvoller, mächtiger Heiliger Geist,

in Sturm und Feuer,

Verwandlung und Aufbruch,

im Leben außergewöhnlicher Menschen.

Hilf uns, dich im Verborgenen zu finden,

stiller, beständiger Heiliger Geist,

deine leisen Gaben zu entdecken

in unseren Mitmenschen – in uns selbst:

die Gabe, Frieden zu stiften,

die Fähigkeit, zu begeistern,

die Behutsamkeit, die Wahrheit auszusprechen,

das Talent, gut zuhören zu können,

die Kunst, Kompliziertes einfach zu sagen,

die Gabe, ein ruhender Pol zu sein,

die Fähigkeit, sich einzufühlen,

die Gabe der bergenden Mütterlichkeit,

die Gnade des kindlichen Staunens,

das Charisma des Humors.

Die bist die Chance zum Leben

für jeden von uns, Heiliger Geist.

Entfalte dein Wirken in uns,

das mächtige und das leise,

damit wir uns selbst entdecken

und das Antlitz der Erde sich wandelt.

Amen.

Impuls der Woche 19.09.2021 bis 25.09.2021

Wähle das Leben
Am Sonntag ist Bundestagswahl. Jede und jede hat die Wahl. Das Wahlrecht auszuüben, ist eine wichtige Form der Partizipation! Sich die Wahlprogramme anzuschauen, erfordert ein wenig Mühe, die sinnvoll ist.
Bevor das Volk Israel ins gelobte Land einzieht, bekommt es eine klare Weisung:
„Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.“ (Deuteronomium 30,19)
Die Themen liegen vor uns:
Wie halten wir die Gesellschaft zusammen?
Wie können wir eine Vielfalt leben, in der jede Person die eigene Würde entfalten kann?
Wie gestalten wir unsere Zukunft? Die Erde gibt es nur einmal!
Es sind Fragen, die uns in unserer Haltung zur „Multi-diversität“ und zu nachhaltigem Leben herausfordern.
Allen eine gute Wahl!!

Gebet zum Heiligen Geist

Lasst uns beten,
dass der Geist Gottes uns
begleite und bestärke.
Alle: „Komm, Heiliger Geist!“

Der Geist öffne unsere Augen,
damit wir die „Zeichen der Zeit“ richtig erkennen.
Alle: „Komm, Heiliger Geist!“

Der Geist öffne unsere Ohren,
damit wir einander gut zuhören
und damit wir nicht überhören,
welchen Weg Gottes Wort uns heute weisen will.
Alle: „Komm, Heiliger Geist!“

Der Geist stärke unseren Verstand,
damit wir alles ernsthaft prüfen,
das Gute aber erkennen und unterstützen.
Alle: „Komm, Heiliger Geist!“

Der Geist Gottes stärke unseren Mut und unsere Kraft,
damit wir das verwirklichen,
was wir als richtig erkannt haben..
Alle: „Komm, Heiliger Geist!“

Der Geist öffne unsere Hände,
damit wir dankbar Gottes Güte empfangen können
und seine Liebe weitergeben können.
Alle: „Komm, Heiliger Geist!“

Der Geist Gottes bewege unsere Füße,
damit wir uns immer wieder mit denen auf den Weg machen,
für die wir da sind.
Alle: „Komm, Heiliger Geist!“

So wollen wir miteinander leben und feiern.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
Amen.

 

 

Impuls der Woche 12.09.2021 bis 18.09.2021

Aus gesellschaftlicher Verantwortung – sich impfen lassen

90 % der Covid19 -infizierten in unseren Krankenhäusern sind nicht geimpft. Und nicht Geimpfte haben einen intensiveren Krankheitsverlauf, brauchen unsere Intensivstationen, brauchen das Intensivpersonal.

Das hat Folgen:

Wie muss es einem Pfleger, einer Pflegerin, einem Arzt, einer Ärztin gehen? Sie müssen am Patienten arbeiten mit dem Risiko, sich selbst anzustecken.

Die Virologen warnen bereits vor dem Herbst und Winter. Wenn Menschen sich wieder mehr in geschlossenen Räumen aufhalten, wird die Ansteckungsgefahr steigen.

Was ist, wenn sich dann die Intensivstationen mit Ungeimpften füllen werden. Dann wird die Politik handeln müssen. Es werden wieder Einschränkungen für alle aufgestellt werden. Das wird ein Eingriff in die persönliche Freiheit aller werden können.

Die persönliche Freiheit der Ungeimpften wird die Freiheit der Geimpften auf Dauer einschränken. Das ist die Konsequenz, wenn die Krankenhäuser sich füllen.

Meine Freiheit orientiert sich immer an der Freiheit der anderen, sie hat dort ihre Grenzen, wo sie die Freiheit der anderen einschränkt und beschädigt.

Freiheit wird nur gemeinschaftsfähig, wird zur Kultur einer Zivilgesellschaft, wenn sie die eigene Freiheit mit der Verantwortung für das gesellschaftliche Wohl, für das Allgemeinwohl verbindet.

Freiheit und Verantwortung sind zwei wesentliche Grundpfeiler unserer Demokratie!

Freiheit ohne Verantwortung kann ja unterschiedliche Gründe haben: das ICH wird groß geschrieben, das WIR kleiner. Auch Bequemlichkeit, sich überhaupt um einen Impftermin zu bemühen, gehört zu den Gründen. Auch die Falle des Misstrauens kann dazu führen, die eigene Freiheit wichtiger zu nehmen als die der anderen. Auch Gedankenkonstruktionen wie die der Verschwörungstheorien können Gründe dafür sein.

Jeder und jede hat die Wahl!

sich und andere zu schützen

sich zu informieren und die wissenschaftlichen Erkenntnisse aufzunehmen

das Gemeinwohl zu fördern

in Gemeinschaft mit anderen zu bleiben

und Vertrauen zu üben.

Ich bin so frei!

Impuls der Woche 05.09.2021 bis 11.09.2021

Aus Liebe – impfen

Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Matthäus 22,34-40)

Zunächst danke ich allen, die in den Impfzentren ihren Dienst getan haben, Tag für Tag, damit schnell Menschen geimpft werden konnten können, und damit haben Dank dieser Helfer und Helferinnen einen Schutz für das Leben bekommen. Es ist ein Liebesdienst für das Leben. Es ist ein Liebesdienst für das gemeinschaftliche leben untereinander.
Covid19 wird uns auch die nächsten Jahre beschäftigen, neue Mutationen werden auftreten, so wie wir es bei dem Grippevirus schon seit Jahren kennen.
Meine Gedanken gehen in die Länder, die sich das Impfen nicht leisten können. Da braucht es die Solidarität der wohlhabenden Staaten. Das Leben Welt ist global, erst wenn alle Menschen in den Status des Impfschutzes gelangen, ist allen gedient. Impfen aus Liebe!

Göttliche Kraft
stärke deinen Rücken,
dass du aufrecht stehen kannst,
wo man dich beugen will.

Göttliche Zärtlichkeit
bewahre deine Schultern
so dass die Lasten, die du trägst,
dich nicht niederdrücken.

Göttliche Weisheit
bewege deinen Nacken,
so dass du deinen Kopf
frei heben und ihn dorthin
neigen kannst,
wo deine Zuneigung von Nöten ist.

Göttliche Zuversicht erfülle deine Stimme,
sodass du sie erheben kannst,
laut und klar.

Göttliche Sorgfalt behüte deine Hände,
sodass du berühren kannst,
sanft und bestimmt.
Göttliche Kraft stärke deine Füße,
sodass du auftreten kannst,
fest und sicher.

Göttlicher Segen sei mit dir und mit uns
allen.

Impuls der Woche 29.08.2021 bis 04.09.2021

Aus Liebe – sich impfen lassen

Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Matthäus 22,34-40)

 

Das Impfen gegen Covid19 ist ein wenig ins Stocken geraten. Impfstoff ist nun ausreichend vorhanden. Bedenke ich, dass ein erheblicher Teil der Hospitalisierungsfälle ungeimpfte Menschen sind, macht mich das schon stutzig. Welches Risiko für die eigene Gesundheit gehen Menschen ein, die sich aus Freiheitsgründen nicht impfen lassen. Wissenschaftlich ist es belegt, dass sich nicht Geimpfte leichter infizieren und die Krankheitsverläufe heftiger sind. Damit ist auch logisch, dass sie somit den Virus schneller weitergeben können. Sie schützen weder sich noch andere und sie gefährden sich und andere. Dabei wäre es doch mit einer einfachen jüdisch-christlichen Lebensweisheit zu meistern:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst..
Sich impfen lassen aus Liebe!


Gott,

du Ursprung allen Lebens,

du Quelle der Liebe,

du bist wie eine gute Mutter

und wie ein guter Vater,

sei vor uns und führe uns,

sei hinter uns und schütze uns,

sei neben uns und begleite uns,

sei zwischen uns und verbinde uns,

sei unter uns und trage uns,

sei in uns und erfülle uns,

sei über uns und segne uns.

Sei du die Freude, die uns belebt,

die Ruhe, die uns erfüllt,

das Vertrauen, das uns stärkt,

die Liebe, die uns begeistert,

der Mut, der uns beflügelt.

Impuls der Woche 22.08.2021 bis 28.08.2021

Lebenskultur – das Leben miteinander braucht jeden Menschen

Schon in der christlichen Urgemeinde ist die Frage groß: Wie wollen und können wir miteinander leben. Der Kolosserbrief (3,12-17) beschreibt es in folgender Weise:

„Bekleidet euch also, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist! Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen. Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar! Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. In aller Weisheit belehrt und ermahnt einander! Singt Gott Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder in Dankbarkeit in euren Herzen! Alles, was ihr in Wort oder Werk tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Dankt Gott, dem Vater, durch ihn!“

Das Zusammenleben braucht Dich!

Wir brauchen Menschen, die junges Grün säen, die alte Haut streicheln, die heiße Tränen trocknen und ihre Träume hüten.

Wir brauchen Menschen, die sich dem Himmel hinhalten, die sich dem Wind überlassen, die sich der Erde anvertrauen und mit zärtlichen Fingern das Gras kämmen.

Wir brauchen Menschen, die den Zorn spüren, die Trauer tragen, den Trost flüstern und die Welt wärmen.

Wir brauchen Menschen, die ihre Häuser öffnen, die ihre Tische teilen, die ihre Ohren leihen und sich in den Schlaf beten.

Wir brauchen Menschen, die das Leben begleiten, wenn die Gebrechlichkeit des Lebens aufscheint, die das Leben aushalten und die aus einer unsichtbaren Quelle leben..

Wir brauchen Menschen, die der Hoffnung ein Gesicht geben, die für die Vielfalt einstehen und sich beschenken lassen können von der Kraft und Hoffnung der anderen.

Impuls der Woche 15.08.2021 bis 21.08.2021

Erntezeit

In den letzten Wochen konnte überwiegend die Sommerernte eingefahren werden. Später als die Jahre zuvor. Was an Prozessen vorausging, lag nicht alles in den Händen der Bauern und Bäuerinnen. Doch die Aussaat war gemacht, nur die Ernte nicht bestimmbar.

Dieses Bild möchte ich als Wochenimpuls senden. Nicht jede Aussaat des Lebens geht auf, weil die Voraussetzungen und Grundlagen ungünstig sind. Deshalb die Aussaat nicht zu tun, ist keine Alternative.

In der Landwirtschaft wird mehr und mehr zu recht eine gute Fruchtfolge in den Blick genommen und angesteuert. Monokulturen tun unseren Ackerböden nicht gut, die Artenvielfalt leidet.

Wenn ich auf unsere gesellschaftlichen Prozesse schaue, brauchen wir das Saatgut des Vertrauens anstatt Mistrauen und Missgunst. Wir brauchen nachhaltiges Denken anstatt schnelle Sättigung vielfältiger Wünsche.

Schaue ich auf unsere wirtschaftlichen Prozesse, bestimmen wir den Ertrag immer nach dem BIP. Das hat zur Folge, dass die Ressourcen der Erde bereits Ende Juli eines jeden Jahres ausgeschöpft sind. So wie wir in der Landwirtschaft mit der Natur leben müssen, so muss es auch in anderen Bereichen des Lebens sein.

Markus 4,1-9

Und wieder begann er, am Ufer des Sees zu lehren, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: Hört! Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat und sie brachte keine Frucht. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, sechzigfach und hundertfach. Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre!

Welche Saat wollen wir für unser Gemeinwohl aussäen und wie vielfältig muss es sein?

Welche Faktoren werden für das Wachstum definiert?

Und welche Vorstellung haben wir vom Ertrag?

Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Impuls der Woche 08.08.2021 bis 14.08.2021

Salz der Erde


Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert,
womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es
wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht
verborgen bleiben.
Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern
man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.
So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke
sehen und euren Vater im Himmel preisen. (Mt 5,13-16)

Segen


Seid salzig. Seid nicht nach jedermanns Geschmack;
bringt Würze in die Welt. Fade gibt es genug.
Mischt euch ein und fürchtet euch nicht, ihr werdet euch nicht verlieren.
Seid Salz, damit das Leben schmeckt.
Seid Licht in der Stadt auf dem Berg. Ihr braucht euch nicht zu verstecken.
Dunkelmänner gibt es genug: Treibt euer Geschäft am Tag,
denn ihr könnt euch sehen lassen!
Wer unter dem Scheffel hockt, dem geht die Luft aus. Seid Licht, das der
Welt heimleuchtet.
Mit seinem Licht segne euch dazu Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Impuls der Woche 01.08.2021 bis 07.08.2021

Gottes Ebenbild

Die menschliche Liebe hat nur darum einen Sinn, weil das Antlitz des Menschen eine Nachbildung des Antlitzes Gottes ist. Wir lieben Gott im Antlitz unseres Nächsten. Aber jedes menschliche Antlitz ist wie verschleiert; es ist der Schleier dessen, den wir nicht wirklich schauen können, ohne zu sterben.

Wir sind geschaffen für einen Gott in der Mehrzahl, für einen Gott, der im Plural sprach, als er den Menschen erschuf "Lasst uns ein Bildnis machen nach Unserem Ebenbild." Und es ist das Ebenbild dieser Mehrzahl, der Dreieinigkeit Gottes, das in jedem Menschen wohnt. Es ist ein Ebenbild der Liebe, weil Gott die Liebe ist (die gegenseitige Liebe) und weil wir als Ebenbild eines mitteilsamen Gottes geschaffen wurden.

Nicht nur dem Menschen, sondern allen schönen Dingen ist dieses göttliche Antlitz aufgedruckt. Sogar die Tiere sind das Ebenbild Gottes, weil sie ein Ebenbild des Menschen sind. (Und darum liebt der Mensch auch die Tiere.) Johannes von Climaco
erzählt von einem Mann, der beim Anblick einer schönen Frau nicht in Liebe zu dieser Frau, sondern in Liebe zu Gott entflammte und Tränen der Freude vergoß. . .

Gott ist im Innersten alles Seins, und Er ist auch in uns. Um Ihn zu finden, brauchen wir nicht weit zu laufen und auch nicht aus uns selbst herauszugehen. Es genügt, uns selbst zu finden. Wir müssen auf den Grund unseres eigenen Ichs steigen, um unsere wirkliche Identität zu finden, die Gott ist.

Aus: Ernesto Cardenal, Das Gesetz der Liebe. Texte und Meditationen. Herausgegeben von Christian Zippert. Kiefel/Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1996.

Impuls der Woche 25.07.2021 bis 31.07.2021

Schön zu leben


Schön zu leben, sage ich,
obwohl vieles dagegen sprich
Ich weiß...,
und wer wüsste nicht...

Schön zu leben, sage ich heute,
obwohl ich gestern anderer Meinung war,
und morgen.
Was soll’s

Schön zu leben,
auf unserem blauen Planeten,
in dieser Gegend,
zu dieser Zeit,
mit diesem umgrenzten Ich.

Schön zu leben
und den unvollkommenen Menschen zu lieben,
dessen Geheimnis zu beweisen ich mich schäme.

Schön zu leben,
weil es Dich gibt,
Nazarener,
und dein Manifest
der Hoffnung, an das ich glaube.

(D. Block)

Impuls der Woche 18.07.2021 bis 24.07.2021

Die Sprache der Liebe macht lebendig

Unser Hauptkurs (Jahreskurs mit jungen Bauern und Bäuerinnen) liegt hinter uns. 3 Wochen haben wir mit 6 Teilnehmer*innen zusammen gelebt, gemeinsam gelernt und uns schätzen gelernt. Für mich gibt es kein größeres Erfolgserlebnis als dieses: da entdecken jungen Menschen ihre Möglichkeiten; da erweitern sie ihre Perspektiven und sehen beim anderen, welche Ziele er und sie mit ihrem Betrieb verfolgen. Dabei haben sie viel Gemeinsames entdeckt und zugleich haben sie erlebt, wie vielfältig Landwirtschaft aufgestellt sein kann. Der Kurs war eine Erfahrung fürs Leben.

Für mich ist das ein Modell, wie gemeinsames und vielfältiges Leben gelingt. Eines hatte ich Ihnen jeden Morgen zugemutet: Am Beginn unserer gemeinsamen Arbeit stand jeden Tag ein Morgenimpuls in der Hauskapelle der LVHS, den sie selbst gestaltet haben. Sie haben mir gezeigt, wo sie gerade stehen, was sie im Kurs beschäftigt, aus welcher Kraft sie leben. Sie haben mir ihre Welt geschenkt.

So möchte ich heute die Welt der Heiligen Schrift für das gemeinsame Leben öffnen:


Epheser 2,13-18

„Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, in Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile und riss die trennende Wand der Feindschaft in seinem Fleisch nieder. Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in sich zu einem neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet. Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und Frieden den Nahen. Denn durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater. Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde und ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.“


Der Epheserbrief hat eine coole Vision: jeder Mensch hat ein Bürgerrecht in der Hausgemeinschaft Gottes. Diese Vision braucht unsere Welt, braucht unsere Gesellschaft, braucht jede Familie, braucht jede Gemeinschaft..

Wie geht das?

Einige Verse zuvor heißt es im Epheserbrief:

„Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus lebendig gemacht.“ (Epheser 2,5)

Die Liebe macht lebendig, die Liebe führt zusammen. Jeder und jede ist von Gott geliebt. Dieser Ursprung allen Lebens darf und muss zur Haltung eines jeden Menschen werden. Und sie zeigt sich dort, wo ich lebe, agiere und mich engagiere.

Unser kleiner 123. Hauptkurs: Ich glaube, die jungen Menschen haben das gespürt und intuitiv miteinander gelebt!


Dein Friede und Deine Liebe

Dein Friede und deine Liebe mögen uns erfüllen.
Dein Friede und deine Liebe mögen uns unruhig machen.
Dein Friede und deine Liebe mögen uns sehnsüchtig machen.
Dein Friede und deine Liebe mögen Antwort auf unsere Fragen sein.
Dein Friede und deine Liebe mögen uns Mut zum Anderssein geben.
Dein Friede und deine Liebe mögen uns aufrütteln aus unserer Starrheit.
Dein Friede und deine Liebe mögen zu unserer Verständigung beitragen.
Dein Friede und deine Liebe mögen uns Vertrauen lehren.
Dein Friede und deine Liebe mögen uns auf die Suche schicken.
Dein Friede und deine Liebe mögen unser Herz ergreifen.
Dein Friede und deine Liebe mögen zerrüttete Beziehungen heilen.
Dein Friede und deine Liebe seien an allen Tagen mit uns.

Dazu segne du uns,
du friedvoller Vater,
du friedensstiftender Sohn,
du friedliebender Heiliger Geist. - Amen.

Aus: Petra Focke, Hermann Josef Lücker (Hrsg), Gott und die Welt. Gebete und Impulse für junge Menschen in allen Lebenslagen. Ohne Jahresangabe, ohne Verlagsangabe. bearbeitet: Bernd Hante

 

 

Impuls der Woche 11.07.2021 bis 17.07.2021

Impuls Einsteigen – zusteigen – nie mehr aussteigen


Das ist das Motto unseres Hauptkurses 2021, der nach drei Wochen nun seinen Abschluss findet. Sie sind eingestiegen in den Kurs, weil sie für ihr Leben etwas lernen wollten. Es sind überzeugte junge Bauern und Bäuerinnen. Mit vollem Herzen dabei. Sie werden den Hof der Eltern übernehmen und nie mehr aussteigen.

Ähnlich geht es den Jüngern Jesu: sie steigen ein in die Wanderbewegung Jesu und werden zu Botschafter des Reiches Gottes:

Er rief die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie. Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. (Markus 6,7-13)

Wer wohl in die Wanderbewegung zugestiegen ist? Der Evangelist macht dazu keine Aussagen. Wir können heute sagen, dass wir eine große Wanderbewegung geworden sind.

Die jungen Kursteilnehmer*innen haben eine klare Botschaft für ihre Landwirtschaft: sie wollen Tier und Schöpfung pflegen und beieinander halten. Sie können mit ihrer Leidenschaft werben. Die jungen Menschen brauchen die gesellschaftliche Unterstützung. Sie brauchen einen fairen Preis für ihre Arbeit. Sie brauchen einen Gesellschaftsvertrag, der trägt; zu dem Viele zusteigen.

Ich wünsche den jungen Menschen, dass sie mit ehrlichen und aufgeschlossenen und entschlossenen gesellschaftlichen Kräften rechnen können.


Gott segne Euren Weg,

die sicheren und die tastenden Schritte

die einsamen und die begleitenden,

die großen und die kleinen Schritte

Gott

segne Euch auf euren Weg

mit Atem über die nächste Biegung hinaus,

mit unermüdlicher Hoffnung,

die vom Ziel singt, das sie nicht sieht,

mit dem Mut, stehenzubleiben,

und der Kraft, weiterzugehen.

Gottes Segen

umhülle Euch an eurem Weg

wie ein bergendes Zelt.

Gottes Segen

nähre Euch auf eurem Weg

wie das Brot und der Wein.

Gottes Segen

leuchte Euch auf eurem Weg

wie das Feuer in der Nacht.

Geht im Segen,

und gesegnet seid Ihr,

werdet Ihr Segen,

seid ein Segen,

wohin Euch der Weg auch führt.

Impuls der Woche 04.07.2021 bis 10.07.2021

Impuls Propheten der Zukunft


Was bedeutet es, wenn Menschen, die aus dem gleichen Ort kommen, und doch einen sehr unterschiedlichen Werdegang haben? Wie das ausgehen kann, wie sich das anfühlt, erzählt der Evangelist Markus:

Von dort brach Jesus auf und kam in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte. (Markus 6,1b-6)

Jesus hält trotzdem an seiner Sendung fest. Wenn wir in die Spuren Jesu gehen, werden wir einen anderen Blick für die Zukunft bekommen. Wir sind ein wichtiger Teil in der Hoffnung auf das Reich Gottes, eine Welt, in der Frieden und Gerechtigkeit wohnen. Wir werden Propheten einer Zukunft, die uns nicht gehört:


Propheten der Zukunft


Manchmal ist es gut, etwas Abstand zu nehmen und zurückzublicken.

Das Reich Gottes zu verwirklichen, übersteigt nicht nur unsere Kräfte, auch unseren Blicken ist es verborgen.

Im Laufe unseres Lebens ist unser Beitrag zu diesem wunderbaren nur klein.

Nichts von dem, was wir tun, ist vollendet; anders ausgedrückt, bedeutet dies: das Reich Gottes ist außerhalb unserer Reichweite.

Das ist das Wesen des Menschseins.

Wir sähen Saatkörner aus, die eines Tages wachsen werden.

Die Saatkeimlinge bewässern wir in dem Wissen, dass sie die Versprechen der Zukunft in sich
tragen.

Wir legen Grundmauern, die noch hochgezogen werden müssen.

Wir sind der Sauerteig, dessen Wirkung unsere Möglichkeiten weit übersteigen wird.

Wir können nicht alles tun, – das zu begreifen, gibt uns ein Gefühl der Befreiung.

Dies gibt uns die Möglichkeit, etwas zu tun – und es gut zu tun.

Vielleicht wird nicht alles fertig, aber es ist ein Anfang, ein weiterer Schritt auf dem Weg, eine
Gelegenheit, Gottes Gnade hereinzulassen, um das Werk zu vollenden.

Vermutlich werden wir nie das Endergebnis zu sehen bekommen, aber das ist der Unterschied
zwischen Meister, Handwerker und Handlanger.

Wir sind die Handlanger, nicht die Handwerksmeister, wir sind die Diener, nicht der Messias.

Wir sind die Propheten einer Zukunft, die uns nicht gehört.


(Mgr. Oscar Romero – WBCA)

Impuls der Woche 27.06.2021 bis 03.07.2021

  Aufstehen können


Jesus fuhr wieder ans andere Ufer hinüber und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. Während er noch am See war, kam einer der Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie geheilt wird und am Leben bleibt! Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. …  Während Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht! Glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den Tumult sah und wie sie heftig weinten und klagten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber warf alle hinaus und nahm den Vater des Kindes und die Mutter und die, die mit ihm waren, und ging in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute waren ganz fassungslos vor Entsetzen. Doch er schärfte ihnen ein, niemand dürfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem Mädchen etwas zu essen geben. (Markus 5,21-24.35-43)


Das 12. Lebensjahr ist der Übergang zum „Erwachsen werden“. Lese ich diese Geschichte aus dieser Perspektive, bekommt die Erzählung einen neuen Klang. Aufstehen dürfen, erwachsen werden, teilhaben dürfen und können, das eigene Leben in die Hand nehmen. Bewusst erzählt die Geschichte, dass der Vater Jairus und die Mutter von Jesus mit hineingenommen werden. Vor ihren Augen sagt er: Mädchen, ich sage Dir steh auf! Jesus schenkt dem Kind Vertrauen in die Möglichkeiten und Fähigkeiten des Mädchens, und das Mädchen nimmt dieses Vertrauen auf, und steht auf zu einem neuen und veränderten Leben.


Wie oft sagen wir, die Jugend ist unsere Zukunft! Doch trauen wir ihnen das zu? Werden junge Menschen in Krisensituationen an Lösungswegen beteiligt? Während der Pandemie wurde kein Jugendverband gefragt, welche Ideen habt Ihr zur Bewältigung der Pandemie? Werden junge Menschen nach ihren Zukunftsprioritäten gefragt? Werden sie einbezogen in den Fragen des ökologischen Gleichgewichtes? Dabei haben Sie Visionen!!


Der Ruf Jesu, Talita kum! ist ein Weckruf im Leben aufzustehen und das Leben anzugehen. Dieser Ruf geht an jeden Menschen, in jeder Lebensphase! Diese Erzählung ist ein Aufruf teilzunehmen und teil zu haben an der Zukunft der Welt!


Was ich verborgen habe,

finde du in mir.

Was ich verloren habe,

suche du in mir.

Was ich verschwiegen habe,

sprich du in mir.

Was ich verschlossen habe,

öffne du in mir.

Was ich begraben habe,

wecke du in mir.

Was ich begonnen habe,

vollende du in mir.

Wandle und erneuere mich

nach dem Bilde Jesu, deines Sohnes,

der mit dir lebt und wirkt

in Ewigkeit.              (nach Kurt Weigel)

Impuls der Woche 20.06.2021 bis 26.06.2021


Vertrauen statt Angst

Die Kirche bewegt sich in stürmischen Zeiten. Kardinal Marx sieht die Kirche an einem toten Punkt und mit seiner Bitte, sein Rücktrittsgesuch anzunehmen, wollte er nicht am toten Punkt verweilen, sondern den Wendepunkt einleiten. Dabei übernahm er eben mit seinem Bischofsamt auch die institutionelle Verantwortung. Jetzt wissen wir, der Papst möchte nicht auf ihn verzichten. Doch, so einen Schritt gehen zu wollen, benötigt ein Vertrauen in den eigenen Glauben.

Die Sturmgeschichte bei Markus zeigt, worauf es ankommt, wenn das Schiff ins Wanken gerät:

Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen? (Markus 4,35-41)

Vertrauen statt Angst! Im Blick auf Jesus Christus wird das möglich. Das ist die Erfahrung der Jünger. Im Blick auf Jesus Christus, mit dem Spirit seiner Botschaft, mit seinem entschiedenen Weg mit den Menschen bis hin zu Tod und Auferstehung, weist er den Weg: Vertrauen zu schöpfen aus dem Glauben an den lebendigen Gott. Ich muss nicht immer meiner Kirche glauben! Zugleich darf ich vertrauen, dass Gottes schöpferische Liebe und sein schöpferischer Geist Wendepunkte setzt für eine Kirche, die die Botschaft Jesu und ein gesundes und lebendiges Zusammenleben der Menschen hervorbringt.

Gott segne


Euen Blick

damit alle Menschen ein Ansehen haben.
Das kann das Gewand
für eine neue Kirche sein.
In solchen Gewändern wohnt Gott.

Gott segne

Eure Worte,
damit Ihr allen eine Stimme geben könnt, die keine haben..
Das kann ein Gewand
für eine neue Kirche sein.
In solchen Gewändern wohnt Gott..

Gott segne
Eure Schritte,
mit denen,
die nach ihrer Zukunft fragen.
Das kann ein Gewand
für eine neue Kirche sein.
In solchen Gewändern wohnt Gott .

Gott segne

Eure Träume
mit denen,
die Lust am Leben haben.
Das kann ein Gewand
für eine neue Kirche sein.
In solchen Gewändern wohnt Gott.
In denen er selbst zu Hause ist.

(Nach Frank Reintgen)

 

 

Impuls der Woche 13.06.2021 - 19.06.2021

Reich Gottes


Es gibt im theologischen Denken eine schöne Unterscheidung: da gibt eine deutliche Differenz zwischen der Verkündigung vom Reich Gottes und der rede über die Kirche. Und das ist gut so: selbst wenn die Kirche nicht das zeigt, was sie könnte, bleibt uns die große Vision vom Reich Gottes. Und sie trägt durch das Leben.

Jesus sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. (Markus 4,26-32)

Das Reich Gottes wächst wie ein Same, der in die Erde gelegt ist. Bei der Aussaat braucht es viel Vertrauen. Und sind die Samenkörner noch so klein, es kann Bergendes wachsen. In meiner Pfarrerzeit in Recklinghausen haben wir mit vereinten Kräften ein Jugendzentrum gegründet. Es sollte den vielen Schüler*innen eine Anlaufstelle werden. Wir wussten nicht, ob es geht und ob es von Dauer ist. Im Jahre 2008 wurde es eröffnet. Und bis heute ist es ein Leuchtturm für das Wirken der Kirche in Recklinghausen. Wir haben gesät, und der Samen keimte und wuchs.


Zeugen gesucht

Gefragt sind Frauen und Männer,

die überzeugen,

weil sie überzeugt sind von dem,

was sie verkünden.

Gefragt sind Menschen,

die ausstrahlen,

was sie sagen und verkörpern,

wovon sie reden,

die einfach glaubwürdig sind.

 

Zeugen gesucht,

Gefragt sind Frauen und Männer,

die Zeugnis geben

von der Hoffnung, die sie trägt,

vom Vertrauen, das sie prägt,

von der Sehnsucht, die sie bewegt,

von Gott, der zu uns steht.

 

Zeugen gesucht.

So fing es an.

Damals in der Apostelgeschichte.

So geht es weiter.

Heute in der Kirche.

So bleibt Gottes schöpferischer Geist

am Werk

in und durch uns Menschen.

Paul Weismantel

Impuls der Woche 06.06.2021 - 12.06.2021

Menschheitsfamilie


Wir leben in einer Zeit, wo wir mit einer andauernden Fragestellung umgehen: Wie halten wir die Gesellschaft zusammen? Wie kommen wir zu einer gemeinsamen Perspektive für eine Welt und eine Schöpfung, und welche Gestalt geben wir dieser Perspektive?


Es scheint nicht nur eine Frage der Gegenwart zu sein. Auch zu der Zeit Jesu tritt diese Frage hervor. Das Auftreten Jesu passt nicht zu den Vorstellungen vieler Menschen. Anstatt sich damit auseinanderzusetzen, gehen sie in Ablehnung. Jesu Antwort an seine Jünger*innen lautet: „Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben.“(Markus 3,24-25)


Welche Perspektive nahm Jesus ein? „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.“(Markus 1,15)


Wie sieht das aus? „Johannes hörte im Gefängnis von den Taten des Christus. Da schickte er seine Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen wieder und Lahme gehen; Aussätzige werden rein und Taube hören; Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium verkündet.“(Matthäus 11,2-5)


Schöner kann das Bild nicht sein, und es geht um den Menschen, dass er lebendig ist und teilhaben und teilnehmen kann. Diese Perspektive brauchen junge Menschen, brauchen die Menschen an allen Orten dieser Erde.


Welches Bild verwendet der Evangelist Markus dafür und wer verbindet die Menschen untereinander? „Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter. (Markus 3,31-35)


Es ist das Bild einer Menschheitsfamilie, die nur einen Vater kennt: der Gott aller Menschen. „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“


Der Glaube an den Gott aller Menschen hält die Welt zusammen: Das geht es um das Lebensrecht eines jeden Kindes, eines jeden Menschen. Da ist keine Religion besser als die andere, alle haben nur einen Gott und Vater. Dann geht es um Gerechtigkeit, um ein Leben im friedlichen Miteinander. Unterschiede können benannt und diskutiert werden, und Gemeinsamkeiten errungen werden; denn alle sind Kinder des Einen Gottes. Christen kennen keine nationalen Grenzen, christliche Identität will die Partizipation, nicht die Ausgrenzung.


Diese Haltung hat mir ein großes internationales Netzwerk geschenkt: In Brasilien habe ich viele Schwestern und Brüder und Mütter, in Uganda, Ghana, Indien, Russland, Polen, Ukraine, Belarus, Frankreich, England und in meiner Heimat ebenso!


Gebet der Vereinten Nationen
Unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
Unsere Aufgabe ist es, daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnloser Trennung nach Rasse,
Hautfarbe oder Weltanschauung.
Gib uns den Mut und die Voraussicht,
schon heute mit diesem Werk zu beginnen,
auf dass unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz
den Namen „Mensch“ tragen.

Dazu benötigen wir die schöpferische Kraft Gottes:


Heiliger Geist, Quelle der Wahrheit,
du Atem Gottes, Spender des Lebens!
Überrasche mich - mitten im täglichen Leben
Verfolge mich bis in meine Pläne hinein
Wecke mein Talent - damit es arbeite.
Entzünde dein Charisma - damit ich dich bezeuge.
Treibe mich - wenn ich nachlasse.
Verständige mich - wenn ich nicht verstehe.
Durchglühe mich - wenn ich erkalte.
Überflute mich - wenn ich selbstgefällig bin.
Bete in mir - wenn ich wortlos bin.
Berge mich - wenn ich schutzlos bin.
Juble in mir - wenn ich dich liebe.

Aus: Es ist Zeit zur Aussaat. Novene im Anliegen der geistlichen Berufe und kirchlichen Dienste im Jubeljahr der Erzdiözese Freiburg (1827 - 2002).

Impuls der Woche 30.05.2021 bis 05.06.2021

Söhne und Töchter des einen Gottes

Alle die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet, sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden. (Römer 8,14-17)

Wessen Geistes Kinder sind wir? Paulus hat seine Position klar: der Glaube an Gott macht jeden Menschen unserer Erde zu Kindern Gottes. Jeder und jede ist gewollt und hat das Recht in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben.

Wessen Geistes Kinder sind wir?

Glaubensbekenntnis zum Heiligen Geist

Ich glaube an den Heiligen Geist

Ich glaube, dass er meine Vorurteile abbauen kann.

Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.

Ich glaube, dass er meine Gleichgültigkeit überwinden kann.

Ich glaube, dass er mir Fantasie zur Liebe geben kann.

Ich glaube, dass er mir Warnung vor dem Bösen geben kann.

Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.

Ich glaube, dass er meine Traurigkeit besiegen kann.

Ich glaube, dass er mir Liebe zu Gottes Wort geben kann.

Ich glaube, dass er mir Minderwertigkeitsgefühle nehmen kann.

Ich glaube, dass er mir Kraft in meinem Leiden geben kann.

Ich glaube, dass er mir Mitmenschen an die Seite geben kann.

Ich glaube, dass er mein Wesen durchdringen kann

(Karl Rahner)

Impuls der Woche 23.05.2021 - 29.05.2021

Pfingsten – Vielfalt der Sprachen und Kulturen

Ich erinnere mich noch gut an einen Dialog im Jahr 2016: es war ein Verständigungsdialog zwischen dem Landwirtschaftsministerium NRW und den Bauernverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe. Lange hatte ich dazu die Vorarbeit gemacht, Vertrauen gewonnen. Das Konzept habe ich dann als ökumenische Initiative beider Kirchen vorangetrieben. Kirche kann Brücken bauen. Eingeladen waren neben den Genannten auch Vertreter*innen der Landfrauen und der KLJB, wohl wissend, dass die Landfrauen gut kommunizieren können, und die Jugend ein Türöffner für das Herz des Ministers ist. Alle waren nach Vinnenberg gekommen mit dem Auftrag, ihre Anzugsjacken zuhause zu lassen und die brennenden Themen mitzubringen. Die Kirchen dienten als Moderatorinnen. Der Dialog war mit Übernachtung, denn Vieles passiert einfach im Nachklang, im sozialen Raum. Am Ende des Dialogs waren alle überrascht, was möglich ist, wenn wir uns ins Gesicht schauen können, Anliegen und Leidenschaften verstehen, sie fanden eine gemeinsame Sprache. Sie sprachen von dem Geist von Vinnenberg. Und sie wollten noch ein Treffen, dass wir Kirchen gerne organisierten.

Sind solche Erfahrungen nicht pfingstlich?

Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber - wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken. (Apostelgeschichte 2,1-11)

Pfingsten ist ein Fest für die Welt und ein Auftrag für die Kirche: Verständigung, zusammenführen, was auseinander driftet. Pfingstliche Erfahrungen sind möglich, wenn wir an das Wirken des Geistes Gottes glauben. Wir brauchen unsere Rückbindung nicht zu verstecken. Ich lade in einem Dialog auch immer zu einem Gebet am Morgen ein, und alle sind frei, zu kommen. Und meine Erfahrung zeigt: sie kommen. Sie spüren, hier wird keiner eingenordet. Sie spüren, es liegt eine Kraft in der Mitte, die nach Lösungen sucht und sie auch findet.

Pfingsten – die Vielfalt der Sprachen finden eine Grundmelodie für das gemeinsame Leben!

Heiliger Geist, Quelle der Wahrheit,

du Atem Gottes, Spender des Lebens!

Überrasche uns – mitten im täglichen Leben.

Verfolge uns – bis in unsere Pläne hinein.

Wecke unsere Talente – damit es arbeite.

Entzünde dein Charisma – damit wir dich bezeugen.

Treibe uns – wenn wir nachlassen.

Verständige uns – wenn wir nicht verstehen.

Durchglühe uns – wenn wir erkalten.

Überflute uns – wenn wir selbstgefällig sind.

Bete in uns – wenn wir keine Worte finden.

Berge uns – wenn wir schutzlos sind.

Juble in uns – wenn wir dich lieben.

Dir sei die Ehre mit dem Vater und dem Sohn,

jetzt und in Ewigkeit.

 

 

Impuls der Woche 16.05.2021 bis 22.05.2021

Gottes Melodie – das kannst Du sein

Die Gedanken der letzten zwei Sonntage, möchte ich an diesem Sonntag ins Gebet nehmen:


Gebet

Lebendiger Gott,

wieder bin ich aufgewacht

und aufgestanden, ein neuer Tag.

Lass mich wach sein,

wach für jede Regung des Lebens,

für jedes Gefühl und jeden Schrei,

wach für jeden Menschen

und für jeden Wink, den er mir gibt,

wach für Dich und alle Zeichen Deiner Liebe.

Lass mich aufrecht stehen an diesem Tag,

als Dein Sohn, Deine Tochter,

stolz, ein Mensch zu sein.

Lass mich teilhaben an Jesus von Nazaret,

den Du auferweckt hast

für ein Leben, das keinen Tod mehr kennt.

Lass mich teilhaben an ihm,

der auferstanden ist

zu Freiheit und Würde in einer neuen Welt.

(Anton Rotzetter)

Lesung: Matthäus 11,16-19


Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf den Marktplätzen sitzen und anderen zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte gespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben die Totenklage angestimmt und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Denn Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht und sie sagen: Er hat einen Dämon. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch ihre Taten Recht bekommen.


Credo: Gottes Melodie

Ich glaube an Gott, der Musik ist und Klang,

der sein Lied summt und singt in allem, was lebt.

Ich glaube an Jesus Christus,

in dem Gott sein Liebeslied auf wunderbare Weise

in dieser Welt anstimmt und singen konnte.

Ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Liebeslied

sanft und zart, kraftvoll und feurig in dieser Welt gesungen hat.

Ich glaube an Jesus Christus,

der in uns allen etwas zum Klingen und Schwingen bringt,

durch den alle Töne zur Melodie werden,

der uns einlädt, mit einzustimmen in sein Lied

für Gott und die Menschen,

in das Liebeslied des Lebens,

in das Lied von Tod und Auferstehung.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

der tote Saiten in uns zum Klingen bringen kann,

der unser Gehör schärft und hilft,

den richtigen Ton zu treffen,

dessen zarte Melodie uns einlädt,

in seinen Rhythmus einzuschwingen.

Ich glaube, dass Gott durch ihn sein Lied in uns weiter singen will.


Segen

Das wünsche ich dir

Mögen sich die Wege

vor deinen Füßen ebnen,

mögest du den Wind im Rücken haben,

möge die Sonne warm

dein Gesicht bescheinen,

möge Gott seine schützende Hand

über dir halten.

Mögest du in deinem Herzen

dankbar bewahren

die kostbaren Erinnerungen der guten

Dinge

in deinem Leben.

Das wünsche ich dir,

dass jede Gottesgabe in dir wachse

und sie dir helfe, die Herzen froh zu

machen, die du liebst.

Möge freundlicher Sinn

glänzen in deinen Augen

anmutig und edel, wie die Sonne,

die aus dem Nebel steigend,

die ruhige See erwärmt.

Gottes Macht halte dich aufrecht,

Gottes Auge schaue auf dich,

Gottes Ohr höre dich,

Gottes Wort spreche für dich,

Gottes Hand schütze dich!

(Afrikanischer Segenswunsch)

 

 

 

Impuls der Woche 09.05.2021 bis 15.05.2021

Die Kirche hat eine befreiende Botschaft, sie muss diese verinnerlichen Teil 2

Das Herz der Identität des Christentums liegt im Geheimnis von Ostern. In der Zeit der Pandemie ist mir das Geheimnis von Ostern sehr, sehr wichtig geworden: das Geheimnis des Todes und der Auferstehung: Etwas muss sterben (auch in der Kirche, in uns, in unserem Glauben), damit es zur Auferstehung kommen kann – und die Auferstehung ist nicht eine Rückkehr, sondern eine tiefgehende Verwandlung.

Viele gewohnte Rituale und Formen, wie wir das Osterfest feiern, konnten wir nicht erleben. Ja, eine Zeit lang waren die Kirchen leer und geschlossen, und auch nach der Öffnung der Kirchen, sind diese leerer geblieben. Und ich stelle hier bewusst eine provokante Frage: ist die Zeit der geschlossenen Kirchen nicht ein prophetisches Warnzeichen für die Zukunft der Kirche? Wir merken es doch auch an anderer Stelle: die Priesterseminare sind leer, Klöster geben auf, bzw. Klostergemeinschaften werden kleiner; das Image der Kirche hat aufgrund ihrer eigenen Pandemie des Missbrauchs öffentlichen Schaden genommen. „Ich fürchte, dass diese Zeit der leeren Kirchen zu einem Warnbild für eine nahe Zukunft werden kann, falls die Kirche die dringlichen Aufforderungen von Papst Franziskus zu einer inneren Reform, zu einer radikalen Wende zum Evangelium, zu einer Vertiefung ihrer Theologie, ihrer Spiritualität und ihrer pastoralen Praxis nicht ernst nimmt.“ (Tomás Halik)

Und das muss ich ernst nehmen. Wenn ich die leeren Kirchen nun in einen Vergleich zum leeren Grab am Ostertag stelle, dann höre ich die Stimme aus dem Osterevangelium diesen Jahres: Er ist nicht hier; denn er ist auferweckt worden! Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen!

Er geht uns voran nach Galliläa. Und Galiläa ist im biblischen Sinne der Lebensort der Jünger und Jüngerinnen. Also: Christus neu suchen in der Welt in der wir leben, und das ist ganz anders, als Christus einfach zu verkünden. Es ist eine Suchbewegung mit den Menschen dieser Welt. Am Vorabend der Wahl von Papst Franziskus wird folgendes von Bergoglio berichtet. Er habe den Kardinälen gesagt: „Heute jedoch klopft Jesus von innen an die Kirchentür und will hinaus gehen – und wir müssen ihm folgen.“

Mit dem Zweiten Vatkanischen Konzil hatte die Kirche es versucht und eingeleitet, doch wir haben es nicht so mutig umgesetzt wie einst der Apostel Paulus: er führte die junge Christenheit aus der Gestalt einer jüdischen Sekte in den Raum der damaligen Oikumene, der hellenisch-römischen Welt hinaus, und er stellte sie als ein universales Angebot eines Lebensweges dar, der alle Grenzen zwischen den Kulturen, Religionen, sozialen Klassen und Geschlechtern überschreitet.

Das wird unsere Suche sein, eine neue und andere Ökumene zwischen den christlichen Konfessionen, den Religionen und mit der Welt zu entwickeln. Ich hoffe auf eine lernende und partizipative Kirche, die einbindet, Hoffnungszeichen setzt, und zur Gottsucherin mit den Menschen wird.
Er ist nicht hier; denn er ist auferweckt worden! Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen!


Die Kirche hat eine befreiende Botschaft, sie muss diese verinnerlichen

Atme in mir, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges denke,

Treibe mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges tue,

Locke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges liebe,

Stärke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges hüte

Hüte mich, du Heiliger Geist,
dass ich das Heilige nimmer verliere.

Augustinus zugeschrieben

Impuls der Woche 02.05.2021 bis 08.05.2021

Die Kirche hat eine befreiende Botschaft, sie muss verinnerlichen Teil 1

Meistens gibt es in Krisenzeiten zwei Seiten: zum einen machen sie deutlich, was im Argen liegt, und zum anderen ist sie auch ein Kairos, genau hinzuschauen, was unsere Botschaft ist.

So frage ich mich schon lange: was ist der Beitrag meiner katholischen Kirche, den Menschen, der Gesellschaft und der Welt in Zeiten der Krise Sinn und Orientierung zu schenken. Dazu möchte ich diesen und den nächsten Impuls für den Sonntag gestalten.

Als katholische Kirche haben wir es schon in unserem Namen drin: Allumfassend. Ich freue mich katholisch zu sein, weil ich nicht spalten, sondern zusammenführen will. Weil es nicht um die Organisation Kirche geht, sondern um den österlichen Glauben. Als Kirche können wir den Dienst in der Welt und für das Reich Gottes leben.

„Die Globalisierung schuf aus diesem Planeten einen vielfach vernetzten Raum, sie schuf jedoch aus dem „gemeinsamen Haus“ kein gemeinsames Zuhause.

Wie können wir Christen dazu beitragen, den Globalisierungsprozess zu einem Prozess der freundschaftlichen Kommunikation und des Austauschs zu machen?

Ich sehe hier eine große Herausforderung für die Theologie – „public theology“ und ökumenische Theologie zu sein.

Das Christentum als einer der ersten großen „global player“ der Menschheitsgeschichte hat auf diesem Feld große Erfahrungen aufzuweisen und verfügt immer noch über große Möglichkeiten, trägt gleichzeitig aber auch eine große Verantwortung. Erinnern wir uns an Pierre Teilhard de Chardin, einen der ersten „Propheten der Globalisierung“ (er selbst sprach von „Planetisation“), der wertvolle Anregungen für die Spiritualität einer „zusammenwachsenden Welt“ gegeben hat.

Die Menschheit ist heute oft miteinander verbunden, aber gleichzeitig tief gespalten (und diese Spaltungen finden innerhalb einzelner Gesellschaften, Nationen, Kirchen und sogar Familien statt). Was wir brauchen, ist wirklich ökumenische Spiritualität. Nicht die Ideologie des verborgenen Totalitarismus, sondern die Inspiration zur Überwindung des Gruppen-Egoismus, des Narzissmus und des Provinzialismus einzelner Nationen und Religionen.

Ein Bestandteil der Reform des Christentums muss nicht nur eine Vertiefung der bisherigen ökumenischen Bemühungen sein, sondern auch eine wesentliche Vertiefung des Verständnisses von Ökumene selbst, ihres Wesens und ihres Sinns. Wenn das katholische Christentum wirklich katholisch sein will, muss es auch in den Beziehungen zu den anderen Religionen und zur säkularen Welt den Schritt vom Dialog zu einer vertieften Ökumene tun.

Das Konzil hat versucht, die katholische Kirche aus dem „Katholizismus“ hinauszuführen – aus jener Sackgasse der Gegenkultur, die sich negativ von der sie umgebenden Welt abgrenzt, zunächst vom Protestantismus und dann von der modernen säkularen Kultur – hin zur „Katholizität“ des Christentums; das bedeutet: zu einem Christentum als eines universalen Angebots, zu einem Verständnis von Kirche, die nicht einer Festung gleicht, die von Feinden umgeben ist, sondern zu einem Kirchenverständnis, das die Kirche als „Sakrament“ (als Symbol und wirksames Zeichen) der Einheit sieht, zu der die ganze Menschheit berufen ist.“ (Aus Vortrag Tomáš Halík, Situation von Kirche und Glauben in der Pandemie)



Jeder und jede Getaufte wird damit zum Sakrament. Dafür brauchen wir Mut und Gottes lebendigen Geist!

Heiliger Geist,
du bist der Atem und die Glut,

mit dem das Wort Gottes gesprochen wird,

der Wind, der das Evangelium trägt überallhin und zu allen.

Dein Werk ist es, das Wunder deiner Eingebung,

wenn es Menschen gibt, die entdecken,

dass Jesus Christus lebt.

Es ist dein Drängen, deine Kraft in uns,

dass wir ihm folgen, dass er unser Weg ist,

dass er uns alle Mühe dieses Lebens wert ist.

Wir bitten dich, festige uns, dass wir im Glauben bleiben,

in der österlichen Freude,

in der Hoffnung für das gemeinsames Zuhause,

mit dem Mut, zu verbinden,

Sakrament zu sein.

Impuls der Woche 25.04.2021 bis 01.05.2021

Glaubensbekenntnis zum Heiligen Geist

Die Kirche feiert ihr höchstes Fest: der Tod hat nicht das letzte Wort. Wir haben eine Botschaft, die Menschen ins Leben ruft, jeden Tag. Wir haben einen Glauben, dass die Treue Gottes jeden Menschen hält.

Und zugleich kann unsere verfasste Kirche nicht die wunderbare Botschaft wirklich in ihre Mitte stellen. Zu sehr ist sie mit ihrer Selbsterhaltung beschäftigt. Es soll sich was verändern, nur passieren darf nichts.

Daher für diesen Sonntag das Bekenntnis zum Heiligen Geist. Ich lade sie ein, das Glaubensbekenntnis von Karl Rahner zu lesen. Im zweiten Schritt ersetzen sie das Ich durch die Kirche, und beten es für sie. Und im dritten Schritt beten sie es für sich im Ich.

Der Glaube befreit, und lässt mich nicht in meiner Enge, in meiner kurzen Sicht. Unser Glaube schenkt Perspektive!

Ich glaube an den Heiligen Geist

Ich glaube, dass er meine Vorurteile abbauen kann.

Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.

Ich glaube, dass er meine Gleichgültigkeit überwinden kann.

Ich glaube, dass er mir Fantasie zur Liebe geben kann.

Ich glaube, dass er mir Warnung vor dem Bösen geben kann.

Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.

Ich glaube, dass er meine Traurigkeit besiegen kann.

Ich glaube, dass er mir Liebe zu Gottes Wort geben kann.

Ich glaube, dass er mir Minderwertigkeitsgefühle nehmen kann.

Ich glaube, dass er mir Kraft in meinem Leiden geben kann.

Ich glaube, dass er mir Mitmenschen an die Seite geben kann.

Ich glaube, dass er mein Wesen durchdringen kann

(Karl Rahner)

Impuls der Woche 18.04.2021 bis 24.04.2021

Die Welt anders denken

Bergpredigt Jesu

Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn nach alldem streben die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben. (Matthäus 6,25ff)

Vor diesen Zeilen geht um die Entscheidungsfrage zwischen Gott oder dem Mammon.

Unser Wachstum errechnen wir immer nach dem Bruttoinlandsprodukt. Dort wird alles aufgelistet, war durch menschliche Produktivität erarbeitet ist. Doch die Leistungen der Schöpfung werden einfach vorausgesetzt, unbenannt und selbstverständlich einbezogen, ohne ihre Produktivität zu ermessen. Was nicht aufgelistet ist, kostet auch nichts. So werden Unterscheidungen getroffen, die als objektiv gelten. Klar ist auch: Bis Ende Juli eines jeden Jahres haben wir die Ressourcen der Erde bereits verbraucht. Und was die Schöpfung alles aufnehmen muss?? CO2, Wärme, Emissionen, wir erleben extreme Wetterlagen, das sind nur einige Stichworte.

Der technische Fortschritt, kann zu Lösungen beitragen. So haben es auch amerikanische Wissenschaftler versucht: der Bau einer Drohne sollte die Arbeit der Bienen ersetzen, dafür gab es sogar einen Entwicklungspreis, nur funktioniert hat es nicht. Wenn man/frau die Leistungen der Bienen in den Kontext des weltweiten Bruttoinlandsprodukts einordnet und hochrechnet, dann verzeichnen die Bienen eine Wirtschaftsleitung von 180 Milliarden USDollar, jährlich. Wieviel unzählige Anschlussleistungen werden damit möglich? Nur berechnet das keiner im Rahmen einer Wertschöpfung.

Der Schrifttext, den ich ausgesucht habe zeigt es auf: die Schöpfung hält alles bereit. Uns kann es dann um das Reich Gottes gehen und seine Gerechtigkeit.

Kenia kann mit dem Impfen beginnen, weil u.a. Deutschland 2 Milliarden Euro zur Verfügung stellt, weil die EU Impfstoffe über Europa hinaus verteilt. Wenn ich den britischen Regierungschef Johnson richtig verstehe, hat dieser den Grundsatz: Wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht. Was für eine Kurzsicht: wenn die Pandemie nicht in allen Teilen der Welt durch Impfung eingedämmt wird, haben wir immer noch mit ihr zu tun, auch wenn alle im nationalen Bereich geimpft sind. Global denken, lokal handeln, ist ein anderes und besseres Konzept.

Was ich gerade beschrieben habe, gehört zum nachhaltigen Denken und Handeln.


Gebet

Allmächtiger Gott,

der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist

und im kleinsten deiner Geschöpfe,

der du alles, was existiert,

mit deiner Zärtlichkeit umschließt,

gieße uns die Kraft deiner Liebe ein,

damit wir das Leben und die Schönheit hüten.

Überflute uns mit Frieden,

damit wir als Brüder und Schwestern leben

und niemandem schaden.

……


Lehre uns,

den Wert von allen Dingen zu entdecken

und voll Bewunderung zu betrachten;

zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind

mit allen Geschöpfen

auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.

Danke, dass du alle Tage bei uns bist.

Ermutige uns bitte in unserem Kampf

für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.

Impuls für die Woche vom 11.04.2021 bis 17.04.2021

Osterglaube gibt Kraft, auch wenn die Welt anders aussieht, als ich mir es wünsche

Ich glaube

Ich glaube,
obwohl alles Dich vor meinem Glauben verbirgt.
Ich glaube,
obwohl mir alles zuruft: „Nein“!
Ich glaube,
obwohl alles zu sterben scheint.
Ich glaube,
obwohl ich verzweifeln möchte,
denn ich habe mein Leben gegründet
auf ein aufrichtiges Wort,
auf das Wort eines Freundes,
auf das Wort Gottes.
Ich glaube,
obwohl ich mich so allein gelassen weiß
in meinem Schmerz.
Ich glaube,
obwohl ich Völker voller Hass erlebe.
Ich glaube,
obwohl ich Kinder weinen sehe,
weil ich mit Gewissheit weiß,
dass er kommt,
um in den härtesten Stunden
bei uns zu sein
mit seiner Liebe und seinem Licht.
Ich glaube,
doch stärke meinen Glauben!

Quelle: GÖ III, S. 57

 

 

Impuls Ostern 2021

                                                        

Le Chocolat


Le Chocolat ist eine etwas andere Ostergeschichte, lesen sie die Handlung:

An einem eiskalten, windigen Tag im Winter 1959 kommt Vianne Rocher mit ihrer Tochter Anouk im verschlafenen Provinzstädtchen Lansquenet-sous-Tannes zwischen Toulouse und Bordeaux an. Vianne ist eine Ruhelose, die mit dem Wind zieht und sich von ihrer verstorbenen Mutter Chiza leiten lässt, die einst als Nomadin in Mexiko gelebt und ihrer Tochter die Geheimnisse der Schokoladenzubereitung anvertraut hat. Ihre Mutter hat sie immer bei sich: in einer Urne.

In dem Provinzstädtchen mietet Vianne eine leerstehende ehemalige Pâtisserie von der alten Dame Armande und baut sie in eine Chocolaterie um. Zudem eröffnet sie ihren Laden während der christlichen Fastenzeit – sehr zum Missfallen des bigotten Bürgermeisters Comte de Reynaud, der die Geschicke der Stadt mit konservativer, harter Hand leitet und selbst die Predigttexte des jungen Pfarrers vor ihrer Verkündigung noch sichtet und in seinem Sinne abändert.

Noch mehr als mit ihren Süßigkeiten und Pralinen macht sich Vianne durch ihr offenes, herzliches Wesen allmählich in dem Städtchen einige Freunde. Darunter ist auch Armande, die mit ihrer verwitweten Tochter Caroline im Clinch liegt und daher ihren Enkel Luc nicht sehen darf. Reynaud sieht allerdings in Vianne immer stärker die Verkörperung des Bösen, zumal sie nicht in die Kirche geht und auch noch alleinerziehende Mutter einer unehelichen Tochter ist. Sie zieht sich seinen Unmut noch weiter zu, als sie die von ihrem Ehemann Serge misshandelte Kleptomanin Josephine bei sich aufnimmt und ihr das Handwerk der Pralinenherstellung beibringt. Reynaud versucht, den Kneipier Serge wieder auf den Pfad der Tugend zu bringen, um ihre Ehe zu retten, aber der kann nach anfänglichen Erfolgen nicht vom Alkohol lassen und wird erneut gewalttätig, als Josephine seine Entschuldigung zwar akzeptiert, aber nicht zu ihm zurückkehren möchte.

Während einer Gute-Nacht-Geschichte erzählt Vianne ihrer Tochter von ihrem Vater, Anouks Großvater, einem Apotheker, der im Frühjahr 1927 mit der pharmazeutischen Gesellschaft eine Forschungsreise nach Mittelamerika unternahm, wo der Großvater zum ersten Mal naturbelassenen Kakao mit einer Prise Chilipfeffer zu trinken bekam, dasselbe Getränk also, wie es die alten Maya bei ihren heiligen Zeremonien zu sich nahmen. Dort lernte der Großvater auch seine Ehefrau Chiza, eine Nomadin, kennen und lieben. Von ihrer Mutter erbte Vianne Rocher den Drang, mit den uralten Kakao-Rezepten von Ort zu Ort zu ziehen.

Die Lage im Dorf spitzt sich zu. Reynaud will der Chocolaterie ein Ende bereiten. Er bricht in Viannes Laden ein und beginnt diesen zu verwüsten. Während er die Schokoladenauslagen im Schaufenster zertrümmert, gelangt ein Schokoladensplitter auf seine Lippen. Der Geschmack überwältigt ihn und weckt seine lang unterdrückten Leidenschaften und Bedürfnisse, so dass er noch mehr Schokolade isst und in der Schaufensterdekoration einschläft, wo ihn der Pfarrer und Vianne am nächsten Morgen finden und wecken. Mit einem Mal sieht er ein, dass er im Unrecht war, und bittet Vianne um Verzeihung.

Die Geschichte endet mit einem großen Schokoladenfest, mit Jongleuren, einer Tänzerin und einem Feuerspucker, wobei die Bürger erstmals echte Lebenslust kosten. Es fällt auf das Osterfest. Selbst Reynaud, dessen Frau ihn vor Monaten schon verlassen hat, nimmt daran teil und kommt dabei seiner Sekretärin Caroline näher. Josephine übernimmt die verlassene Kneipe von Serge und macht daraus das Café Armande. Vianne macht noch ein letztes: Loslassen. Die Asche ihrer Mutter gibt sie in dem Wind, damit beide frei sein können.

(Regie bei dem Romantikfilm führte Lasse Hallström, das Drehbuch schrieb Robert Nelson Jacobs. Die Hauptrolle spielte Juliette Binoche.)

Wieso komme ich auf dieses moderne Märchen? In Zeiten der Pandemie leben wir mit vielen Vorschriften, wir wünschen uns mehr Freiheit. Doch das Fest wird kommen. Es gehört dazu ein offener und herzlicher Charakter. Es gehört dazu, auf das Gemeinsame zu schauen. Es gehört dazu, Altes loszulassen. Ostern ist der Weckruf zum Leben. Aufstehen, heute und für die Ewigkeit. Ich wünsche alle ein frohes und gesegnetes Osterfest!!

OSTERN

Aufgeweckt

hast du, Gott, Jesus

aus dem Tod,

weil du ihn liebst.



            Aufwecken

            wirst du mich, Gott,

            aus dem Tod,

            weil du mich liebst.


Aufgeweckt,

von dir,

lass mich leben, Gott.



           Aufgeweckt,

           jetzt schon, jeden Tag,

           lass mich leben, Gott.


Aufgeweckt,

lebendig,

klar.

            Und dankbar.

            Ostern.

            Amen.

KLB Würzburg

Impuls der Woche 28.03.2021 bis 03.04.2021

 

Einfach leben!

„Was hatten wir mit 17 Jahren für eine heiße Zeit“, so erinnern sich KLJBler*innen, die heute im Studium sind. Für die 17jährigen muss es „eine gedrisseste Zeit“ sein. Will heißen: die jungen Menschen können ihre Lebensenergie in Zeiten von Corona nicht leben.

Das beschäftigt mich schon: mit welchen Entbehrungen müssen junge Menschen in diesen Zeiten umgehen: keine Fete, keine Freundeskreise, Ortsgruppenleben der KLJB eingestellt, ständig mit Maske, und die Leichtigkeit des Lebens ist verflogen.

Die Einschränkungen bedeuten einen enormen Verzicht auf soziale Kontakte. Und das geht jetzt schon fünf Monate in Folge. Eine Zeit lang wurde viele Kontakte über digitale chats gehalten, doch die meisten sind „chatmüde“ geworden. Es geht nichts über den persönlichen Kontakt, face to face, mit Berührung und Umarmung, mit klarer Stimme, ganzem Körper und ganzer Persönlichkeit.

Auch wenn in diesem Jahr alle Menschen in Deutschland geimpft sein können, werden wir weiter mit dem Virus leben. Warum nicht schon heute beginnen?! Die Verordnungen vermitteln ein Leben gegen das Coronavirus. Gegen etwas kämpfen macht müde. Und viele sind „pandemiemüde“.

Ich wünsche mir Ideen, wie sie gerade in der Stadt Tübingen probiert werden. Ich glaube, die Menschen haben Phantasie, weitere Ideen zu entwickeln, wie wir mit dem Virus leben lernen. Das bedeutet, mehr Verantwortung und Freiheit vor Ort, um das gemeinsame, verbandliche und kulturelle Leben wieder erwecken zu können.

 


Komm Heiliger Geist,

und lege die Phantasie in unser Gedanken und Hände.

Komm Heiliger Geist,

und hauche Freiheit in unser Handeln.

Komm Heiliger Geist,

und erfülle unsere Herzen mit Freude und Verantwortung.

Komm Heiliger Geist,

und schenke und Glaube, Hoffnung und Liebe.

 

 

Impuls der Woche 21.03.2021 bis 27.03.2021


Jeder Mensch ist gleich viel wert und hat gleiche Rechte!

Im letzten Jahr hat die KLJB im Bistum Münster ein Positionspapier verabschiedet:

„KLJB im Bistum Münster steht für Vielfalt, Demokratie und Nächstenliebe“

Es geht um das gesellschaftliche Engagement der KLJB gegen Ausgrenzung und Nationalismen, und für Demokratie und Partizipation.

Ein zentraler Satz gilt nicht nur für das gesellschaftliche Leben, sondern auch für die kirchliche und christliche Identität: Jeder Mensch ist gleich viel wert und hat gleiche Rechte!

Nach den Aussagen des Vatikans zu den Segnungsfeiern gleichgeschlechtlicher Paare kommt mir diese Positionierung der KLJB in den Sinn. Wie recht hat sie!!

Wenn ich das Papier als Theologe lese, muss ich von der Argumentation rot werden: es entspricht nicht einem theologischen Diskurs.

Wenn ich als Seelsorger darauf schaue, mit der pastoralen Brille und dem pastoralen Herzen, dann weint mein Herz, weil es mir alle menschliche Nähe von religiösen Zeichen und Gesten versperrt.

Wenn ich als Glaubender darauf schaue, muss ich fragen, wer bin ich denn, den Segen Gottes an meine Person und an mein Urteil zu binden. Vielmehr ist Gott eben immer viel größer: „Gott selbst hört nicht auf, jedes seiner Kinder zu segnen.“

Meine Kirche braucht mehr Demut vor der unendlichen Größe und Liebe Gottes. Meine Kirche braucht eine Verkündigung mit Herz und aus dem Herzen!

Im Matthäusevangelium ist es prägnant zusammen gefasst:

Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Mt 22,34-40)

Impuls der Woche 14.03.2021 bis 20.03.2021

 

Alles hat seine Zeit

In den letzten Wochen und Tagen geht es vielen Bürger*innen und Politiker*innen nicht schnell genug mit der Verteilung der Impfstoffe und der Testungsmöglichkeiten. Wenn ich mir vor Augen führe, dass noch nie so schnell ein Impfstoff entwickelt wurde, wenn ich erahnen kann, dass Produktionsstraßen nicht vom Himmel fallen, dann erstaunt mich schon die Diskussion. Klar, jeder und jede will schnell wieder Familien, Freund*innen treffen können, jeder und jede möchte wieder gern mehr Bewegungsfreiheit haben, viele möchten wieder ein Stadion, ein Theater besuchen können. Die Verbände möchte gern ihr Gemeinschaftsleben ankurbeln. Die Liste ist lang. Dennoch ist ein Teil unseres Lebens und unserer Zeit die Eigenschaft GEDULD. Daher möchte ich mit der Weisheitsliteratur aus dem Buch Kohelet (3,1-11) sagen: alles hat seine Zeit:

„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreißen der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steine sammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen/ und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden. Wenn jemand etwas tut - welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt? Ich sah mir das Geschäft an, für das jeder Mensch durch Gottes Auftrag sich abmüht. Das alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit. Überdies hat er die Ewigkeit in ihr Herz hineingelegt, doch ohne dass der Mensch das Tun, das Gott getan hat, von seinem Anfang bis zu seinem Ende wiederfinden könnte.

 

Gott, du begleitest uns auf dem Weg des Wandels

und willst uns erneuern.

Mit allen Sinnen erfahren wir die Welt.

Die Kraft deines Geistes schenkt uns Ideen, wie

wir die Welt so gestalten können, dass deine

Schöpfungskraft in ihr zum Ausdruck kommt.

Du schenkst uns die Zeit, die wir gestalten, wenn wir sie annehmen.

Lass uns unsere Ohren öffnen, dass wir erkennen,

wo du uns zum Leben und ins Leben rufst.

Lass uns unsere Augen hinwenden zu dem, was geht,

und unsere Hände gebrauchen

zum rechten Handeln.

Denn in allen und allem, in unsere Herzen legt Du die Ewigkeit.

Impuls der Woche 07.03.2021 bis 13.03.2021

 

von Lilian Moreno Sánchez „Du stellst meine Füße auf weiten Raum – Die Kraft des Wandels“. 

 

Ein Fuß auf weißer Bettwäsche

wie in einem Bett liegend

zerbrochen

               Weißer Raum schenkt weiten Raum

               Durchblick

               Blicke in die Tiefe

               auf die Verletzung

Wir sehen – wir werden neu sehen

               Wir gehen – wir werden weitergehen

               Wir bleiben nicht stehen bei der Verletzung

Wir sehen den Staub

wissen vom Kampf um Menschenwürde

               Es wurden Verletzungen davon getragen im

               Kampf

Hoffnung,

dass du, Gott, Wege zeigst

Richtung weist

Wandel ermöglichst

               allen, auch denen in Krankheit

               den Verletzten,

               denen, die gestorben sind

denen, die weiterleben

ohne Lebensmut

gebrochen

mit Einschnitten

               Vieles kann nicht ungeschehen gemacht werden

Fäden verbinden

heilen

               Goldfäden

               Gottesfäden

               Hoffnungsfäden

Goldblumen künden

von Gottes Gegenwart

von Gottes Mitgehen

               Wandel ist möglich

(Misereor 2021)


Gebet

Alles wird gewandelt in mir.

Die Erde wankt, auf der ich stehe.

Nichts ist mehr am alten Ort.

Ich erfahre, wie sich etwas verändert

in mir.

Ich hoffe, dass du mich ganz neu aufbaust,

ich vertraue darauf,

dass mir Kraft zuströmt,

durch die ich neu leben kann.

Du fügst

mein Stückwerk, meine Bruchstücke

zu einem Ganzen

zusammen.

Ich atme neu,

atme frei,

bekomme Boden

unter die Füße,

finde festen Stand,

bringe Geduld auf,

erfahre Lebendigkeit.

Darauf vertraue ich.

Dafür brauche ich deine Geisteskraft,

ich schaffe es nicht allein, aber ich vertraue.

Erbarme dich meiner, Gott.

Lass mich die Kraft deines Geistes erfahren.

 

 

Impuls der Woche 28.02.2021 - 06.03.2021

 

Du stellst meine Füße auf weiten Raum

 

 

Schauen wir auf das MISEREOR-Hungertuch von Lilian Moreno Sánchez „Du stellst meine Füße auf weiten Raum – Die Kraft des Wandels“. Die Künstlerin ist in Chile geboren und lebt seit 1996 in Deutschland. Das Tuch besteht aus drei Teilen (Triptychon). Schwarze Linien zeichnen das Röntgenbild eines Fußes, der mehrfach gebrochen ist. Der Fuß gehört zu einem Menschen, der bei einer Demonstration in Santiago de Chile durch die Polizei schwer verwundet worden ist. Seit Oktober 2019 protestieren dort auf dem „Platz der Würde“ viele Menschen gegen ungerechte Verhältnisse. Tausende Demonstranten wurden durch die Staatsgewalt brutal geschlagen und verhaftet. Dieser Fuß mit den sichtbaren Verletzungen steht stellvertretend für alle Orte, an denen Menschen gebrochen und zertreten werden.

Moreno Sánchez hat ein Hungertuch mit wenigen Farben gestaltet und eine ungewöhnliche Grundlage verwendet: Es ist auf dreierlei Bettwäsche aus einem Krankenhaus und einem bayerischen Frauenkloster gemalt. Damit macht die Künstlerin deutlich: es kommt auf die körperlichen und die seelisch-spirituellen Gesichtspunkte von Krankheit und Heilung an. Auf dem „Platz der Würde“ hat sie Staub eingesammelt und in die Laken gerieben. Der Stoff ist nicht glatt und makellos, graue Flecken und Falten überziehen ihn. Er ist vielfach übereinander gelegt, an Schnittmuster erinnernd, auseinander klaffend wie verletzte Haut und mit goldenem Zickzack wieder zusammengenäht, um Heilung zu ermöglichen.

Die schwarzen Linien des Röntgenbildes, die verwendeten Materialien Zeichen-Kohle, Staub und Leinöl, die karge Bildsprache verweisen auf das Sterben Christi und das Leiden der Menschen; dagegen stehen Gold und Blumen für Hoffnung und Liebe. Die Blumen aus Blattgold greifen das Muster der Kloster-Bettwäsche auf. Während das Röntgenbild die ganze Härte des Schmerzes zeigt, symbolisieren sie Kraft und Schönheit des neu erblühenden Lebens. Die Linien vermitteln neben aller Schwere auch ein Gefühl von Leichtigkeit. Sie scheinen zu tanzen: Leben ist ein Prozess, der weitergeht – auch mit verwundeten und gehemmten Füßen vertrauen wir auf die Kraft der Solidarität.

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – dieser Vers aus dem alten Psalm 31(6.Jahrhundert vor Christus) steht als Titel über dem Hungertuch. Er beschreibt, was im Glauben alles möglich ist. Das Bild des Fußes lässt uns an Aufbruch, Bewegung und Wandel denken; das Bild des „weiten Raumes“ lässt uns aufatmen, wenn die Füße schwach werden.

 


Gebet


Gott, du begleitest uns auf dem Weg des Wandels

und willst uns erneuern.

Mit allen Sinnen erfahren wir die Welt.

Die Kraft deines Geistes schenkt uns Ideen, wie

wir die Welt so gestalten können, dass deine

Schöpfungskraft in ihr zum Ausdruck kommt.

Lass uns unsere Ohren öffnen, dass wir erkennen,

wo du uns rufst.

Lass uns unsere Augen hinwenden zu dem, was

du uns zeigen willst, und unsere Hände gebrauchen

zum rechten Handeln.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren

Bruder und Herrn.


(Text und Gebet aus den Arbeitsmaterialien Misereor)

 

Alle Impulse im Rückblick

Impuls der Woche 21.02.2021 - 27.02.2021

 

Die Führungskraft

 

Der die Verantwortung übernimmt –

übernimmt er sich nicht?

der die Richtung bestimmt –

weiß er, ob sie stimmt?

Der das Sagen hat –

hat er auch etwas zu sagen?

Der im Vordergrund steht –

kennt er auch die Hintergründe?

Der den Ton angibt –

kann er wenigstens singen?

der anderen befiehlt –

kann er selber gehorchen?

Der die Verantwortung übernimmt,

über nimmt er sich nicht?

aus: Lothar Zenetti: in seiner Nähe, Texte des Vertrauens, Mainz 2002

 

Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr auf dem Weg gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten auf dem Weg miteinander darüber gesprochen, wer der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. (Markus 9,33-37)


Das ist eine starke Führungskraft!

Impuls der Woche 14.02.2021 - 20.02.2021

 

Jenseits von Eden

Auch in der Pandemie denke ich an die Kinder in den Flüchtlingslagern. Ich denke an die Kinder, die unter häuslicher Gewalt leiden. Ich denke an die Kinder, die unter dem sexuellen Missbrauch in der Kirche gelitten haben. Ich denke an die Kinder, die nicht ausreichend zu essen haben und nicht geborgen leben können:


Jenseits von Eden, Drafi Deutscher  Songtext

Wenn selbst ein Kind nicht mehr lacht wie ein Kind
Dann sind wir jenseits von Eden
Wenn wir nicht fühlen, die Erde sie weint
Wie kein and'rer Planet
Dan haben wir umsonst gelebt
Wenn eine Träne nur Wasser noch ist
Dann sind wir jenseits von Eden
Wenn man für liebe bezahlen muss
nur um einmal zärtlich zu sein
Dann haben wir umsonst gelebt
Lass uns jeden Tag
Das Leben endlos spüren
Und uns niemals unsere Ehrlichkeit verlieren
Wenn uns gar nichts mehr zusammen hält
Verlöscht vielleicht das letzte Licht der Welt
Wenn selbst ein Kind nicht mehr lacht wie ein Kind
Dann sind wir jenseits von Eden
Wenn wir nicht fühlen, die Erde sie weint
Wie kein and'rer Planet

Wenn unser Glaube nicht mehr siegen kann
Dann sind wir jenseits von Eden
Wenn jede Hoffnung nur ein Horizont ist
Den man niemals erreicht
Dan haben wir umsonst gelebt
Ich will mit dir eine neue liebe spür'n
Wenn wir uns auch in Gedanken nur berühr'n
Irgendwann muss ich für immer geh'n
Dann will ich sagen
Diese Welt war schön
Wenn selbst ein Kind nicht mehr lacht wie ein Kind
Dann sind wir jenseits von Eden
Wenn wir nicht fühlen, die Erde sie weint
Wie kein and'rer planet
Dan haben wir umsonst gelebt
Wenn eine Träne nur Wasser noch ist
Dann sind wir jenseits von Eden
Wenn man für liebe bezahlen muss
nur um einmal zärtlich zu sein
Dann haben wir umsonst gelebt

Writer(s): HORN BERNGES HANS JOACHIM, EVANS IRONSIDE CHRIS J, GEBEGERN KURT Lyrics powered by www.musixmatch.com


Für den bewässerten Garten, wie Jeremia ihn prophezeit, lohnt es sich zu leben!

Jeremia 31,10-13.31-34

Der Israel zerstreut hat, wird es sammeln / und hüten wie ein Hirt seine Herde! Denn der HERR hat Jakob losgekauft / und ihn erlöst aus der Hand des Stärkeren. Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe, / sie strahlen vor Freude über die Wohltaten des HERRN, / über Korn, Wein und Öl, über Lämmer und Rinder. Sie werden wie ein bewässerter Garten sein / und nie mehr verschmachten. Dann freut sich die Jungfrau beim Reigentanz, / ebenso Junge und Alte zusammen. …… Siehe, Tage kommen - Spruch des HERRN -, da schließe ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund. Er ist nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen. Diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihr Gebieter war - Spruch des HERRN. Sondern so wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe - Spruch des HERRN: Ich habe meine Weisung in ihre Mitte gegeben und werde sie auf ihr Herz schreiben. Ich werde ihnen Gott sein und sie werden mir Volk sein. Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den HERRN!, denn sie alle, vom Kleinsten bis zum Größten, werden mich erkennen

Impuls der Woche 07.02.2021 - 13.02.2021

 

Lichtmess


An Lichtmess werden die Tage spürbar länger: Mehr Tageslicht, das Licht ist stärker als die Nacht. Die Sonne wird mehr den Tag und das Leben bestimmen. Über Enkelkinder sagen Großeltern häufig, das ist unser Sonnenschein. Wen wundert es, das der Festtag, Darstellung des Herrn, im Mund des Volkes den Namen Lichtmess trägt:

„Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war. Als sich für sie die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, / wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, /dass du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, / und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden. Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.

Zwei alte und weise Menschen haben ihren Sonnenschein in ihrer Mitte, und Simon singt ein Lied und Hanna gibt ihrer prophetischen Stimme weiten Raum, und viele haben teil an dieser Botschaft.

Wir brauchen Beter und Prophetinnen, die den Sonnenschein in die Welt tragen, damit die Sonne über jedem Kinder dieser Erde aufgeht und scheinen kann.

Impuls der Woche 31.01.2021 bis 06.02.2021

Propheten für ein Morgen

Das Volk Israel ist fast am Ziel ihrer Wanderung. Das gelobte Land. Doch wie der Text aus Deuteronomium zeigt, sind auch Menschen aus dem Volk Israel anfällig für Fakenews. Warum sonst sollte hier diese Erzählung warnen vor Losorakeln und Gebetsbeschwörungen. Lesen sie selbst:

Wenn du in das Land hineinziehst, das der HERR, dein Gott, dir gibt, sollst du nicht lernen, die Gräuel dieser Völker nachzuahmen. Es soll bei dir keinen geben, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keinen, der Losorakel befragt, Wolken deutet, aus dem Becher weissagt, zaubert, Gebetsbeschwörungen hersagt oder Totengeister befragt, keinen Hellseher, keinen, der Verstorbene um Rat fragt. Denn jeder, der so etwas tut, ist dem HERRN ein Gräuel. Wegen dieser Gräuel rottet sie der HERR, dein Gott, aus. Du sollst ganz und gar bei dem HERRN, deinem Gott, bleiben. Denn diese Völker, deren Besitz du übernimmst, hören auf Wolkendeuter und Orakelleser. Für dich aber hat der HERR, dein Gott, es anders bestimmt. Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören. Der HERR wird ihn als Erfüllung von allem erstehen lassen, worum du am Horeb, am Tag der Versammlung, den HERRN, deinen Gott, gebeten hast, als du sagtest: Ich kann die donnernde Stimme des HERRN, meines Gottes, nicht noch einmal hören und dieses große Feuer nicht noch einmal sehen, ohne dass ich sterbe. Damals sagte der HERR zu mir: Was sie von dir verlangen, ist recht. Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm gebiete. (Deuteronomium 18,9-18)


Es ist fast eine moderne Geschichte, wenn ich mir die Geschichte der USA von Wahl bis zur Einführung des neuen Präsidenten betrachte.

Es ist gut ausgegangen. Doch es wird noch viel Fleiß, Aufrichtigkeit und Zeit brauchen, bis Heilung an Leib und Seele, Heilung am Zusammenleben spürbar wird.

Ich möchte nicht nur nach Amerika schauen. Es geht in jedem Land und an jedem Ort dieser Welt darum, zu klären, aus welchen Werten wir leben und mit welcher Haltung wir alles einzubringen für das Miteinander.

Es gibt immer Licht:

„Wenn der Tag kommt, treten wir aus dem Schatten heraus,
entflammt und ohne Angst.
Die neue Morgendämmerung erblüht, wenn wir sie befreien.
Denn es gibt immer Licht,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein.“


Amanda Gorman, 20.01.2021

Impuls der Woche 24.01.2021 bis 30.01.2021

Sie finden das, wofür es sich zu leben lohnt


Diese Berufungsgeschichte wird in den ersten Zeilen des Markusevangeliums erzählt. Damit geht es los:


Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach. (Markus 1,14-20)


Es sind berufserfahrene Fischer. Warum noch einmal aufbrechen? Da ist eine Inspiration, die sie in den Bann zieht; sie finden, wonach sie suchten: die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Sie werden sich aufmachen ohne schon alles zu wissen. Im Laufe der Nachfolge merken sie, wofür sie leben dürfen: die Treue Gottes gilt allen Menschen. Sie lernen zu glauben! Mit Gott im Bunde werden sie die Kraft und die Hoffnung haben, für das Zusammenleben in aller Vielfalt und mit aller Einzigartigkeit einzustehen.


So einen Moment im Leben können wir auch Gnade nennen!



Amazing Grace

Amazing grace, How sweet the sound
That saved a wretch like me.
I once was lost, but now I am found,
Was blind, but now I see.

'Twas grace that taught my heart to fear,
And grace my fears relieved.
How precious did that grace appear
The hour I first believed.

Through many dangers, toils and snares
I have already come,
'Tis grace has brought me safe thus far
And grace will lead me home.

The Lord has promised good to me
His word my hope secures;
He will my shield and portion be,
As long as life endures.

Yea, when this flesh and heart shall fail,
And mortal life shall cease
I shall possess within the veil,
A life of joy and peace.

When we've been there ten thousand years
Bright shining as the sun,
We've no less days to sing God's praise
Than when we've first begun.


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Impuls der Woche 17.01.2021 bis 23.01.2021

Berufung in jedem Menschen


Samuel 3,3—10.19

Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich. Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! Samuel kannte den Herrn noch nicht und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört. ….. Samuel wuchs heran und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.


Es ist die Suche eines jungen Menschen, der auf seine innere Stimme hört, sie aber nicht zu deuten weiß. Samuel tauscht sich mit Eli aus, was sein inneres Gespür wohl zu bedeuten habe. Das kennt jeder und jede: bevor ich mich für einen Beruf entscheide, werde ich mich mit anderen darüber ausgetauscht haben. Die Intuition muss eins werden mit meiner Persönlichkeit. Noch mehr: Samuel stellt sein Leben in einen größeren Kontext: gesellschaftlich nennen den größeren Kontext das Gemeinwohl. Ich lebe mit anderen, um gemeinschaftliche und sichere Lebensräume zu entwickeln. Viele junge Menschen fragen heute danach: wie können wir leben, damit die Erde auch weiterhin ihre Lebensräume für das Leben der Menschen und der Geschöpfe bereitstellen kann? Was bedeutet Lebensqualität? Die Antwort vieler junger Menschen lautet: sie wollen im Gleichgewicht mit den Ressourcen der Erde leben!

 

Wir beten für den Frieden,

wir beten für die Welt,

wir beten für die Müden,

die keine Hoffnung hält,

wir beten für die Leisen,

für die kein Wort sich regt,

die Wahrheit wird erweisen,

dass Gottes Hand sie trägt.

 

Wir hoffen für das Leben,

wir hoffen für die Zeit,

für die, die nicht erleben,

dass Menschlichkeit befreit.

Wir hoffen für die Zarten,

für die mit dünner Haut,

dass sie mit uns erwarten,

wie Gott sie unterbaut.

 

Wir singen für die Liebe,

wir singen für den Mut,

damit auch wir uns üben

und unsre Hand auch tut,

was das Gewissen spiegelt,

was der Verstand uns sagt,

dass unser Wort besiegelt,

was Gott für uns gewagt.

Wir beten für die Menschen

 

Wir beten für Kinder, Männer und Frauen,

dass sie niemals verlieren das Vertrauen.

Wir bitten dich um Hilfe und Kraft

für die, die Frieden geben

Wir bitten dich um Mut

für die, die Versöhnung wagen.

 

Nun nimm Gott unser Singen

in deine gute Hut

und füge, was wir bringen,

zu Hoffnung und zu Mut.

Wir beten für Vertrauen,

wir hoffen für den Sinn.

Hilf uns die Welt zu bauen,

zu deinem Reiche hin.

Text nach Peter Spangenberg in: Suche Frieden und jage nach ihm.

Impuls der Woche 10.01.2021 - 16.01.2021

Taufe des Herrn


Gebet

Herr, gib mir heute einen neuen Himmel und eine neue Erde.

Gib mir das Staunen eines Kindes,

das in jedem Ding deinen Glanz entdeckt,

einen Abglanz deiner Herrlichkeit in allem,

was ihm entgegentritt.

Gib mir die Freude dessen, der seine ersten Schritte macht.

Gib mir das Glück dessen, für den das Leben täglich neu ist,

unbelastet und voller Erwartung.

Gib mir, dass ich alle Dinge in Christus sehe.

Mein Gott, mache aus mir einen dankbaren Menschen.

Amen.

 

Schriftlesung


Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung! Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt, und mit dem Lohn eurer Mühen, / was euch nicht satt macht? Hört auf mich, dann bekommt ihr das Beste zu essen / und könnt euch laben an fetten Speisen. Neigt euer Ohr mir zu und kommt zu mir, hört, dann werdet ihr leben. Ich will einen ewigen Bund mit euch schließen gemäß der beständigen Huld, die ich David erwies. Seht her: Ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht, zum Fürsten und Gebieter der Nationen. (Jesaja 55,1-4)

Was ist das eine schöne Grundlage für unser Christ sein! Mit der Taufe stehen wir für einen Glauben und ein Menschenbild, das mit Geld nicht zu bezahlen ist. Wir merken, was uns trägt: der Zusammenhalt. Wir spüren, Wohlstand und Wohlergehen sind mehr als Geld und Eigentum: Sicherheit, Freude an der Schöpfung und unsere Zukunft in und mit ihr, Solidarität und getragen werden in allem, was kommt. Es ist ein anderes Lied, als uns aus den schrecklichen Ereignissen in Washington entgegenkommen. Zu lange hat einer ein Lied der Zerstreuung in den Mund genommen. Das erste, was zählt: Lebensraum für alle, unterschiedlicher Herkunft und Nation.

Was Jesaja anstimmt, ist ein frohes Lied für das Jahr 2021, ein Lied der Hoffnung für Ihr Leben, für jedes Leben!

 

Glaubensbekenntnis


Ich glaube an Gott, der Musik ist und Klang,

der sein Lied summt und singt in allem, was lebt.

Ich glaube an Jesus Christus,

in dem Gott sein Liebeslied auf wunderbare Weise

in dieser Welt anstimmt und singen konnte.

Ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Liebeslied

sanft und zart, kraftvoll und feurig in dieser Welt gesungen hat.

Ich glaube an Jesus Christus,

durch den alle Töne zur Melodie werden,

der uns einlädt, mit einzustimmen in sein Lied

für Gott und die Menschen,

in das Liebeslied des Lebens,

in das Lied von Tod und Auferstehung.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

der unser Gehör schärft und hilft,

den richtigen Ton zu treffen,

dessen zarte Melodie uns einlädt,

in seinen Rhythmus einzuschwingen.

Ich glaube, dass Gott durch ihn sein Lied in uns weiter singen will.

 

 

Fürbitte für das Jahr


Ich bitte dich um ein gesegnetes Jahr,

gesundes und behütetes Leben,

um eine gute Zeit heute mit erfüllten Stunden.

Ich bitte dich um offene Augen,

die dich in allen Dingen am Werk sehen;

um Augen, die hellsichtig sind

für die Gaben, die du mir schenkst.

Ich bitte dich um offene Ohren,

die mich auch die leisen

und unausgesprochenen Bitten

meiner Mitmenschen hören lassen.

Ich bitte dich um Behutsamkeit

Im Umgang mit schwierigen Menschen.

Ich bitte dich um ein gutes Gedächtnis

Für die Sorgen anderer und für Dinge,

die ich zu tun versprochen habe.

Ich bitte dich um ein fröhliches Gesicht

Und um ein Lächeln,

das aus dem Herzen kommt.

Ich bitte dich, begegne mir auf den Wegen,

die ich heute gehen werde;

tritt mir entgegen in den Menschen,

die mich zum Leben ermutigen.

Lass mein Leben in deiner Hand ruhen,

und lass mich geborgen sein in dir. Amen.

 

Segen


Der gute Gott segne dich,

der du gebildet aus den Elementen der Erde

und von seinem göttlichen Atem belebt –

hineingelegt in die Hände der Menschen.

 

Er lasse dich Freunde finden,

die mit dir Licht und Schatten teilen,

die mit dir barmherzig sind und gerecht.

 

Er rette deine Zartheit.

 

Er schenke dir das Brot,

das du täglich brauchst,

einen Engel, der dich begleitet

über die Brücken und die Tiefen

des Lebens.

 

Er lasse dich Geschmack finden

am Wasser der Taufe

und an seinem Wort,

uns erzählt von Jesus, Gottes Sohn.

Der menschenfreundliche Gott sei mit dir,

der dich liebt und dessen Name heißt:

Gott-mit-uns,

an allen Tagen deines Lebens. Amen

Impuls der Woche 06.01.2021 - 09.01.2021

Dem Stern folgen: Wir haben den Stern gesehen

 

Gebet für den Tag

Allmächtiger, ewiger Gott,

alles Gute kommt von dir. Stärke uns im Glauben

an deine heilbringende Botschaft.

Schenke uns Augen, deinen Stern zu sehen,
und Ohren, deine Stimme zu hören.
Dann lass uns mit den Weisen das Kind finden,
das du uns geschenkt hast:
Jesus, unseren Herrn,
das Licht aller Völker.
Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

Schriftwort für den Tag

Matthäus 2,1-12

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. Er ließ alle Hohepriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden solle. Sie antworteten ihm: in Betlehem in Judäa; denn so steht es geschrieben bei dem Propheten: Du, Betlehem im Gebiet von Juda, bist keineswegs die unbedeutendste unter den führenden Städten von Juda; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der Hirt meines Volkes Israel. Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war. Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige! Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

Zwei Dinge, die bei mir Aufmerksamkeit wecken: Die drei Weisen aus dem Morgenland folgen dem Stern, folgen anderen Idealen, als es König Herodes macht. Sie suchen etwas Neues, das Neue: einen anderen Blick auf die Welt. Und als sie das neue Geschenk für die Welt entdecken, gehen sie vor diesem Kind in die Haltung der Verehrung. Das wäre es doch für diese Welt: mit einem anderen Blick und anderen Wegen den Kindern dieser Erde ein menschenwürdiges Leben zu bahnen. Dann hätten wir andere Ideen für die Flüchtlinge auf der Insel Lespos; dann hätten wir einen ständigen Blick für die Näherinnen in Bungladesch; Die Weisen folgen dem Stern!


Der Segen der Sterne

Wir blicken in das Sternenzelt

und staunen über seine Weite.

Gottes Segen durchströmt die ganze Schöpfung.

Wir blicken in das Sternenzelt

und spüren die Sehnsucht nach Weisung.

Gottes Segen durchströmt unsere Herzen und Sinne.

Wir blicken auf Christus, den Morgenstern,

und lassen uns von ihm leiten.

Gottes Segen durchströmt uns mit Freude an diesem Stern.

Gottes Segen lasse diese Freude weiter strömen

zu allen, die sich nach ihr sehnen.

Amen

Neujahr 2021 - Alles hat seine Zeit

 

Schriftwort für den Tag Kohelet 3,1-11


Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Gebären / und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreißen der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden. …. Überdies hat Gott die Ewigkeit in ihr (die Menschen) Herz hineingelegt,


Ein Schriftwort aus der Weisheitsliteratur der Bibel.


Zuversicht aus Glauben.


Wir glauben an Gott,

der das Leben erschaffen hat und es als heilig erklärt,

der sich zu uns wendet als Freund und alles mit uns teilt,

der sich vor uns stellt und uns vertritt, wenn man uns anklagt.

Er widersteht denen, die ihre Hoheit durch Gewalt behaupten;

er schenkt den Armen Würde und Freude.

Wir glauben an Jesus Christus.

Er wurde geboren mitten in unserer Armut.

Er lebte mitten unter uns und war uns in allem gleich.

Er sprach das Wort Gottes aus und hob die Gerechtigkeit aus dem Staub;

er lud uns ein auf seinem Weg und beteiligte uns an seiner Pilgerschaft.

Er beendete den Fluch der Gewalt und lehrte uns den Weg der Versöhnung.

Als der Auferstandene hält er uns fest, dass wir mit ihm leben.

Wir glauben an Gottes Heiligen Geist,

der uns Kraft gibt, der uns tröstet und uns erneuert,

der unsere Ketten löst,

unsere Augen öffnet und uns zur Liebe befreit.

Aus den Menschen aller Völker wirbt er sein Volk.

Durch Glauben, Taufe und Mahl ist er gegenwärtig in unserer Mitte.

Er beschenkt uns mit dem Zeugnis der Mütter und Väter, der Brüder und Schwestern

damit wir Mut und Zuversicht haben.

Er leitet unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Er gibt uns ein neues Lied in unseren Mund

und lässt uns morgen die Herrlichkeit Gottes schauen,

das neue Jerusalem, eine Stadt für alle Menschen,

Hoffnung für alle Welt, ohne Tränen, Leid und Geschrei.


Entnommen aus: Handreichung zur Friedensdekade 1989, - gekürzt: Bernd Hante -.

Gebete für das Jahr


Gott des Anfangs


vor mir liegt das neue Jahr
ausgebreitet
wie ein leeres weißes Papier
achtsam zeichne ich
meine ersten Linien
neue Ideen
steigen in mir auf
für das Bild des neuen Jahres


Freude und Ruhe
erfüllen mich
ich bin beschenkt
mit diesem neuen Anfang
suchend
gestaltend
achtsam
zögernd und mutig
darf ich wieder neu beginnen


aus deinen Händen
nehme ich dieses Geschenk
in deiner Liebe
darf ich vertrauend beginnen
deinen Segen erbitte ich
für alle Farben
des neuen Jahres


Amen Regina Hagmann


Allen ein farbenfrohes Neues Jahr!

Alles Impulse im Rückblick

Impuls für die Zeit zwischen den Jahren

 

zwischen den jahren



du

mein Gott

nun ist sie da

die zeit zwischen den jahren



die zeit zwischen den jahren

ist für mich

eine zeit des aufatmens

eine zeit des innehaltens

eine zeit des zurückschauens

eine zeit des dankens



ja,

voll dankbarkeit schaue ich zurück

auf das vergangene jahr



in alledem was war

durfte ich erfahren



du bist da

du bist mir nah

du hältst mich in deiner Hand

du umgibst mich mit deinem segen



dafür danke ich dir von herzen

danke dir

meinem Gott



alles

was ich erlebt und erfahren habe

trage ich voll dankbarkeit in meinem herzen

und halte es dir hin

lege alles zurück in deine barmherzigkeit



du

mein Gott

ich bitte dich

nimm du es an

und wandle es

dass es mir und anderen zum heil und segen werde

amen


Ulrike Groß – Dezember 2011

 

  

Gebet zwischen den Jahren



Der mich atmen lässt

Der mich atmen lässt

bist Du lebendiger Gott

Der mich schweigen lässt

bist Du lebendiger Gott

Der mich reden lässt

bist Du lebendiger Gott

Der mich warten lässt

bist Du lebendiger Gott

Der mich handeln lässt

bist Du lebendiger Gott

Der mich handeln lässt

bist Du lebendiger Gott

Der mich wachsen lässt

bist Du lebendiger Gott

Der mich Mensch sein lässt

bist Du lebendiger Gott

der mich atmen lässt

bist Du lebendiger Gott


Anton Rotzetter

Fest der Familie

 

Fest der Familie


Wenn wir Familiengeschichten aufrufen und erzählen, wird uns sehr bewusst, woher wir kommen. Wenn wir Glaubensgeschichte erzählen und leben, spüren wird aus welcher Kraft und Quelle, aus welchem Ursprung wir leben:

Schriftwort für den Tag 1. Johannesbrief 4,7-12

Geliebte, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe. Darin offenbarte sich die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Darin besteht die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet.

 

Segen des göttlichen Kindes

Jesus, das göttliche Kind,

das Maria im Stall geboren hat,

möge uns segnen

mit dem Licht, das die Nacht der Zukunft erhellt!

Jesus, das göttliche Kind,

das in unseren Herzen geboren ist,

möge uns segnen

mit der Wärme, die unseren Leib

und unsere Seele heilt!

Jesus, das göttliche Kind,

das jeden Morgen in uns neu erwacht,

möge uns segnen

mit dem Blick, der die Menschen nah und fern

mit Frieden erfüllt! Amen

Impuls für Weihnachten 2020

Weihnachten 2020


„Ich glaube, wir gehen einem besonders schönen Weihnachten entgegen. Gerade weil sich alles äußere Sorgen diesmal von selbst verbietet, wird es sich herausstellen, ob wir am Wesentlichen genug haben“, schrieb der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer im Dezember 1943 aus dem Gefängnis.

Ein beeindruckendes Wort aus bedrängender Situation.

Und weiter: „So wollen wir ohne Verzagtheit, vielmehr mit voller Zuversicht diesem Weihnachtsfest entgegengehen.“ – „…ob wir am Wesentlichen genug haben…“
In diesem so anderen Jahr ist uns vieles an vertrauten Formen genommen. Die Botschaft aber bleibt:

 

Schriftwort für den Tag Lukas 2,1-19

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe / und Friede auf Erden / den Menschen seines Wohlgefallens. Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

„ob wir am Wesentlichen genug haben …“ die Antwort liegt in uns. Es ist ein Fest der Familie, das ist sicher so, doch was noch viel sicherer ist: Es ist ein Fest des Glaubens.

Ich wünsche allen, dass sie spüren: Gott sucht uns auf mit seinem Lockruf:: Mensch, wo bist du? Ich hoffe jeder und jede kann die Antwort sagen: Hier bin ich!


Segen des Engels


Der Engel ruft uns zu:

Euch ist heute der Heiland geboren!

Fürchtet euch nicht,

glaubt und vertraut in die Macht der Liebe!

Gesegnet sei euer Vertrauen!

Der Engel ruft uns zu:

Euch ist heute der Heiland geboren!

Ihr seid nicht allein!

Ihr seid auch für andere da!

Gesegnet seid ihr,

die ihr wie Engel für andere seid!

Der Engel ruft uns zu:

Euch ist heute der Heiland geboren.

Die Weihnachtsbotschaft

erfülle euch mit großer Freude!

Gehet hin mit dem Segen des Christus!

Amen

 

 

Impuls der Woche 20.12.2020 bis 23.12.2020

Guter Hoffnung

Wenn Menschen guter Hoffnung sind, dann kommen Bilder wie: Ein Paar erwartet Nachwuchs; ein Mensch sieht eine große Herausforderung für sein Leben; da sieht ein Mensch Licht am Ende eines Tunnels; Da gibt es die berechtigte Hoffnung, eine Krankheit überwunden zu haben.

In diesen Tagen sind wir guter Hoffnung: Nach Weihnachten werden die ersten Menschen geimpft werden können. Es gibt eine berechtigte Hoffnung, am Ende des Tunnels der Pandemie ein Licht zu sehen.

Das Bild guter Hoffnung verbindet sich immer mit der Haltung der Erwartung und des Wartens, des aktiven Wartens. Also kann ich alle nur ermutigen, sich aktiv an der Eindämmung der Pandemie zu beteiligen, mit Einschränkungen zu leben für ein solidarisches Miteinander.

Das fängt bei jedem Menschen an!

Der Schrifttext des vierten Adventssonntags nimmt uns hinein in die Begegnung des Engels Gabriel mit Maria. Es ist kein Event, kein Familientreffen. Maria und der Engel sind allein. Und Maria fällt ihre Entscheidung allein, weil sie die größere Hoffnung für alle erkennt.

Lukas 1,26-38

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

 

Maria ist der Hoffnung Gesicht – und ich wünsche allen, der Hoffnung ihr/sein Gesicht zu geben.

Ihr seid der Hoffnung Gesicht,

den Hoffnungslosen Licht,

der Beginn einer neuen Welt.

Keine Welt, die den Himmel verspricht,

keine Zeit, die das heute vergisst,

Eine Welt, die leben lässt.

(Thomas Laubach)

Dazu lege Gott seinen Segen auf und in allen!

Impuls der Woche 13.12.2020 - 19.12.2020


Wessen Geistes Kinder sind wir

Die Pandemie verlangt uns allen viel ab. Oft ist es so, dass sich in Grenzsituationen zeigt, wessen Geistes Kind ich bin. Ich lade Sie ein, sich in der kommenden Woche einfach in den Schrifttext des Propheten Jesaja zu stellen. Was bedeutet es dann, mit dem Geist Gottes zu leben. Dieser Geist führt mich in die Verbundenheit zu der Welt, in der ich lebe. Dieser Geist Gottes führt mich hinaus aus meinem Ich in das Du. In dieser Begegnung erwacht die Sendung für das Leben. In dieser Begegnung strahlt auf der Sinn des Lebens: sich der Welt und dem Nächsten zuwenden und stellen.

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; / denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe / und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde / und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Denn ich, der Herr, liebe das Recht, / ich hasse Verbrechen und Raub. Ich bin treu und gebe ihnen den Lohn, / ich schließe mit ihnen einen ewigen Bund. Ihre Nachkommen werden bei allen Nationen bekannt sein / und ihre Kinder in allen Völkern. Jeder, der sie sieht, wird erkennen: / Das sind die Nachkommen, die der Herr gesegnet hat. Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. / Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, / er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt / und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt. Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt / und der Garten die Pflanzen hervorbringt, so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor / und Ruhm vor allen Völkern. (Jesaja 61,1-2.8-11)

Vielleicht kann Sie dieses Gebet unterstützen, sich in diese Prophetie hineinzustellen:

Gott, du bist alles in allem.

Schenke uns Kraft zum Aufstehen

gegen Gleichgültigkeit – für Aufmerksamkeit,

gegen Missmut – für die Hoffnung,

gegen Unterdrückung – für den Widerstand,

gegen Unrecht – für das Recht,

gegen Hass – für die Liebe

gegen Armut – für die Fülle,

gegen Angst – für das Vertrauen,

gegen den Tod – für das Leben.

Gott, du bist alles in allem.

Schenke uns Kraft zum Aufstehen – für das Leben. Amen

 

Segen

Gott lege seinen Segen auf dich,

damit er dich behüte.

Gott lege seinen Segen in dein Herz,

und schenke dir Hoffnung, Sehnsucht und Freude.

Gott lege seinen Segen in deine Hände,

damit sie Liebe geben und Frieden reichen.

Gott lege seinen Segen auf dich.

Impuls der Woche 06.12.2020 bis 12.12.2020

Botschaft vor System

In dieser Woche sind erste Ergebnisse der Forschungsgruppe der Universität Münster bezüglich der Missbrauchsstudie für das Bistum Münster vorgestellt worden. Die Erkenntnisse seien "nicht überraschend, aber doch erschreckend", sagte Peter Frings, Interventionsbeauftragter des Bistums Münster. Aufklärung ist nötig. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass das eigene System der Kirche geschützt wurde zu Lasten der Opfer. Es zeigt: wenn das System über die Botschaft der Bibel und ihrer Propheten gestellt wird, geht es schief.


Wie tröstlich die Texte des zweiten Advent sind. Die Gefangenschaft Israels wird nicht stabilisiert, nicht tabuisiert, sondern Gedanken und Visionen der Hoffnung ausgesprochen. Das betroffene Israel wir aufgerufen, seine Stimme zu erheben und Botin der Freude, der frohen Botschaft zu werden:


Eine Stimme ruft: / Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße / für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, / jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, / und was hüglig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, / alle Sterblichen werden sie sehen. / Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen. Eine Stimme sagte: Verkünde! / Ich fragte: Was soll ich verkünden? Alles Sterbliche ist wie das Gras / und all seine Schönheit ist wie die Blume auf dem Feld. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, / wenn der Atem des Herrn darüber weht. / Wahrhaftig, Gras ist das Volk. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, / doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit. Steig auf einen hohen Berg, / Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, / Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! / Sag den Städten in Juda: / Seht, da ist euer Gott. Seht, Gott der Herr, kommt mit Macht, / er herrscht mit starkem Arm. Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: / Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her. Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, / er sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt er auf dem Arm, / die Mutterschafe führt er behutsam. (Jesaja 40,3-11)

Welch eine Kraft und eine Energie singt aus diesem Text. Ich weiß nicht, wohin sich unsere kirchliche Struktur entwickeln wird, ob die Verantwortlichen die weisen Konsequenzen ziehen werden. Ich weiß nur: diese Botschaft der Propheten hält mich dabei, hält mich in meinem Dienst in der Kirche!


Herr Jesus Christus,

durchflute unsere Herzen mit deinem Geist und Leben.

Durchdringe unser ganzes Sein und nimm es in Besitz,

so vollständig, dass unser Leben einzig ein Ausstrahlen deines Lebens sei

Leuchte durch uns hindurch und wohne so in uns,

dass jeder, dem wir begegnen,

deine Gegenwart in unseren Herzen erspürt.

Bleibe bei uns, dann werden wir zu leuchten beginnen,

wie du leuchtest; das Licht wird ganz aus dir stammen.


Lass uns dich so preisen, wie es dir am liebsten ist,

indem wir verkünden durch unser Beispiel,

durch die aufleuchtende Fülle der Liebe zu dir,

die du in uns entzündest.  

(John Henry Newman)

Impuls der Woche 29.11.2020 - 05.12.2020

Reiß doch die Himmel auf (Prophet Jesaja)


Den Advent beginnen wir mit dem Propheten Jesaja. Wem ist nicht danach zumute, auch heute diese Bitte, reiß doch die Himmel auf auszusprechen. Wir werden weiter Rücksicht nehmen müssen, um mit der Pandemie leben zu können, um nicht unnötig Leben zu gefährden. Das dauert schon ziemlich lange …. wann wird diese Lage endlich vorbei sein? Weihnachten mit Sicherheit noch nicht, und doch sollten wir das NOCH NICHT groß schreiben.


Das geht für mich mit Gottvertrauen, mit diesem Vertrauen können wir die Augen öffnen. Wie der Prophet Jesaja unser Leben in die Beziehung zu unserem lebendigen Gott setzt:

Wie Feuer Reisig entzündet, wie Feuer Wasser zum Sieden bringt, um deinen Feinden deinen Namen bekannt zu machen, sodass die Nationen vor dir erbeben. Als du Furcht erregende Dinge tatest, die wir nicht erwarteten, stiegst du herab; vor dir erzitterten die Berge. Seit Urzeiten hat man nicht vernommen, hat man nicht gehört; kein Auge hat je einen Gott außer dir gesehen, der an dem handelt, der auf ihn harrt. Du kamst dem entgegen, der freudig Gerechtigkeit übt, denen, die auf deinen Wegen an dich denken. …. Doch nun, HERR, du bist unser Vater. Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände. (Jesaja 64,1-4.7)

Wir sind der Ton – Gott ist der Töpfer. Es ist guter Ton und es sind kreative Hände, die das Werk vollbringen. In allen liegt die Kraft und Phantasie, in einem anderen Advent einen erfüllten Advent zu empfangen. In allen liegt die Schönheit und der Reichtum, aus einem anderen Advent einen menschlichen und liebevollen Advent zu machen. In allen liegt die Hoffnung und die Erwartung, in einem anderen Advent die Menschwerdung Gottes in meinem Leben und im Miteinander zu erleben. Wir sind der Ton – Gott ist der Töpfer.


Gebet der Töpfer von Taizé


Herr,

mache mich zu einer Schale,

offen zum Nehmen,

offen zum Geben,

offen zum Beschenktwerden,

offen zum Bestohlenwerden.

Herr,

mache mich zu einer Schale für Dich,

aus der Du etwas nimmst,

in die Du etwas hineinlegen kannst.

Wirst Du bei mir etwas finden,

was Du nehmen könntest?

Bin ich wertvoll genug,

sodass Du in mich etwas hineinlegen wirst?

Herr, mache mich zu einer Schale

für meine Mitmenschen,

offen für die Liebe,

für das Schöne,

das sie verschenken wollen,

offen für ihre Sorgen und Nöte,

offen für ihre traurigen Augen

und ängstlichen Blicke,

die von mir etwas fordern.

Herr,

mache mich zu einer Schale.


Das Gebet der Töpfer von Taizé entstand
in der Töpferei der Ordensgemeinschaft unter Frère Roger.
Er gründete diese Gemeinschaft in einem kleinen Ort namens Taizé in Burgund

Impuls der Woche 22.11.2020 bis 28.11.2020

Das will ich sehen

Für das Fest Christuskönig habe ich ein Lied von Sabrina Setlur ausgesucht. Wir wissen, dass die Verheißungen der biblischen Propheten noch immer der Erfüllung entgegengehen, es ist noch soviel offen! Doch mit dieser Hoffnung bin ich unterwegs, die Hoffnung kämpft in mir, diese Hoffnung lebt in mir. Doch die Vollendung ist Er, unser Gott. Das will ich schauen.


Ich will sehen, wie sein Zelt bei den Menschen ist und er bei ihnen weilt.
Das will ich sehen.
Ich will sehen, wie sie seine Völker sind und er selbst bei ihnen ist.
Das will ich sehen.
Ich will sehen, wie Wolf und Lamm einträchtig weiden und der Löwe Stroh frisst wie ein Stier
Ich will sehen, wie kein Schaden gestiftet wird noch irgendwie
Verderben auf seinem ganzen heiligen Berg.
Das will ich sehen.
ich will sehen, wie er Kriege aufhören lässt bis an das äußerste Ende der Erde, das will ich sehen.
Ich will sehen, wie sie ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden.
Das will ich sehen. Das will ich sehen.

 

Ich will sehen, wie er jede Träne von ihren Augen abwischt und der Tod nicht mehr ist.
Ich will sehen, dass weder Trauer noch Schmerz noch Geschrei mehr sind, weil sie mit den früheren Dingen vergangen sind.
Das will ich sehen. Das will ich sehen
Ich will sehen, wie die Augen der Blinden geöffnet werden und die Ohren der Tauben aufgetan werden.
Ich will sehen, wie der Lahme klettert wie ein Hirsch und der Stumme jubelt.
Das will ich sehen. Das will ich sehen.
Ich will sehen, wie die ganze Erde mit seiner Erkenntnis erfüllt ist, wie die Wasser das ganze Meer bedecken
Ich will sehen, wie sie nicht mehr hungern und auch nicht mehr dürsten.
Das will ich sehen. Das will ich sehen.
Ich will sehen, wie die Sanftmütigen die Erde besitzen. Das will ich sehen.
Ich will sehen, wie der Gerechte aufblüht wie eine Palme.
Das will ich sehen. Das will ich sehen.

 

Ich will sehen, wie die Stunde kommt, in der alle die in den Gedächtnis-Gruften sind, seine Stimme hören und herauskommen.
Ich will sehen, wie die Gerechten selbst die Erde besitzen werden
und sie immerdar darauf wohnen werden. Das will ich sehen
Ich will sehen, wie das Meer diejenigen Toten herausgibt,
die darin sind und der Tod und der Hades diejenigen Toten herausgeben, die darin sind.
Das will ich sehen. Das will ich sehen.


Sabrina Setlur

 

Segen


Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit

Segne

Tun und Lassen

Arbeit und Ruhe

Den besonderen Tag und den Alltag

Segne uns

Mit deiner Kraft,

mit deiner Phantasie,

mit deiner Liebe

bis wir und alle anderen

heil und ganz sind

in deinem Reich.

In: Beratungsstelle für Gestaltung „Durch Umkehr und Busse werdet ihr gerettet…“
Frankfurt/M. 1995 Text: Hanne Köhler
Herausgeberin: Landesverband Evangelische Frauenhilfe

Impuls der Woche 15.11.2020 - 21.11.2020

Hinter den Nebeln wartet die Sonne


Wir merken: die Tage werden kürzer, und die Nächte länger. Wir spüren, dass wir länger mit der Pandemie zu tun haben, als uns lieb ist. Wir erkennen, dass es die einfachen Lösungen nicht mehr gibt. Und zugleich brauchen wir auch eine Hoffnung und eine Perspektive für das Morgen. Für mich enthält die biblische Welt der Propheten eine wertvolle Weisung: Hoffnungsbilder entstehen in schwierigen Zeiten des Gottesvolkes: 

Siehe, Tage kommen - Spruch des HERRN -, da schließe ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund. Er ist nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen. Diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihr Gebieter war - Spruch des HERRN. Sondern so wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe - Spruch des HERRN: Ich habe meine Weisung in ihre Mitte gegeben und werde sie auf ihr Herz schreiben. Ich werde ihnen Gott sein und sie werden mir Volk sein. Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den HERRN!, denn sie alle, vom Kleinsten bis zum Größten, werden mich erkennen - Spruch des HERRN. Denn ich vergebe ihre Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr. (Jeremia 31,31-34)

 

Ich glaube,

dass hinter den Nebeln die Sonne wartet.

Ich glaube,

dass es jenseits der dunklen Nacht Sterne regnet.

Ich rechne mit verborgenen Vulkanen

unter der unteren Welt.

Ich glaube,

dass dieses verloren gegebene Schiff

den Hafen erreichen wird.

Ich glaube

an die Ohnmacht der Liebe

und nicht an die Stärke von Waffen.

Ich glaube,

dass Frieden über die Erde ausgesät wird.

Ich glaube an die Würde des Menschen,

der geschaffen ist nach dem Bilde Gottes.


(Aus Chile)

Impuls der Woche 08.11.2020 - 14.11.2020

Imagine – der Hoffnung ein Gesicht geben

 
Imagine

John Lennon


Imagine there‘s no heaven

It‘s easy if you try

No hell below us

Above us only sky

Imagine all the people living for today

Imagine there‘s no countries

It isn‘t hard to do

Nothing to kill or die for

And no religion too

Imagine all the people living life in peace, you

You may say I‘m a dreamer

But I‘m not the only one

I hope some day you‘ll join us

And the world will be as one

Imagine no possessions

I wonder if you can

No need for greed or hunger

A brotherhood of man

Imagine all the people sharing all the world, you

You may say I‘m a dreamer

But I‘m not the only one

I hope some day you‘ll join us

And the world will live as one

 


Stell dir vor

John Lennon


Stell dir vor, es gäbe kein Himmelreich.

Es ist ganz einfach, wenn du es versuchst.

Keine Hölle unter uns,

über uns nur der Himmel.

Stell dir vor, alle Menschen leben nur für das „Heute“.

Stell dir mal vor, es gäbe keine Nationalstaaten,

es ist gar nicht so schwer.

Nichts, wofür man töten oder sterben könnte,

und auch keine Religion.

Stell dir vor, alle Menschen leben ihr Leben in Frieden.

Du magst sagen, ich sei ein Träumer,aber ich bin nicht der einzige.

Ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,

und die ganze Welt wird wie eine sein.

Stell dir vor, es gäbe keine Besitztümer mehr.

Ich frage mich, ob du das kannst.

Keinen Grund für Gier oder Hunger,

Eine Menschheit in Brüderlichkeit.

Stell dir vor, alle Menschen teilen sich die Welt.

Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,

aber ich bin nicht der einzige.

Ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein

und die ganze Welt wird wie eine leben.

 
Der Hoffnung ein Gesicht geben, dazu lade ich mit einem weiteren Lied ein:

Ihr seid der Heimat Gesicht , den Heimatlosen Licht

der Beginn einer neuen Welt.

Keine Welt, die den Himmel verspricht,

keine Zeit, die das Heute vergisst.

Eine Welt, die leben lässt.

Ihr seid der Hoffnung Gesicht, den Hoffnungslosen Licht,

der Beginn einer neuen Welt.

Keine Welt, die den Himmel verspricht,

keine Zeit, die das Heute vergisst.

Eine Welt, die leben lässt.

Ihr seid der Zukunft Gesicht, den Ahnungslosen Licht,

der Beginn einer neuen Welt.

Keine Welt, die den Himmel verspricht,

keine Zeit, die das Heute vergisst.

Eine Welt, die leben lässt.

(Text: Thomas Laubach)

 


Segen


Der Herr segne dich.

Er erfülle deine Füße mit Tanz

und deine Arme mit Kraft.

Er erfülle dein Herz mit Zärtlichkeit

und deine Augen mit Lachen.

Er erfülle deine Ohren mit Musik

und deine Nase mit Wohlgerüchen.

Er erfülle deinen Mund mit Jubel

und dein Herz mit Freude.

Er schenke dir immer neu

die Gnade der Wüste:

Stille, frische Wasser

und neue Hoffnung.

Er gebe uns allen immer neu die Kraft,

der Hoffnung ein Gesicht zu geben.

Es segne dich der Herr. (Aus Afrika)

Impuls der Woche 01.11. - 07.11.2020

Allerheiligen – die Neue Welt Gottes



In diesen Tagen werden viele Menschen die Gräber ihrer Angehörigen besuchen. Vielleicht wird aufgrund der Pandemie kein Familientreffen. Dennoch: Lichter werden als Zeichen der Verbundenheit und der Hoffnung auf die Gräber gestellt. Und das hat seinen Grund. Sie vertrauen einem Gott, der das Leben ist. So lesen wir an diesem Tag in allen Kirchen aus dem Schlusskapitel der Geheimen Offenbarung des Johannes.

Geheime Offenbarung des Johannes 21,1-6



Das Wohnen Gottes unter den Menschen


Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte sind zuverlässig und wahr! Er sagte zu mir: Sie sind geschehen. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich unentgeltlich aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt.

Diese Hoffnung richtet auf, denn sie schließt keinen aus!!

Mit dieser Hoffnung ziehen wir ins Leben. Daher lesen wir an diesem Tag auch aus den Weisungen Jesu:

Matthäus 5,1-12



Seligpreisungen

Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach:

Selig, die arm sind vor Gott; / denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig die Trauernden; / denn sie werden getröstet werden.

Selig die Sanftmütigen; / denn sie werden das Land erben.

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; / denn sie werden gesättigt werden.

Selig die Barmherzigen; / denn sie werden Erbarmen finden.

Selig, die rein sind im Herzen; / denn sie werden Gott schauen.

Selig, die Frieden stiften; / denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; / denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen.

Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt.

Mit dieser Haltung können wir Zeugnis geben für das Leben!


Wenn Segen Freude ist

wenn Freude auch Leid ist

wenn Leid Tod ist

wenn Tod das Ende ist

wenn das Ende der Anfang ist

wenn der Anfang Gottes Geschenk ist

wenn Gottes Geschenk die Ewigkeit ist

dann wünsche ich Dir viel von Gottes Segen.

(Kurt Weigel)

Impuls der Woche 25.10.2020 bis 31.10.2020

30 Jahre deutsche Einheit – Courage, Ringen, Widerstand und Familiengeschichte junger Menschen

In diesen Wochen werden viele Filmproduktionen im Fernsehen gezeigt, die sich mit den Folgen des zweiten Weltkrieges und der deutschen Spaltung in Ost und West befassen. Sie versuchen deutsche Geschichte darzustellen und aufzuarbeiten. Ein sehr gelungener Film ist:

Das schweigende Klassenzimmer

DDR, Herbst 1956: Die Abiturienten Theo und Kurt sehen im Kino die "Wochenschau"-Bilder des Ungarn-Aufstandes. Der verzweifelte Kampf der jungen Menschen um Demokratie berührt Kurt. Über den Westrundfunk erfahren die beiden mehr über den Aufstand und diskutieren die Ereignisse mit ihren Klassenkameraden. Als im RIAS zu Schweigeminuten für die Opfer aufgerufen wird, sind sie begeistert von der Idee, ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Doch es gibt auch Gegenstimmen. Insbesondere Erik folgt der DDR-Deutung der Vorgänge in Ungarn als Konterrevolution. Schließlich wird abgestimmt – die Mehrheit ist für die Geste der Solidarität. Im Geschichtsunterricht schweigt die ganze Klasse eine Minute lang. Der Fachlehrer ist empört und beschwert sich bei Direktor Schwarz. Der will die Sache zunächst kleinhalten und versucht, den Vorfall als Dummejungenstreich zu verkaufen. Doch Lehrer Ringel, der gleichzeitig als FDJ-Sekretär arbeitet, verlangt nach einer konsequenten politischen Klärung. Schwarz lädt Theo zu sich ein und macht ihm klar, dass man sich wegen möglicher Konsequenzen eine Ausrede überlegen müsse. Diesen Gedanken trägt Theo in die Gruppe. Kurt ist empört. Eine Ausrede wäre aus seiner Sicht ein Verrat an den Ungarn. Auch Lena, Theos Freundin, versteht diesen nicht. Eine durch ihren Mitschüler Edgar vermittelte neuerliche Abstimmung ergibt dennoch eine Mehrheit für die Ausrede. Man habe angeblich nicht mehr gewollt, als des ungarischen Fußball-Nationalspielers Ferenc Puskás zu gedenken, der unter den Toten des Aufstandes sein soll. Wieder halten sich alle an das Votum. Auch Erik als Fußballfan stimmt dem Kompromiss zu. Doch die Erklärung reicht der Kreisparteileitung nicht, Kreisschulrätin Kessler nimmt die Ermittlungen auf.
Die Klassengemeinschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Die Schüler werden einzeln verhört, gegeneinander ausgespielt und bedroht. Der Konflikt wird in die Elternhäuser getragen. Hier herrscht Angst, und die Kinder werden angehalten, klein beizugeben, um das Abitur nicht zu gefährden. Schließlich steht Volksbildungsminister Lange höchstpersönlich bei ihnen im Klassenzimmer und spricht ein Ultimatum aus. Wenn nicht bis kurz vor Weihnachten das Schweigen gebrochen und der Anstifter benannt ist, wird die Klasse aufgelöst. Die Verhörmethoden werden immer perfider. Erik hält dem Druck nicht stand und verrät Edgar. Beim Rest der Gruppe dagegen erhöht der äußere Druck die innere Solidarität. Niemand ist bereit, des eigenen Vorteils willen einen Rädelsführer zu verraten. Ohnmächtig vor Wut schließen daraufhin die Funktionäre die ganze Klasse vom Abitur aus. Damit stehen die jungen Menschen und ihre Familien vor einer folgenschweren Entscheidung. (aus: ZDF Mediathek)
Diese Geschichte hat historischen Ursprung. Bis auf vier Schüler werden alle die DDR verlassen und machen ihr Abitur in der BRD. Sie verlassen damit auch ihre Familie mit der Konsequenz, ihre Eltern und Geschwister nicht wiederzusehen.

Eric, Theo und Kurt haben eine Familiengeschichte, für die sie nichts können. Der Film zeigt allmählich eine Aufklärung, die für alle drei bitter ist. Die drei Familien verkörpern deutsche Vergangenheit. Die deutsche Vergangenheit kann viele Familie betreffen, auch wenn es für die jüngere Generation weit weg ist. Es liegt daran, für Werte von Freiheit und Demokratie und Partizipation einzustehen.

In der Klasse wächst bei aller Ambivalenz des eigenen Verhaltens die Solidarität untereinander. Als sie Theo von der Schule verweisen wollen, bekunden alle, mit Theo in einem Boot zu bleiben. Sie stehen auf und sind standhaft. Das hat seinen Preis: alle werden der Schule verwiesen. Solidarität kostet – hier im Film die eigene Zukunft. Und es ist bis heute so, Gemeinwohlorientierung und Solidarität erfordern den persönlichen Einsatz. Er braucht eine ordentliche Portion Zivilcourage.

Die Weltanschauungen der jungen Menschen sind im Film unterschiedlich. Und doch finden sie zusammen und stehen ein für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie. Auch heute sind Lebensentwürfe unterschiedlich. Und wir müssen immer wieder danach fragen, suchen und miteinander ringen, was unsere gemeinsamen Grundlagen und Werte sind. Das ist ja ein Bildungsauftrag der LVHS. Mit christlicher Perspektive wünsche ich allen mit dem Segen ein gutes Wirken:


Komm, Herr segne uns, dass wir uns nicht trennen,

sondern überall uns zu dir bekennen.

Nie sind wir allein, stets sind wir die deinen.

Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

Keiner kann allein Segen sich bewahren.

Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.

Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,

schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.

Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden,

wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.

Hilf das wir ihn tun, wo wir ihn erspähen,

die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.

Dieter Trautwein

Impuls der Woche 18.10.2020 bis 24.10.2020

30 Jahre deutsche Einheit – Mit meinem Gott überspringe ich Mauern

Für mich werden Erinnerungen wach, an das Jahr 1989. Im März 1989 war ich Diakon und ich bin mit dem Kaplan der Gemeinde nach Berlin gefahren, in den Westen und in den Osten. Auftrag: Pax Christi trifft Aktion Sühnezeichen. Durch viele Kontrollen, lange Wartezeiten, dann waren wir in Westberlin. Auch die Grenzüberschreitung zwischen West- und Ostberlin verlief mit strengen Kontrollen, doch wir waren unbeschadet in Ostberlin angekommen. Dort trafen wir Vertreter von Aktion Sühnezeichen, auf der Straße. Wie? Keine Gastfreundschaft? Doch! Alle waren vorsichtig, weil keiner wusste, ob es nicht doch Wanzen in den Räumen von Aktion Sühnezeichen gab. Mir wurde bewusst, wie wenig Freiheit für freie Kommunikation und Verständigung es in der DDR gab. Und doch war die Sehnsucht nach Freiheit in jedem Atemzug des Gesprächs zu spüren. Acht Monate später saß ich mit Tränen in den Augen vor dem Fernseher, wurden doch am 9. November die Grenzen geöffnet: Tag des Mauerfalls: Es waren Tränen der Freude. Weihnachten 1989 hatten wir in der Pfarrei Übersiedler zu einem Weihnachtsessen eingeladen. Ich war glücklich, das Essen für das gemeinsame Leben in einem geeinten Deutschland symbolhaft bereitet zu haben. Und zugleich merkte ich: wir kamen aus zwei Welten, es braucht Zeit. Auf der Weihekarte zur Priesterweihe im Jahr 1990: das Bild des Mauerfalls mit dem Spruch „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“. Das prägt mich bis heute. Dieser Vers ist aus dem Psalm 18. Thomas Laubach hat ihn in einem Lied in unsere Sprache gebracht:


Refrain:

Mit dir überspringe ich Mauern,
mit dir schwimm ich gegen den Strom.
Mit dir wag ich einen Anfang,
mit dir mach ich mich auf den Weg.


1. Du bist im Untergang mein Rettungsboot,
du bist der Stachel im Fleisch.
Du lässt mich nicht los,
du bist mein letzter Halt.


2. Du bist die Wurzel des Glücks, vertreibst den Tod,
du der Lebenstrieb.
Du gibst mich nicht auf,
du bist mein grüner Zweig.


3. Du bist im alten Trott mein Neubeginn,
du bist ein Sinn, der heilt.
Du stehst mit mir auf,
du bist mein erster Schritt.


In Leipzig hatten sich zuvor viele Christen jeden Montag in der Christuskirche versammelt. Sie hatten einen langen Atem. Sie hatten es gemeinsam mit ihrem Gott gewagt.


Ich will es nicht nur mit meinem Gott tun, dazu braucht es viele Weggefährten!

Impuls der Woche 04.10.2020 bis 17.10.2020

Gedanken zum Erntedankfest: Was nährt den Zusammenhalt?

(Grundlage Lukas 10,1-9, Hebräerbrief 3)

Erntezeit – da müssen viele Kräfte zusammenspielen, damit wir die Ernte einfahren und verarbeiten können. Das wissen die Bauern und Bäuerinnen zu gut. Dazu braucht es viele Hände. So werden Arbeiter für Ernte und Verarbeitung angeworben. Die Rede Jesu an die 72 Jünger und Jüngerinnen ist aus dem Alltag gegriffen.

Die Ernte ist groß, es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!

Die Gesandten nehmen nicht viel mit auf den Weg, doch überall wo sie sich einsetzen, sollen sie auch genug bekommen, sie sind des Lohnes wert. Auch eine Erfahrung aus dem Alltag.

Wir sagen Dank an alle, die mit ihre Hände Arbeit, unsere Ernährung sicherstellen. Und sie haben alle ein Recht auf ausreichenden Lohn: angefangen bei den Bauern und Bäuerinnen bis hin zu allen, die in der Ernte-, Verarbeitung- und Ernährungskette arbeiten.

Jesus hat eine Ernte im Blick, die im Kontext des Reiches Gottes steht und uns den Frieden bringt. In jedem Haus soll der der Friede einkehren mit der Perspektive: Das Reich Gottes ist euch nahe!

Wir brauchen viele Arbeiter und Arbeiterinnen, die mit diesem Grundverständnis des Lebens unterwegs sind.

Wir wissen, dass viele Menschen und einige Organisationen und Parteien in einigen Teilen der sozialen Medien und teilweise auf den Straßen, ein anderes Grundprinzip vertreten. Sie wollen spalten statt verbinden.

Deshalb möchte ich heute am Erntedank Dank allen gesellschaftlichen Kräfte und Menschen sagen, die sich das Grundverständnis Jesu zu eigen machen. Gute Nachrichten gehören in die Öffentlichkeit.

Was nährt den Zusammenhalt?

Es sind Zeugnisse, die das Gemeinsame suchen, die ihr Leben immer als Lernort des Glaubens und der Entwicklung des persönlichen Lebens verstehen. Sie haben daran gearbeitet, dass der Friede in ihrem Herzen triumphieren kann. Der Kolosserbrief beschreibt dazu einige Grundübungen für den Alltag, damit Wachstum und Ernte möglich werden: Bekleidet euch also, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist!

Das sind Weisungen, die sind alltagstauglich! Ein Leben ohne Auseinandersetzung und Verständigung gibt es nicht. Doch das Wichtigste ist, den Zusammenhalt zu suchen.

 

Zeugen gesucht

Gefragt sind Frauen und Männer,

die überzeugen,

weil sie überzeugt sind von dem,

was sie verkünden.

Gefragt sind Menschen,

die ausstrahlen,

was sie sagen und verkörpern,

wovon sie reden,

die einfach glaubwürdig sind.

 

Zeugen gesucht,

Gefragt sind Frauen und Männer,

die Zeugnis geben

von der Hoffnung, die sie trägt,

vom Vertrauen, das sie prägt,

von der Sehnsucht, die sie bewegt,

von Gott, der zu uns steht.

So bleibt Gottes schöpferischer Geist

am Werk in und durch uns Menschen.


Dank allen, die die Courage haben, ihr Zeugnis einander zu schenken. Und mit allem danke ich Gott, dem Vater, dem Schöpfer allen Lebens und allem Friedens.

 

 

Impuls der Woche 27.09.2020 bis 03.10.2020

Ein Bild vom Frieden

Es war einmal ein König, der schrieb einen Preis im ganzen Land aus: Er lud alle Künstlerinnen und Künstler dazu ein, den Frieden zu malen und das beste Bild sollte eine hohe Belohnung bekommen.

Alle Malerinnen und Maler im Land machten sich eifrig an die Arbeit und brachten dem König ihre Bilder. Von allen Bildern, die gemalt wurden, gefielen dem König zwei am besten. Zwischen denen musste er sich nun entscheiden.

Das erste war ein perfektes Abbild eines ruhigen Sees. Im See spiegelten sich die malerischen Berge, die den See umrandeten und man konnte jede kleine Wolke im Wasser wiederfinden. Jeder, der das Bild sah, dachte sofort an den Frieden.

Das zweite Bild war ganz anders. Auch hier waren Berge zu sehen, aber diese waren zerklüftet, rau und kahl. Am düsteren grauen Himmel über den Bergen jagten sich wütende Wolkenberge und man konnte den Regen fallen sehen, den Blitz aufzucken und auch fast schon den Donner krachen hören. An einem der Berge stürzte ein tosender Wasserfall in die Tiefe, der Bäume, Geröll und kleine Tiere mit sich riss. Keiner, der dieses Bild sah, verstand, wieso es hier um Frieden gehen sollte.

Doch der König sah hinter dem Wasserfall einen winzigen Busch, der auf der zerklüfteten Felswand wuchs. In diesem kleinen Busch hatte ein Vogel sein Nest gebaut. Dort in dem wütenden Unwetter an diesem unwirtlichen Ort saß der Muttervogel auf seinem Nest – in perfektem Frieden.

Welches Bild gewann den Preis?

Der König wählte das zweite Bild und begründete das so: „Lasst Euch nicht von schönen Bildern in die Irre führen: Frieden braucht es nicht dort, wo es keine Probleme und keine Kämpfe gibt. Wirklicher Frieden bringt Hoffnung, und heißt vor allem, auch unter schwierigsten Umständen und größten Herausforderungen, ruhig und friedlich im eigenen Herzen zu bleiben.“

Verfasser unbekannt

 

 

Segen für die Woche

Gott
du quelle des lebens
du atem unserer sehnsucht
du urgrund allen seins
segne uns
mit dem licht deiner gegenwart
das unsere fragen durchglüht
und unseren ängsten standhält.

 

segne uns
damit wir ein segen sind
und mit zärtlichen Händen
und einem hörenden herzen
mit offenen augen
und mutigen Schritten
dem frieden den weg bereiten

 

segne uns
dass wir einander segnen
und stärken
und hoffen lehren
wider alle hoffnung
weil du unserem hoffen
flügel schenkst.

(Katja Süß, in: M. Schmeisser, Gesegneter Weg 1997, 79)

 

Impuls der Woche 20.09.2020 bis 26.09.2020

Gelassenheit – eine Tugend, die leben lässt

In der vergangenen Woche 8 Tage auf dem Jakobsweg. Nicht allein. Doch die Wegstrecken durch das Sauerland hatten ihre Anforderungen. Entschleunigung, weil wir zu Fuß unterwegs waren. Anstrengung, weil wir so manchen Höhenmeter zurück gelegt haben. Jeder und jede musste seinen und ihren Rhythmus finden. Es war eine richtige Einübung in die Gelassenheit, am Abend gemeinschaftlich das Ziel erreicht zu haben. Jeder Tag und jede Stunde zählte! Ein Leben im Heute.

 
 
Dekalog der Gelassenheit
Nur für heute
werde ich mich bemühen,
den Tag zu erleben,
ohne das Problem
meines Lebens
auf einmal lösen
zu wollen.

Nur für heute
werde ich mich
den Gegebenheiten anpassen,
ohne zu verlangen,
dass sich die Gegebenheiten
an meine Wünsche anpassen.

Nur für heute
werde ich etwas tun,
wozu ich eigentlich
keine Lust habe.

Nur für heute
werde ich
nicht danach streben,
die anderen zu kritisieren
oder zu verbessern –
nur mich selbst.

Nur für heute
werde ich in der Gewissheit
glücklich sein,
dass ich für das Glück
geschaffen bin.

Nur für heute
werde ich
eine gute Tat vollbringen.

Nur für heute
werde ich zehn Minuten
meiner Zeit
einem guten Buch widmen.

Nur für heute
werde ich
keine Angst haben.

Nur für heute
werde ich ein genaues
Programm aufstellen.
Vielleicht halte ich mich
nicht genau daran,
aber ich werde es aufsetzen.
Und ich werde mich
vor zwei Übeln hüten:
vor der Hetze und
der Unentschlossenheit.

Nur für heute
werde ich glauben –
selbst wenn die Umstände
das Gegenteil zeigen sollten –,
dass Gott für mich da ist,
als gäbe es sonst
niemanden in der Welt.
Ich will mich nicht entmutigen
lassen durch den Gedanken,
ich müsste dies alles
mein ganzes Leben lang
durchhalten.

Heute ist es mir gegeben,
das Gute während
zwölf Stunden zu wirken.

Angelo Giuseppe Roncalli, Papst Johannes XXIII.

Impuls der Woche 13.09.20 bis 19.09.20

Eine große Bitte an Europa: Nicht Grenzen, sondern Menschen schützen


Die Flüchtlinge auf der griechischen Insel haben endlich wieder die Aufmerksamkeit. Dazu braucht es, dass das Flüchtlingscamp in Flammen steht.

„Was ist mit dir los, humanistisches Europa, du Verfechterin der Menschenrechte, der Demokratie und der Freiheit? Was ist mit dir los, Europa, du Heimat von Dichtern, Philosophen, Künstlern, Musikern, Literaten? Was ist mit dir los, Europa, du Mutter von Völkern und Nationen, Mutter großer Männer und Frauen, die die Würde ihrer Brüder und Schwestern zu verteidigen und dafür ihr Leben hinzugeben wussten?“ (Rede Pappst Franziskus 6.05.2026)

Ich hoffe auf „ein Europa, dem es fern liegt, Räume zu schützen, sondern das zu einer Mutter wird, die Prozesse hervorbringt (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 223)“ (Rede Papst Franziskus 6.05.2026), und Heimat und Menschlichkeit bietet für die Kinder dieser Erde.
Ein Europa, das seine Verantwortung vergießt, das seine Nationalstaatlichkeit höher bewertet als die Haltung der Humanität verliert auch seine Autorität und verspielt die Errungenschaft unserer Väter und Mütter.


Deshalb dieses Gebet:

Vater der Menschheit,

Herr der Geschichte,
 
Sieh auf diesen Kontinent,


dem du die Philosophen, die Gesetzgeber und die Weisen gesandt hast,

Vorläufer des Glaubens an deinen Sohn, der gestorben und wieder auferstanden ist.

Sieh auf diese Völker, denen das Evangelium verkündet wurde,

durch Petrus und durch Paulus,

durch die Propheten, durch die Mönche und die Heiligen.

Sieh auf diese Regionen,

getränkt mit dem Blut der Märtyrer,

berührt durch die Stimme der Reformatoren.

Sieh auf diese Völker, durch vielerlei Bande miteinander verbunden,

und getrennt durch den Hass und den Krieg.

 

Gib uns, dass wir uns einsetzen

für ein Europa des Geistes,

das nicht nur auf wirtschaftlichen Verträgen gegründet ist,

sondern auch auf menschlichen und ewigen Werten:

Ein Europa, fähig zur Versöhnung,

zwischen Völkern und Kirchen,

bereit um den Fremden aufzunehmen,

respektvoll gegenüber jedweder Würde.


 
Gib uns, dass wir voll Vertrauen unsere Aufgabe annehmen,

jenes Bündnis zwischen den Völkern zu unterstützen und zu fördern,

durch das allen Kontinenten zuteil werden soll

die Gerechtigkeit und das Brot,

die Freiheit und der Frieden.



AMEN


 
1 Mai 2005
Carlo Maria Cardinal MARTINI (1927-2012)

 

 

Impuls der Woche 06.09.2020 bis 12.09.2020

verbindungswege

verbindungswege
finden
finden wollen

auf ihnen
gehen
hin und her

trampelpfade
entstehen

verbindung
geschieht

zwischen
zwei
verschiedenen

Mechthild Wand, www.medebach.ch

Diese Haltung wünsche ich jedem Menschen für jeden Tag, für jede Woche.

Impuls der Woche 23.08.2020 bis 29.08.2020

Freude und Hoffnung, Trauer und Angst...

Am Dienstag, 18.08.2020, hatten wir den Abschluss eines Dialogprozesses über ein gesellschaftliches Leitbild für die Landwirtschaft in der LVHS Freckenhorst.

Unsere Fragestellung: Wie halten wir gesellschaftliche Interessen und Landwirtschaft zusammen. Und dazu gehörte es für uns, dem Pastoralkonzept des Zweiten Vatikanischen Konzils gerecht zu werden. Sozusagen es in die Konkretion für gesellschaftlich Prozesse zu bringen.

Wir haben über ein Jahr lang mit den Protagonisten in der Wertschöpfungskette ihre Perspektiven, ihre Freude und Hoffnung, ihre Trauer und Angst eingebunden. Das hat verbunden!!

Dieser Prozess ist für mich ein Bild für den Auftrag der Kirche und eines jeden Christen, einer jeden Christin, gesellschaftliche Brücken mit Freude und Hoffnung, Trauer und Angst zu bauen. Wenn ich mich selbst mit dieser Haltung einbringe, lässt sich etwas bewegen.

Es ist eine Bewegung, die Hoffnungen und Ängste ernst nimmt, und nicht instrumentalisiert für spezielle und eigene Interessen.

Es geht um das Gemeinwohl!


Als Meditation und Anregung zur eigenen Haltung nun der folgende Text:

Freude und Hoffnung, Trauer und Angst...

»Freude und Hoffnung, Trauer und Angst
der Menschen von heute, besonders der Armen
und Bedrängten aller Art, sind auch
Freude und Hoffnung, Trauer und Angst
der Jünger Christi. Und es gibt nichts
wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen
seinen Widerhall fände.«
Mit diesem schönen Wort begann vor dreißig Jahren
einer der wichtigsten Konzilstexte.

Ich will nicht die Kirchenleitung anklagen,
wie weit sie seitdem dies Papier übersetzt hat
in gelebte Praxis. Auch die Christen an der Basis
in den kritischen Gruppen will ich nicht
beim Wort nehmen. Aber mich selbst.

Wie buchstabiere denn ich das:
»Freude und Hoffnung, Trauer und Angst«?
Worüber freuen sich denn wohl die Sekretärin
und der Postbote? Worauf hoffen die Kassiererin
bei Aldi und mein Nachbarkollege? Worüber
sind ein Kommunionkind traurig und ein Sozialarbeiter?
Wovor haben eine Rentnerin Angst, ein junger Tamile,
mein Freund?

Und was ist mit den »Armen und Bedrängten«, die ich
kenne: der depressive Klient, der Bettler an der Haustür,
der Rollstuhlfahrer, die verlassene Frau mit
ihren zwei Kindern, der schwule Organist?

Ist deren »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst«
auch die meine? Oder — wenn nicht — gehöre ich
dann nicht zu den Jüngern Christi?

Aus: Hermann Josef Coenen, Freiheit, die ich meine. Patmos Veralg, Düsseldorf 1995.

Impuls der Woche 16.08.2020 bis 22.08.2020

Maria hat viele Namen

Für die Stadt Warendorf gehört die Feier des festes Maria Himmelfahrt zur festen Tradition, wie das Fest gefeiert wird, zeigt ein hohes Kulturgut.

In diesem Jahr wird vieles davon nicht umgesetzt werden können. Doch das Fest wird gefeiert, etwas anders. Alle freuen sich, wenn es im nächsten Jahr wieder mit allem kulturellen Reichtum gefeiert werden kann.

Das Fest ist aus sich heraus schon ein Reichtum. Maria findet mit ihrem Leben eine Vollendung in dem, von dem her sie gelebt hat: der Schöpfer allen Lebens.

So wird ihr Lobgesang, das Magnificat, vollendet:

„Da sagte Maria:

Meine Seele preist die Größe des Herrn /

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

(Lukas 1,46-55)



Sie ist eine Prophetin der Zukunft, die ihr nicht gehört!

Viele Frauen und Männer nach ihr, haben sich dieses Lied zu eigen gemacht, um die gleiche Würde aller Menschen zu verkörpern und nach Gerechtigkeit für alle zu streben. Diese Prophet*innen wissen, dass sie sich einbinden in eine Geschichte, die andere fortschreiben.

Wenn ich mir das zu eigen machen, dann habe ich eine Grundlage, eine Kraft, die nicht nur von den Erfolgen lebt. Doch ich binde mich ein in eine große Hoffnung für alle Menschen. Von daher kann ich bestimmte Positionen in unserer Gesellschaft und in anderen Ländern nicht unterstützen, ja ich muss mich von ihnen abgrenzen. Ich binde mich ein in Gottes Welt, und diesen Gott kann ich nicht für Interessen verzwecken. Nicht kirchlich, nicht gesellschaftlich. Zugleich kann ich den Geist aufnehmen, der darin weht: Die Erde ist ein Lebensort für alle Völker, Religionen und jeden Menschen!!

Propheten der Zukunft

Manchmal ist es gut, etwas Abstand zu nehmen und zurückzublicken.

Das Reich Gottes zu verwirklichen, übersteigt nicht nur unsere Kräfte, auch unseren Blicken ist es verborgen.

Im Laufe unseres Lebens ist unser Beitrag zu diesem wunderbaren nur klein.

Nichts von dem, was wir tun, ist vollendet; anders ausgedrückt, bedeutet dies: das Reich Gottes ist außerhalb unserer Reichweite.

Das ist das Wesen des Menschseins.

Wir sähen Saatkörner aus, die eines Tages wachsen werden. Die Saatkeimlinge bewässern wir in dem Wissen, dass sie die Versprechen der Zukunft in sich tragen.

Wir legen Grundmauern, die noch hochgezogen werden müssen.

Wir sind der Sauerteig, dessen Wirkung unsere Möglichkeiten weit übersteigen wird.

Wir können nicht alles tun, – das zu begreifen, gibt uns ein Gefühl der Befreiung.

Dies gibt uns die Möglichkeit, etwas zu tun – und es gut zu tun.

Vielleicht wird nicht alles fertig, aber es ist ein Anfang, ein weiterer Schritt auf dem Weg, eine
Gelegenheit, Gottes Gnade hereinzulassen, um das Werk zu vollenden.

Vermutlich werden wir nie das Endergebnis zu sehen bekommen, aber das ist der Unterschied
zwischen Meister, Handwerker und Handlanger.

Wir sind die Handlanger, nicht die Handwerksmeister,
wir sind die Diener, nicht der Messias.

Wir sind die Propheten einer Zukunft, die uns nicht gehört.

(Mgr. Oscar Romero – WBCA)

Impuls der Woche 09.08.20 bis 15.8.20

SOMMERSEGEN SONNE, REGEN UND ERDE

Segen sei mit dir, der Segen strahlenden Lichtes,
Licht um dich her und innen in deinem Herzen.
Sonnenschein leuchte dir und erwärme dein Herz,
bis es zu glühen beginnt wie ein großes Torffeuer –
und der Fremde tritt näher, um sich daran zu wärmen.

Aus deinem Augen strahle gesegnetes Licht,
wie zwei Kerzen in den Fenstern eines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen vor der stürmischen Nacht.

Wen du auch triffst, wenn du über die Straße gehst –
ein freundlicher Blick von dir möge ihn treffen.

Und der gesegnete Regen,
der köstliche, sanfte Regen
ströme auf dich herab.

Die kleinen Blumen mögen zu blühen beginnen,
und ihren köstlichen Duft ausbreiten, wo immer du gehst.

Der Segen der Erde,
der guten, der reichen Erde sei für dich da.
Weich sei die Erde dir, wenn du auf ihr ruhst,
müde am Ende des Tages,
und leicht ruhe die Erde auf dir am Ende des Lebens,
dass du sie schnell abschütteln kannst –
und auf und davon auf deinem Wege zu Gott.

Irischer Reisesegen

Impuls der Woche 02.08.2020 bis 08.08.2020

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch denselben Geist,
die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln,

einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft, einem anderen - immer in dem einen Geist - die Gabe,
Krankheiten zu heilen,

einem anderen Kräfte, Machttaten zu wirken, einem anderen prophetisches Reden, einem anderen die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem anderen verschiedene Arten von Zungenrede, einem anderen schließlich die Gabe, sie zu übersetzen.

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.

(nach 1. Korinther 12)

Impuls der Woche 26.07.2020 bis 01.08.2020

Was meine Kirche ausblendet …

Die letzte Instruktion aus Rom scheint die Bedürfnisse und Anforderung einer veränderten Welt und Kirche nicht zu brauchen, bzw. diese werden einfach ausgeblendet.

Schaue ich auf das II.Vat. Konzil: In der Kirchenkonstitution Lumen gentium wird im ersten Kapitel der Auftrag der Kirche beschrieben. Sie ist Werkzeug Gottes, sie weist auf seine Wirklichkeit der Liebe zu allen Menschen hin. Sie hat den Auftrag, Gottes Heil der Welt sichtbar und glaubbar dazustellen in Verkündigung, in der Feier des Glaubens und in gelebter Nächstenliebe. Im zweiten Kapitel wird angezeigt, wer diesen Auftrag bezeugt: es ist das Bild des Volkes Gottes, das das gemeinsame Priestertum aller Getauften als Merkmal aufweist. Es ist ein Perspektivwechsel. Erst im dritten Kapitel kommt das Amt in den Blick. Und da geht es zunächst um das Bischofsamt. Das Kollegium der Bischöfe führt zusammen mit dem Papst die ‚Leitungs- und Lehrgewalt‘ aus. Wie die Idee der kollegialen Leitung genau aussehen kann, beschreibt das Dokument nicht. Hier ist anscheinend in den Jahren nach dem Konzil nicht gearbeitet worden.

Festzuhalten ist: Es geht zunächst um den Auftrag und Inhalt der Kirche

Wer diesen Auftrag ausführt und darstellt ist das Volk Gottes

Erst im dritten Kapitel werden die Dienste beschrieben, die dem Volk zugeordnet sind. Die Dienste haben deshalb den Sinn, Wesen und Gestalt der Kirche zu unterstützen und mit abzubilden.

Und dann geht es primär um die Gestaltung und die Praxis des Bischofsamtes. Dass hier nicht immer alle gleicher Meinung sind, ist verständlich. Dass Bischöfe jedoch ihre Gestaltungsmöglichkeiten an Rom abgeben, ist schon befremdlich.

Die Pastoralkonstitution Gaudium et spes beschreibt den Auftrag und die Kraft der Kirche für diese Welt: Trauer und Hoffnung, Freude und Leid der Menschen dieser Zeit, sind Trauer und Hoffnung, Freude und Leid der Jünger*innen Jesus Christi. In der Zeit der Pandemie hat die Kirche in Deutschland deutlich gemerkt, dass sie gesellschaftlich nicht von beeindruckender Bedeutung ist. Die Lifestreams der Gottesdienste ohne Volk waren eher ein Hilferuf der Kirche: Wir sind auch noch da! Das ist nicht der Grundgedanke von Gaudium et spes.

Festzuhalten ist:

Die Frage nach den Ämtern scheint wichtiger zu sein als der Auftrag, den die Kirche für die Welt hat

damit wird die Struktur wichtiger als das Herz

Psychologisch würden wir bei einem Menschen es so beschreiben: es ist ein entpersönlichter Mensch.

Und eine entpersönlichte Kirche braucht die Welt nicht, oder anders gesagt: sie kann mit ihr nichts mehr anfangen.

Und das ist sehr bitter für alle engagierten Christen und Laien in unseren Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen.

 

Glaubensbekenntnis zum Heiligen Geist


Ich glaube an den Heiligen Geist

Ich glaube, dass er meine Vorurteile abbauen kann.

Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.

Ich glaube, dass er meine Gleichgültigkeit überwinden kann.

Ich glaube, dass er mir Fantasie zur Liebe geben kann.

Ich glaube, dass er mir Warnung vor dem Bösen geben kann.

Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.

Ich glaube, dass er meine Traurigkeit besiegen kann.

Ich glaube, dass er mir Liebe zu Gottes Wort geben kann.

Ich glaube, dass er mir Minderwertigkeitsgefühle nehmen kann.

Ich glaube, dass er mir Kraft in meinem Leiden geben kann.

Ich glaube, dass er mir Mitmenschen an die Seite geben kann.

Ich glaube, dass er mein Wesen durchdringen kann

(Karl Rahner)

Impuls der Woche vom 19.07.2020 bis 25.07.2020

Zuversicht aus Glauben
Gestern habe ich eine Brasilianerin beerdigt, die lange an Krebs gelitten hat. In ihrer Krankheit hatte sie auf das Leben geschaut und jeden Tag intensiv gelebt. Das war nicht erst eine Haltung während ihrer Krankheit, sondern das war die Linie in ihrem Leben. Sie hatte auf das Leben geschaut und wie junge Menschen aus einfachsten Verhältnissen in Brasilien ertüchtigt werden, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Ihr war es wichtig, eine Gesellschaft zusammenzuführen, Menschen gleiche Bedingungen für die Entfaltung des Lebens zu ermöglichen. Das war ein anderes Programm als es führende Verantwortliche dieser Welt tun. Sie hatte für ihre Stärke, Klarheit und Beharrlichkeit einen Anker. Daher an diesem Sonntag das Credo: Zuversicht aus Glauben. Und mit dieser Zuversicht hoffe ich auf den Atem Gottes, für den Frieden und die gleiche Würde aller Menschen entschieden zu leben.

Wir glauben an Gott,
der das Leben erschaffen hat und es als heilig erklärt,
der sich zu uns wendet als Freund und alles mit uns teilt,
der sich vor uns stellt und uns vertritt,
wenn man uns anklagt.
Er widersteht denen, die ihre Hoheit durch Gewalt behaupten;
er schenkt den Armen Würde und Freude.

Wir glauben an Jesus Christus.
Er wurde geboren mitten in unserer Armut.
Er lebte mitten unter uns und war uns in allem gleich.
Er sprach das Wort Gottes aus und hob die Gerechtigkeit aus dem Staub;
er lud uns ein auf seinem Weg und beteiligte uns an seiner Pilgerschaft,
um Menschen zu heilen und ihnen das Evangelium zu sagen.
Unsere Krankheit, unseren Tod und unsere Sünde hat er getragen;
Er beendete den Fluch der Gewalt und lehrte uns den Weg der Versöhnung.
Als der Auferstandene hält er uns fest,
dass wir mit ihm leben,
wie er in ewiger Freude lebt in der Gemeinschaft des Vaters und des Geistes.

Wir glauben an Gottes Heiligen Geist,
der uns Kraft gibt,
der uns tröstet und uns erneuert,
der unsere Ketten löst,
unsere Augen öffnet und uns zur Liebe befreit.
Aus den Menschen aller Völker wirbt er sein Volk.
Durch Glauben, Taufe und Mahl ist er gegenwärtig in unserer Mitte.
Er beschenkt uns mit dem Zeugnis der Mütter und Väter, der Brüder und Schwestern
damit wir Mut und Zuversicht haben.
Er leitet unsere Füße auf den Weg des Friedens
und lehrt uns, unsere Feinde zu lieben.
Er gibt uns ein neues Lied in unseren Mund
und lässt uns morgen die Herrlichkeit Gottes schauen,
das neue Jerusalem, eine Stadt für alle Menschen,
Hoffnung für alle Welt,
ohne Tränen, Leid und Geschrei.

Entnommen aus: Handreichung zur Friedensdekade 1989, - gekürzt -.

Impuls der Woche 12.7.2020 - 18.7.2020

Die Macht und die Liebe

Am Anfang der Zeit war es so: Die Macht und die Liebe wurden als Zwillinge geboren. Ihre Mutter war die Weisheit, ihr Vater der Mut. Die Geschwister wuchsen glücklich miteinander auf, und ihre Eltern hatten Freude an ihnen. Sie waren unzertrennlich und überall, wo sie hinkamen, schenkten sie Leben in Fülle. Sie überraschten die Menschen in ihren Häusern oder auf ihren Straßen und hinterließen glückliche Gesichter. Sie stifteten Frieden zwischen den Parteien und Völkern, sie verteilten die Güter dieser Welt gerecht, sie machten die Armen reich und die Reichen glücklicher. Die Macht und die Liebe waren ein Herz und eine Seele, und wo sie in den Häusern der Menschen Platz fanden, da änderte sich alles zum Guten. So wanderten sie durch die ganze Welt.

Eines Tages begegneten sie auf ihrem Weg dem Neid. Der Neid hatte sich fein herausgeputzt und sah recht stattlich aus. Sein Gewand glitzerte in der Sonne, und sein Geschmeide funkelte nur so im Licht.
Ich sehe dich stets im Schatten der Liebe", sagte der Neid zur Macht. "So kannst du nie etwas werden. Geh mit mir! Da wirst du größer und stärker. Du wirst sehen: Die Menschen werden Dir die Hände und Füße küssen, sie werden Dir schmeicheln und Dir Opfer darbringen, sie werden Dir ihre Seele verkaufen, nur um Dich zu besitzen.“

Die Macht war wie geblendet. Sie dachte eine Weile nach. Dann sagte sie zur Liebe: "Der Neid hat recht. Lass uns für eine Zeit selbständig entwickeln. Keine ist mehr von der anderen abhängig, keine braucht mehr auf die andere Rücksicht nehmen. Ich werde derweil beim Neid in die Lehre gehen. Vielleicht treffen wir uns später einmal wieder."

Ehe die Liebe antworten konnte, waren die Macht und der Neid schon hinter der nächsten Ecke verschwunden. Die Liebe sah noch, wie der Neid der Macht den Vortritt ließ. Ohnmächtig stand nun die Liebe am Wegrand und weinte. Sie erlebte sich schwach und kraftlos ohne die Macht. Sie spürte, wie sie allein nicht leben konnte. Wie ein Schatten legte sich die Angst auf sie, die Angst sich zu verirren, zu verletzen und nicht verstanden zu werden

Die Macht fühlte sich unterdessen frei und ungebunden. Der Neid störte sie nicht, weil er immer einen Schritt zurückblieb und ihr den Vortritt ließ. Die Macht merkte, wie sie größer und größer wurde. Aber mit der Größe wuchs auch ihre Kälte. Es gefiel ihr, wenn sich Menschen vor ihr verkrochen oder ihr alles opferten, um sich mit ihr zu verbinden.

Sie bestieg einen großen Thron und ließ sich über die Köpfe der Menschen tragen. Sie genoss es, umjubelt zu werden. Die Macht hatte die Liebe bald vergessen. Sie umgab sich mit Waffen und Soldaten. Sie raubte den Armen den Frieden und vertrieb sie aus ihrer Heimat. Nur wer ihr die Seele verkaufte, durfte sich in ihrer Nähe aufhalten und sicher fühlen. Hinter ihr aber folgte stets der Neid.

In der Welt wurde nun alles anders. Die Kriege unter den Menschen nahmen an Heftigkeit zu. Die Liebe war zu ohnmächtig um sie zu verhindern. Viele erkannten sie auch nicht wieder und verwechselten sie mit dem Egoismus oder mit der Schwäche. Sie hatte nicht mehr die Kraft, das Böse in die Schranken zu verweisen. Habgier und Gleichgültigkeit wuchsen. Die Natur wurde ausgeplündert und zertreten. Es wurde dunkler und kälter in der Welt. Menschen und Tiere begannen zu frieren. Sie wurden krank und starben einsam dahin.

Da beschloß die Liebe, die Macht zu suchen, und sie machte sich auf, auch wenn der Weg sehr weit war. Eines Tages begegneten sie sich auf einer Kreuzung. Die Macht kam groß und gewaltig daher. Vor ihr und hinter ihr waren Wächter, bis unter die Zähne bewaffnet, die sie beschützen mussten. Die Macht sah dunkel aus. Sie war eingehüllt in einen dicken, schwarzen Mantel. Ihr Gesicht war kaum noch zu sehen. Der Mantel aber war über und über mit Orden behaftet. Rechts und links trug man ihrer Titel, damit die Menschen vor ihr in die Knie gingen.

Die Liebe nahm ihren ganzen Mut und ihre Weisheit zusammen, die sie von ihren Eltern geerbt hatte, und stellte sich der Macht in den Weg. "Du siehst unglücklich aus", sagte die Liebe und blickte der Macht gerade ins Gesicht. "Früher hast Du gestrahlt und warst schön." - "Geh mir aus dem Weg", sagte die Macht, ich kenne dich nicht". - "Erinnerst Du Dich nicht", sagte die Liebe, "wie wir miteinander durch die Welt zogen. Du trugst ein leichtes Kleid, Du konntest tanzen und springen, Du liefst mit mir zu den Menschen, und sie alle nahmen uns mit offenen Armen auf. Wir konnten Frieden stiften, und alle hatten alles gemeinsam. Du warst mit mir mächtig ohne Waffen. Du brauchtest Dich nicht zu schützen, und hinter Dir zog nicht der Neid. Lass uns weiter miteinander ziehen. Schick sie alle weg, die Dich jetzt umgeben und fernhalten von den Menschen und von mir. Auch ich brauche Dich, denn ohne dich bin ich schwach und ohnmächtig. Ohne Dich glauben mir die Menschen nicht. Sie lachen mich aus, verletzen und mißbrauchen mich.“

Während die Liebe diese und andere Worte sprach, wurde der Macht immer wärmer und weil auch die Macht ein Kind der Weisheit und des Mutes war, taute sie langsam auf und wurde kleiner und kleiner, bis sie wieder so groß war wie die Liebe. Da glitt der Mantel von ihrer Schulter, und die Orden zersprangen am Boden. Die Wächter fielen tot um, und die Titel flogen im Wind davon.

Ehe sich die Liebe und Macht versahen, standen sie sich allein gegenüber. Da lachten sie einander zu und fielen sich in die Arme. Der Neid, der die Macht begleitet hatte, war gewichen, und von der Liebe war der Schatten der Angst geflohen.
Seither gehen sie wieder miteinander, die Liebe und die Macht. Und sie sind stark geworden, die beiden. Und wenn Du sie triffst, dann halte sie fest und warte, bis ich komme, damit ich mit euch ziehen kann.
Wilhelm Bruners

Impuls der Woche, 05.07.2020 - 11.07.2020

Wie schwierig es ist, sich in diesen Tagen verständlich zu machen ….

das merken wir, wenn die Coronaschutzverordnung verändert wird ….

das merken wir, wenn Absichtsvereinbarungen geschlossen werden ….

das merken wir, wenn Versprechungen ins Leere gehen …

das merken wir, wenn zu schnell vergessen wird, wie schlimm sich Nationalismen auswirken …

das merken wir, wenn wir uns für Verständigung und Partizipation keine Zeit nehmen ….

das merken wir jeden Tag ….

 

Kommunikationskette nach Konrad Lorenz

 

gedacht

ist noch nicht

gesagt

gesagt

ist noch nicht

gehört

gehört

ist noch nicht

verstanden

verstanden

ist noch nicht

einverstanden

einverstanden

ist noch nicht

behalten

behalten

ist noch nicht

angewendet

angewendet

ist noch nicht

beibehalten

 

 

Um mit den anderen in eine Verständigung zu kommen hilft nur eines:


M Man

M muss

M Menschen

M mögen


Das korrigiert Weltbilder, die Menschen einteilen entsprechend ihrer Herkunft, Position, Sprache und Kultur.
Das Johannesevangelium sagt es noch klarer: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (3,16)

Das wünsche ich allen und so eine Liebe für den Menschen.

Impuls der Woche 28.06.2020 - 04.07.2020

Euer Herz lasse sich nicht verwirren.“ (Johannes 14,1)

Der Kreis Warendorf und der Kreis Gütersloh sind wieder im Lockdown. Das ist für die Kreise nicht schön. Es betrifft auch die Kommunen, die eine geringe Infektionszahl vorweisen. Das ist bedauerlich und ärgerlich. Doch möchte ich hier auch sagen, es ist für einen Gesundheitsminister Laumann nicht einfach ist, eine für alle erträgliche Entscheidung zu treffen.Doch die Reaktionen aus anderen Bundesländern und Kommunen anderer Regionen sind schon sehr befremdlich. Als Bürger des Kreises Warendorf bin ich in der Stadt Münster per Anordnung gehalten, einen Mund und Nasenschutz auch auf offener Straße zu tragen. Damit ist klar, der kommt aus dem Kreis Warendorf. Wenn ich mit meinem Fahrzeug in die Stadt hineinfahre, signalisiert mein Kennzeichen: der ist auch aus Warendorf. Es findet eine Stigmatisierung statt. Bundesländer, sie sind bekannt, geben ein Einreiseverbot aus, außer die Betroffenen sind zuvor auf Corona negativ getestet. Das hat Wirkung: Es gibt bereits Ausladungen gebuchter Urlaube für Familien aus den Kreisen Warendorf und Gütersloh. Sie brauchen sich nicht um einen Test bemühen, die Sachlage ist klar: das sind Aussätzige. Im Mittelalter hatte man diese vor die Tore der Stadt verbannt. Wir leben jedoch im 21. Jahrhundert, oder?? Es gibt auch schon die ersten Fälle in der Stadt Münster, wo Autofahrer mit dem Kennzeichen WAF angegangen werden.Es zeigt mir deutlich: wir haben es noch nicht verstanden, mit Corona zu leben. Wie wäre es, wenn die Bewohner*innen der Stadt Münster sich mit einem Zeichen solidarisieren, eben auch einen Mund- und Nasenschutz zu tragen.Das Sauerland hat eine offene Einladung ausgesprochen, dort Urlaub zu machen, natürlich mit vorheriger Testung – das ist doch selbstverständlich -, doch es bleibt eine Einladung.Wir sollten lernen, mit Corona zu leben. Das bedeutet, Verantwortung zu tragen für ein gesellschaftliches Miteinander!

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren“, eine kluge Weisung Jesu.

Ich wünsche dir Augen
Ich wünsche dir Augen,
mit denen du einem Menschen ins Herz
schauen kannst und die nicht blind werden,
aufmerksam zu sein auf das,
was er von dir braucht.

Ich wünsche dir Ohren,
mit denen du auch Zwischentöne
wahrnehmen kannst
und die nicht taub werden beim Horchen
auf das, was das Glück
und die Not des anderen ist.

Ich wünsche dir einen Mund,
der freundlich die Lage benennt,
und der nicht verlegen ist um ein Wort des
Trostes und der Liebe zur rechten Zeit.

Ich wünsche dir Hände,
die mit Gesten Wärme ausstrahlen
und Versöhnung und Zusammenhalt bekräftigen.

Ich wünsche dir Füße, die dich auf den
Weg bringen zu dem,  was wichtig ist,
und die nicht stehen bleiben
vor den Schritten, die entscheidend sind.

Ich wünsche dir ein Rückgrat,
mit dem du aufrecht
und aufrichtig leben kannst
und das sich nicht beugt vor
Willkür und Angst.

Ich wünsche dir ein Herz,
in dem viele Menschen zu Hause sind
und das nicht müde wird, Liebe zu üben
und Schuld zu verzeihen.
(Aus: Sapalott, Zeitung der Kath. Arbeiterjugend, Tirol,
aktualisiert Bernd Hante)

 

 

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