Alle Tagesimpulse

LVHS Freckenhorst - Ihr Lern- und Begegnungsort im Grünen in Trägerschaft des Bistums Münster

Rückblick

Impuls der Woche 20.09.2020 bis 26.09.2020

Gelassenheit – eine Tugend, die leben lässt

In der vergangenen Woche 8 Tage auf dem Jakobsweg. Nicht allein. Doch die Wegstrecken durch das Sauerland hatten ihre Anforderungen. Entschleunigung, weil wir zu Fuß unterwegs waren. Anstrengung, weil wir so manchen Höhenmeter zurück gelegt haben. Jeder und jede musste seinen und ihren Rhythmus finden. Es war eine richtige Einübung in die Gelassenheit, am Abend gemeinschaftlich das Ziel erreicht zu haben. Jeder Tag und jede Stunde zählte! Ein Leben im Heute.

 
 
Dekalog der Gelassenheit
Nur für heute
werde ich mich bemühen,
den Tag zu erleben,
ohne das Problem
meines Lebens
auf einmal lösen
zu wollen.

Nur für heute
werde ich mich
den Gegebenheiten anpassen,
ohne zu verlangen,
dass sich die Gegebenheiten
an meine Wünsche anpassen.

Nur für heute
werde ich etwas tun,
wozu ich eigentlich
keine Lust habe.

Nur für heute
werde ich
nicht danach streben,
die anderen zu kritisieren
oder zu verbessern –
nur mich selbst.

Nur für heute
werde ich in der Gewissheit
glücklich sein,
dass ich für das Glück
geschaffen bin.

Nur für heute
werde ich
eine gute Tat vollbringen.

Nur für heute
werde ich zehn Minuten
meiner Zeit
einem guten Buch widmen.

Nur für heute
werde ich
keine Angst haben.

Nur für heute
werde ich ein genaues
Programm aufstellen.
Vielleicht halte ich mich
nicht genau daran,
aber ich werde es aufsetzen.
Und ich werde mich
vor zwei Übeln hüten:
vor der Hetze und
der Unentschlossenheit.

Nur für heute
werde ich glauben –
selbst wenn die Umstände
das Gegenteil zeigen sollten –,
dass Gott für mich da ist,
als gäbe es sonst
niemanden in der Welt.
Ich will mich nicht entmutigen
lassen durch den Gedanken,
ich müsste dies alles
mein ganzes Leben lang
durchhalten.

Heute ist es mir gegeben,
das Gute während
zwölf Stunden zu wirken.

Angelo Giuseppe Roncalli, Papst Johannes XXIII.

Impuls der Woche 13.09.20 bis 19.09.20

Eine große Bitte an Europa: Nicht Grenzen, sondern Menschen schützen


Die Flüchtlinge auf der griechischen Insel haben endlich wieder die Aufmerksamkeit. Dazu braucht es, dass das Flüchtlingscamp in Flammen steht.

„Was ist mit dir los, humanistisches Europa, du Verfechterin der Menschenrechte, der Demokratie und der Freiheit? Was ist mit dir los, Europa, du Heimat von Dichtern, Philosophen, Künstlern, Musikern, Literaten? Was ist mit dir los, Europa, du Mutter von Völkern und Nationen, Mutter großer Männer und Frauen, die die Würde ihrer Brüder und Schwestern zu verteidigen und dafür ihr Leben hinzugeben wussten?“ (Rede Pappst Franziskus 6.05.2026)

Ich hoffe auf „ein Europa, dem es fern liegt, Räume zu schützen, sondern das zu einer Mutter wird, die Prozesse hervorbringt (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 223)“ (Rede Papst Franziskus 6.05.2026), und Heimat und Menschlichkeit bietet für die Kinder dieser Erde.
Ein Europa, das seine Verantwortung vergießt, das seine Nationalstaatlichkeit höher bewertet als die Haltung der Humanität verliert auch seine Autorität und verspielt die Errungenschaft unserer Väter und Mütter.


Deshalb dieses Gebet:

Vater der Menschheit,

Herr der Geschichte,
 
Sieh auf diesen Kontinent,


dem du die Philosophen, die Gesetzgeber und die Weisen gesandt hast,

Vorläufer des Glaubens an deinen Sohn, der gestorben und wieder auferstanden ist.

Sieh auf diese Völker, denen das Evangelium verkündet wurde,

durch Petrus und durch Paulus,

durch die Propheten, durch die Mönche und die Heiligen.

Sieh auf diese Regionen,

getränkt mit dem Blut der Märtyrer,

berührt durch die Stimme der Reformatoren.

Sieh auf diese Völker, durch vielerlei Bande miteinander verbunden,

und getrennt durch den Hass und den Krieg.

 

Gib uns, dass wir uns einsetzen

für ein Europa des Geistes,

das nicht nur auf wirtschaftlichen Verträgen gegründet ist,

sondern auch auf menschlichen und ewigen Werten:

Ein Europa, fähig zur Versöhnung,

zwischen Völkern und Kirchen,

bereit um den Fremden aufzunehmen,

respektvoll gegenüber jedweder Würde.


 
Gib uns, dass wir voll Vertrauen unsere Aufgabe annehmen,

jenes Bündnis zwischen den Völkern zu unterstützen und zu fördern,

durch das allen Kontinenten zuteil werden soll

die Gerechtigkeit und das Brot,

die Freiheit und der Frieden.



AMEN


 
1 Mai 2005
Carlo Maria Cardinal MARTINI (1927-2012)

 

 

Impuls der Woche 06.09.2020 bis 12.09.2020

verbindungswege

verbindungswege
finden
finden wollen

auf ihnen
gehen
hin und her

trampelpfade
entstehen

verbindung
geschieht

zwischen
zwei
verschiedenen

Mechthild Wand, www.medebach.ch

Diese Haltung wünsche ich jedem Menschen für jeden Tag, für jede Woche.

Impuls der Woche 23.08.2020 bis 29.08.2020

Freude und Hoffnung, Trauer und Angst...

Am Dienstag, 18.08.2020, hatten wir den Abschluss eines Dialogprozesses über ein gesellschaftliches Leitbild für die Landwirtschaft in der LVHS Freckenhorst.

Unsere Fragestellung: Wie halten wir gesellschaftliche Interessen und Landwirtschaft zusammen. Und dazu gehörte es für uns, dem Pastoralkonzept des Zweiten Vatikanischen Konzils gerecht zu werden. Sozusagen es in die Konkretion für gesellschaftlich Prozesse zu bringen.

Wir haben über ein Jahr lang mit den Protagonisten in der Wertschöpfungskette ihre Perspektiven, ihre Freude und Hoffnung, ihre Trauer und Angst eingebunden. Das hat verbunden!!

Dieser Prozess ist für mich ein Bild für den Auftrag der Kirche und eines jeden Christen, einer jeden Christin, gesellschaftliche Brücken mit Freude und Hoffnung, Trauer und Angst zu bauen. Wenn ich mich selbst mit dieser Haltung einbringe, lässt sich etwas bewegen.

Es ist eine Bewegung, die Hoffnungen und Ängste ernst nimmt, und nicht instrumentalisiert für spezielle und eigene Interessen.

Es geht um das Gemeinwohl!


Als Meditation und Anregung zur eigenen Haltung nun der folgende Text:

Freude und Hoffnung, Trauer und Angst...

»Freude und Hoffnung, Trauer und Angst
der Menschen von heute, besonders der Armen
und Bedrängten aller Art, sind auch
Freude und Hoffnung, Trauer und Angst
der Jünger Christi. Und es gibt nichts
wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen
seinen Widerhall fände.«
Mit diesem schönen Wort begann vor dreißig Jahren
einer der wichtigsten Konzilstexte.

Ich will nicht die Kirchenleitung anklagen,
wie weit sie seitdem dies Papier übersetzt hat
in gelebte Praxis. Auch die Christen an der Basis
in den kritischen Gruppen will ich nicht
beim Wort nehmen. Aber mich selbst.

Wie buchstabiere denn ich das:
»Freude und Hoffnung, Trauer und Angst«?
Worüber freuen sich denn wohl die Sekretärin
und der Postbote? Worauf hoffen die Kassiererin
bei Aldi und mein Nachbarkollege? Worüber
sind ein Kommunionkind traurig und ein Sozialarbeiter?
Wovor haben eine Rentnerin Angst, ein junger Tamile,
mein Freund?

Und was ist mit den »Armen und Bedrängten«, die ich
kenne: der depressive Klient, der Bettler an der Haustür,
der Rollstuhlfahrer, die verlassene Frau mit
ihren zwei Kindern, der schwule Organist?

Ist deren »Freude und Hoffnung, Trauer und Angst«
auch die meine? Oder — wenn nicht — gehöre ich
dann nicht zu den Jüngern Christi?

Aus: Hermann Josef Coenen, Freiheit, die ich meine. Patmos Veralg, Düsseldorf 1995.

Impuls der Woche 16.08.2020 bis 22.08.2020

Maria hat viele Namen

Für die Stadt Warendorf gehört die Feier des festes Maria Himmelfahrt zur festen Tradition, wie das Fest gefeiert wird, zeigt ein hohes Kulturgut.

In diesem Jahr wird vieles davon nicht umgesetzt werden können. Doch das Fest wird gefeiert, etwas anders. Alle freuen sich, wenn es im nächsten Jahr wieder mit allem kulturellen Reichtum gefeiert werden kann.

Das Fest ist aus sich heraus schon ein Reichtum. Maria findet mit ihrem Leben eine Vollendung in dem, von dem her sie gelebt hat: der Schöpfer allen Lebens.

So wird ihr Lobgesang, das Magnificat, vollendet:

„Da sagte Maria:

Meine Seele preist die Größe des Herrn /

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. / Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan / und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht / über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: / Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron / und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben / und lässt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an / und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat, / Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.“

(Lukas 1,46-55)



Sie ist eine Prophetin der Zukunft, die ihr nicht gehört!

Viele Frauen und Männer nach ihr, haben sich dieses Lied zu eigen gemacht, um die gleiche Würde aller Menschen zu verkörpern und nach Gerechtigkeit für alle zu streben. Diese Prophet*innen wissen, dass sie sich einbinden in eine Geschichte, die andere fortschreiben.

Wenn ich mir das zu eigen machen, dann habe ich eine Grundlage, eine Kraft, die nicht nur von den Erfolgen lebt. Doch ich binde mich ein in eine große Hoffnung für alle Menschen. Von daher kann ich bestimmte Positionen in unserer Gesellschaft und in anderen Ländern nicht unterstützen, ja ich muss mich von ihnen abgrenzen. Ich binde mich ein in Gottes Welt, und diesen Gott kann ich nicht für Interessen verzwecken. Nicht kirchlich, nicht gesellschaftlich. Zugleich kann ich den Geist aufnehmen, der darin weht: Die Erde ist ein Lebensort für alle Völker, Religionen und jeden Menschen!!

Propheten der Zukunft

Manchmal ist es gut, etwas Abstand zu nehmen und zurückzublicken.

Das Reich Gottes zu verwirklichen, übersteigt nicht nur unsere Kräfte, auch unseren Blicken ist es verborgen.

Im Laufe unseres Lebens ist unser Beitrag zu diesem wunderbaren nur klein.

Nichts von dem, was wir tun, ist vollendet; anders ausgedrückt, bedeutet dies: das Reich Gottes ist außerhalb unserer Reichweite.

Das ist das Wesen des Menschseins.

Wir sähen Saatkörner aus, die eines Tages wachsen werden. Die Saatkeimlinge bewässern wir in dem Wissen, dass sie die Versprechen der Zukunft in sich tragen.

Wir legen Grundmauern, die noch hochgezogen werden müssen.

Wir sind der Sauerteig, dessen Wirkung unsere Möglichkeiten weit übersteigen wird.

Wir können nicht alles tun, – das zu begreifen, gibt uns ein Gefühl der Befreiung.

Dies gibt uns die Möglichkeit, etwas zu tun – und es gut zu tun.

Vielleicht wird nicht alles fertig, aber es ist ein Anfang, ein weiterer Schritt auf dem Weg, eine
Gelegenheit, Gottes Gnade hereinzulassen, um das Werk zu vollenden.

Vermutlich werden wir nie das Endergebnis zu sehen bekommen, aber das ist der Unterschied
zwischen Meister, Handwerker und Handlanger.

Wir sind die Handlanger, nicht die Handwerksmeister,
wir sind die Diener, nicht der Messias.

Wir sind die Propheten einer Zukunft, die uns nicht gehört.

(Mgr. Oscar Romero – WBCA)

Impuls der Woche 09.08.20 bis 15.8.20

SOMMERSEGEN SONNE, REGEN UND ERDE

Segen sei mit dir, der Segen strahlenden Lichtes,
Licht um dich her und innen in deinem Herzen.
Sonnenschein leuchte dir und erwärme dein Herz,
bis es zu glühen beginnt wie ein großes Torffeuer –
und der Fremde tritt näher, um sich daran zu wärmen.

Aus deinem Augen strahle gesegnetes Licht,
wie zwei Kerzen in den Fenstern eines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen vor der stürmischen Nacht.

Wen du auch triffst, wenn du über die Straße gehst –
ein freundlicher Blick von dir möge ihn treffen.

Und der gesegnete Regen,
der köstliche, sanfte Regen
ströme auf dich herab.

Die kleinen Blumen mögen zu blühen beginnen,
und ihren köstlichen Duft ausbreiten, wo immer du gehst.

Der Segen der Erde,
der guten, der reichen Erde sei für dich da.
Weich sei die Erde dir, wenn du auf ihr ruhst,
müde am Ende des Tages,
und leicht ruhe die Erde auf dir am Ende des Lebens,
dass du sie schnell abschütteln kannst –
und auf und davon auf deinem Wege zu Gott.

Irischer Reisesegen

Impuls der Woche 02.08.2020 bis 08.08.2020

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch denselben Geist,
die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln,

einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft, einem anderen - immer in dem einen Geist - die Gabe,
Krankheiten zu heilen,

einem anderen Kräfte, Machttaten zu wirken, einem anderen prophetisches Reden, einem anderen die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem anderen verschiedene Arten von Zungenrede, einem anderen schließlich die Gabe, sie zu übersetzen.

Ich glaube an den Heiligen Geist!

Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.

(nach 1. Korinther 12)

Impuls der Woche 26.07.2020 bis 01.08.2020

Was meine Kirche ausblendet …

Die letzte Instruktion aus Rom scheint die Bedürfnisse und Anforderung einer veränderten Welt und Kirche nicht zu brauchen, bzw. diese werden einfach ausgeblendet.

Schaue ich auf das II.Vat. Konzil: In der Kirchenkonstitution Lumen gentium wird im ersten Kapitel der Auftrag der Kirche beschrieben. Sie ist Werkzeug Gottes, sie weist auf seine Wirklichkeit der Liebe zu allen Menschen hin. Sie hat den Auftrag, Gottes Heil der Welt sichtbar und glaubbar dazustellen in Verkündigung, in der Feier des Glaubens und in gelebter Nächstenliebe. Im zweiten Kapitel wird angezeigt, wer diesen Auftrag bezeugt: es ist das Bild des Volkes Gottes, das das gemeinsame Priestertum aller Getauften als Merkmal aufweist. Es ist ein Perspektivwechsel. Erst im dritten Kapitel kommt das Amt in den Blick. Und da geht es zunächst um das Bischofsamt. Das Kollegium der Bischöfe führt zusammen mit dem Papst die ‚Leitungs- und Lehrgewalt‘ aus. Wie die Idee der kollegialen Leitung genau aussehen kann, beschreibt das Dokument nicht. Hier ist anscheinend in den Jahren nach dem Konzil nicht gearbeitet worden.

Festzuhalten ist: Es geht zunächst um den Auftrag und Inhalt der Kirche

Wer diesen Auftrag ausführt und darstellt ist das Volk Gottes

Erst im dritten Kapitel werden die Dienste beschrieben, die dem Volk zugeordnet sind. Die Dienste haben deshalb den Sinn, Wesen und Gestalt der Kirche zu unterstützen und mit abzubilden.

Und dann geht es primär um die Gestaltung und die Praxis des Bischofsamtes. Dass hier nicht immer alle gleicher Meinung sind, ist verständlich. Dass Bischöfe jedoch ihre Gestaltungsmöglichkeiten an Rom abgeben, ist schon befremdlich.

Die Pastoralkonstitution Gaudium et spes beschreibt den Auftrag und die Kraft der Kirche für diese Welt: Trauer und Hoffnung, Freude und Leid der Menschen dieser Zeit, sind Trauer und Hoffnung, Freude und Leid der Jünger*innen Jesus Christi. In der Zeit der Pandemie hat die Kirche in Deutschland deutlich gemerkt, dass sie gesellschaftlich nicht von beeindruckender Bedeutung ist. Die Lifestreams der Gottesdienste ohne Volk waren eher ein Hilferuf der Kirche: Wir sind auch noch da! Das ist nicht der Grundgedanke von Gaudium et spes.

Festzuhalten ist:

Die Frage nach den Ämtern scheint wichtiger zu sein als der Auftrag, den die Kirche für die Welt hat

damit wird die Struktur wichtiger als das Herz

Psychologisch würden wir bei einem Menschen es so beschreiben: es ist ein entpersönlichter Mensch.

Und eine entpersönlichte Kirche braucht die Welt nicht, oder anders gesagt: sie kann mit ihr nichts mehr anfangen.

Und das ist sehr bitter für alle engagierten Christen und Laien in unseren Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen.

 

Glaubensbekenntnis zum Heiligen Geist


Ich glaube an den Heiligen Geist

Ich glaube, dass er meine Vorurteile abbauen kann.

Ich glaube, dass er meine Gewohnheiten ändern kann.

Ich glaube, dass er meine Gleichgültigkeit überwinden kann.

Ich glaube, dass er mir Fantasie zur Liebe geben kann.

Ich glaube, dass er mir Warnung vor dem Bösen geben kann.

Ich glaube, dass er mir Mut für das Gute geben kann.

Ich glaube, dass er meine Traurigkeit besiegen kann.

Ich glaube, dass er mir Liebe zu Gottes Wort geben kann.

Ich glaube, dass er mir Minderwertigkeitsgefühle nehmen kann.

Ich glaube, dass er mir Kraft in meinem Leiden geben kann.

Ich glaube, dass er mir Mitmenschen an die Seite geben kann.

Ich glaube, dass er mein Wesen durchdringen kann

(Karl Rahner)

Impuls der Woche vom 19.07.2020 bis 25.07.2020

Zuversicht aus Glauben
Gestern habe ich eine Brasilianerin beerdigt, die lange an Krebs gelitten hat. In ihrer Krankheit hatte sie auf das Leben geschaut und jeden Tag intensiv gelebt. Das war nicht erst eine Haltung während ihrer Krankheit, sondern das war die Linie in ihrem Leben. Sie hatte auf das Leben geschaut und wie junge Menschen aus einfachsten Verhältnissen in Brasilien ertüchtigt werden, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Ihr war es wichtig, eine Gesellschaft zusammenzuführen, Menschen gleiche Bedingungen für die Entfaltung des Lebens zu ermöglichen. Das war ein anderes Programm als es führende Verantwortliche dieser Welt tun. Sie hatte für ihre Stärke, Klarheit und Beharrlichkeit einen Anker. Daher an diesem Sonntag das Credo: Zuversicht aus Glauben. Und mit dieser Zuversicht hoffe ich auf den Atem Gottes, für den Frieden und die gleiche Würde aller Menschen entschieden zu leben.

Wir glauben an Gott,
der das Leben erschaffen hat und es als heilig erklärt,
der sich zu uns wendet als Freund und alles mit uns teilt,
der sich vor uns stellt und uns vertritt,
wenn man uns anklagt.
Er widersteht denen, die ihre Hoheit durch Gewalt behaupten;
er schenkt den Armen Würde und Freude.

Wir glauben an Jesus Christus.
Er wurde geboren mitten in unserer Armut.
Er lebte mitten unter uns und war uns in allem gleich.
Er sprach das Wort Gottes aus und hob die Gerechtigkeit aus dem Staub;
er lud uns ein auf seinem Weg und beteiligte uns an seiner Pilgerschaft,
um Menschen zu heilen und ihnen das Evangelium zu sagen.
Unsere Krankheit, unseren Tod und unsere Sünde hat er getragen;
Er beendete den Fluch der Gewalt und lehrte uns den Weg der Versöhnung.
Als der Auferstandene hält er uns fest,
dass wir mit ihm leben,
wie er in ewiger Freude lebt in der Gemeinschaft des Vaters und des Geistes.

Wir glauben an Gottes Heiligen Geist,
der uns Kraft gibt,
der uns tröstet und uns erneuert,
der unsere Ketten löst,
unsere Augen öffnet und uns zur Liebe befreit.
Aus den Menschen aller Völker wirbt er sein Volk.
Durch Glauben, Taufe und Mahl ist er gegenwärtig in unserer Mitte.
Er beschenkt uns mit dem Zeugnis der Mütter und Väter, der Brüder und Schwestern
damit wir Mut und Zuversicht haben.
Er leitet unsere Füße auf den Weg des Friedens
und lehrt uns, unsere Feinde zu lieben.
Er gibt uns ein neues Lied in unseren Mund
und lässt uns morgen die Herrlichkeit Gottes schauen,
das neue Jerusalem, eine Stadt für alle Menschen,
Hoffnung für alle Welt,
ohne Tränen, Leid und Geschrei.

Entnommen aus: Handreichung zur Friedensdekade 1989, - gekürzt -.

Impuls der Woche 12.7.2020 - 18.7.2020

Die Macht und die Liebe

Am Anfang der Zeit war es so: Die Macht und die Liebe wurden als Zwillinge geboren. Ihre Mutter war die Weisheit, ihr Vater der Mut. Die Geschwister wuchsen glücklich miteinander auf, und ihre Eltern hatten Freude an ihnen. Sie waren unzertrennlich und überall, wo sie hinkamen, schenkten sie Leben in Fülle. Sie überraschten die Menschen in ihren Häusern oder auf ihren Straßen und hinterließen glückliche Gesichter. Sie stifteten Frieden zwischen den Parteien und Völkern, sie verteilten die Güter dieser Welt gerecht, sie machten die Armen reich und die Reichen glücklicher. Die Macht und die Liebe waren ein Herz und eine Seele, und wo sie in den Häusern der Menschen Platz fanden, da änderte sich alles zum Guten. So wanderten sie durch die ganze Welt.

Eines Tages begegneten sie auf ihrem Weg dem Neid. Der Neid hatte sich fein herausgeputzt und sah recht stattlich aus. Sein Gewand glitzerte in der Sonne, und sein Geschmeide funkelte nur so im Licht.
Ich sehe dich stets im Schatten der Liebe", sagte der Neid zur Macht. "So kannst du nie etwas werden. Geh mit mir! Da wirst du größer und stärker. Du wirst sehen: Die Menschen werden Dir die Hände und Füße küssen, sie werden Dir schmeicheln und Dir Opfer darbringen, sie werden Dir ihre Seele verkaufen, nur um Dich zu besitzen.“

Die Macht war wie geblendet. Sie dachte eine Weile nach. Dann sagte sie zur Liebe: "Der Neid hat recht. Lass uns für eine Zeit selbständig entwickeln. Keine ist mehr von der anderen abhängig, keine braucht mehr auf die andere Rücksicht nehmen. Ich werde derweil beim Neid in die Lehre gehen. Vielleicht treffen wir uns später einmal wieder."

Ehe die Liebe antworten konnte, waren die Macht und der Neid schon hinter der nächsten Ecke verschwunden. Die Liebe sah noch, wie der Neid der Macht den Vortritt ließ. Ohnmächtig stand nun die Liebe am Wegrand und weinte. Sie erlebte sich schwach und kraftlos ohne die Macht. Sie spürte, wie sie allein nicht leben konnte. Wie ein Schatten legte sich die Angst auf sie, die Angst sich zu verirren, zu verletzen und nicht verstanden zu werden

Die Macht fühlte sich unterdessen frei und ungebunden. Der Neid störte sie nicht, weil er immer einen Schritt zurückblieb und ihr den Vortritt ließ. Die Macht merkte, wie sie größer und größer wurde. Aber mit der Größe wuchs auch ihre Kälte. Es gefiel ihr, wenn sich Menschen vor ihr verkrochen oder ihr alles opferten, um sich mit ihr zu verbinden.

Sie bestieg einen großen Thron und ließ sich über die Köpfe der Menschen tragen. Sie genoss es, umjubelt zu werden. Die Macht hatte die Liebe bald vergessen. Sie umgab sich mit Waffen und Soldaten. Sie raubte den Armen den Frieden und vertrieb sie aus ihrer Heimat. Nur wer ihr die Seele verkaufte, durfte sich in ihrer Nähe aufhalten und sicher fühlen. Hinter ihr aber folgte stets der Neid.

In der Welt wurde nun alles anders. Die Kriege unter den Menschen nahmen an Heftigkeit zu. Die Liebe war zu ohnmächtig um sie zu verhindern. Viele erkannten sie auch nicht wieder und verwechselten sie mit dem Egoismus oder mit der Schwäche. Sie hatte nicht mehr die Kraft, das Böse in die Schranken zu verweisen. Habgier und Gleichgültigkeit wuchsen. Die Natur wurde ausgeplündert und zertreten. Es wurde dunkler und kälter in der Welt. Menschen und Tiere begannen zu frieren. Sie wurden krank und starben einsam dahin.

Da beschloß die Liebe, die Macht zu suchen, und sie machte sich auf, auch wenn der Weg sehr weit war. Eines Tages begegneten sie sich auf einer Kreuzung. Die Macht kam groß und gewaltig daher. Vor ihr und hinter ihr waren Wächter, bis unter die Zähne bewaffnet, die sie beschützen mussten. Die Macht sah dunkel aus. Sie war eingehüllt in einen dicken, schwarzen Mantel. Ihr Gesicht war kaum noch zu sehen. Der Mantel aber war über und über mit Orden behaftet. Rechts und links trug man ihrer Titel, damit die Menschen vor ihr in die Knie gingen.

Die Liebe nahm ihren ganzen Mut und ihre Weisheit zusammen, die sie von ihren Eltern geerbt hatte, und stellte sich der Macht in den Weg. "Du siehst unglücklich aus", sagte die Liebe und blickte der Macht gerade ins Gesicht. "Früher hast Du gestrahlt und warst schön." - "Geh mir aus dem Weg", sagte die Macht, ich kenne dich nicht". - "Erinnerst Du Dich nicht", sagte die Liebe, "wie wir miteinander durch die Welt zogen. Du trugst ein leichtes Kleid, Du konntest tanzen und springen, Du liefst mit mir zu den Menschen, und sie alle nahmen uns mit offenen Armen auf. Wir konnten Frieden stiften, und alle hatten alles gemeinsam. Du warst mit mir mächtig ohne Waffen. Du brauchtest Dich nicht zu schützen, und hinter Dir zog nicht der Neid. Lass uns weiter miteinander ziehen. Schick sie alle weg, die Dich jetzt umgeben und fernhalten von den Menschen und von mir. Auch ich brauche Dich, denn ohne dich bin ich schwach und ohnmächtig. Ohne Dich glauben mir die Menschen nicht. Sie lachen mich aus, verletzen und mißbrauchen mich.“

Während die Liebe diese und andere Worte sprach, wurde der Macht immer wärmer und weil auch die Macht ein Kind der Weisheit und des Mutes war, taute sie langsam auf und wurde kleiner und kleiner, bis sie wieder so groß war wie die Liebe. Da glitt der Mantel von ihrer Schulter, und die Orden zersprangen am Boden. Die Wächter fielen tot um, und die Titel flogen im Wind davon.

Ehe sich die Liebe und Macht versahen, standen sie sich allein gegenüber. Da lachten sie einander zu und fielen sich in die Arme. Der Neid, der die Macht begleitet hatte, war gewichen, und von der Liebe war der Schatten der Angst geflohen.
Seither gehen sie wieder miteinander, die Liebe und die Macht. Und sie sind stark geworden, die beiden. Und wenn Du sie triffst, dann halte sie fest und warte, bis ich komme, damit ich mit euch ziehen kann.
Wilhelm Bruners

Impuls der Woche, 05.07.2020 - 11.07.2020

Wie schwierig es ist, sich in diesen Tagen verständlich zu machen ….

das merken wir, wenn die Coronaschutzverordnung verändert wird ….

das merken wir, wenn Absichtsvereinbarungen geschlossen werden ….

das merken wir, wenn Versprechungen ins Leere gehen …

das merken wir, wenn zu schnell vergessen wird, wie schlimm sich Nationalismen auswirken …

das merken wir, wenn wir uns für Verständigung und Partizipation keine Zeit nehmen ….

das merken wir jeden Tag ….

 

Kommunikationskette nach Konrad Lorenz

 

gedacht

ist noch nicht

gesagt

gesagt

ist noch nicht

gehört

gehört

ist noch nicht

verstanden

verstanden

ist noch nicht

einverstanden

einverstanden

ist noch nicht

behalten

behalten

ist noch nicht

angewendet

angewendet

ist noch nicht

beibehalten

 

 

Um mit den anderen in eine Verständigung zu kommen hilft nur eines:


M Man

M muss

M Menschen

M mögen


Das korrigiert Weltbilder, die Menschen einteilen entsprechend ihrer Herkunft, Position, Sprache und Kultur.
Das Johannesevangelium sagt es noch klarer: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (3,16)

Das wünsche ich allen und so eine Liebe für den Menschen.

Impuls der Woche 28.06.2020 - 04.07.2020

Euer Herz lasse sich nicht verwirren.“ (Johannes 14,1)

Der Kreis Warendorf und der Kreis Gütersloh sind wieder im Lockdown. Das ist für die Kreise nicht schön. Es betrifft auch die Kommunen, die eine geringe Infektionszahl vorweisen. Das ist bedauerlich und ärgerlich. Doch möchte ich hier auch sagen, es ist für einen Gesundheitsminister Laumann nicht einfach ist, eine für alle erträgliche Entscheidung zu treffen.Doch die Reaktionen aus anderen Bundesländern und Kommunen anderer Regionen sind schon sehr befremdlich. Als Bürger des Kreises Warendorf bin ich in der Stadt Münster per Anordnung gehalten, einen Mund und Nasenschutz auch auf offener Straße zu tragen. Damit ist klar, der kommt aus dem Kreis Warendorf. Wenn ich mit meinem Fahrzeug in die Stadt hineinfahre, signalisiert mein Kennzeichen: der ist auch aus Warendorf. Es findet eine Stigmatisierung statt. Bundesländer, sie sind bekannt, geben ein Einreiseverbot aus, außer die Betroffenen sind zuvor auf Corona negativ getestet. Das hat Wirkung: Es gibt bereits Ausladungen gebuchter Urlaube für Familien aus den Kreisen Warendorf und Gütersloh. Sie brauchen sich nicht um einen Test bemühen, die Sachlage ist klar: das sind Aussätzige. Im Mittelalter hatte man diese vor die Tore der Stadt verbannt. Wir leben jedoch im 21. Jahrhundert, oder?? Es gibt auch schon die ersten Fälle in der Stadt Münster, wo Autofahrer mit dem Kennzeichen WAF angegangen werden.Es zeigt mir deutlich: wir haben es noch nicht verstanden, mit Corona zu leben. Wie wäre es, wenn die Bewohner*innen der Stadt Münster sich mit einem Zeichen solidarisieren, eben auch einen Mund- und Nasenschutz zu tragen.Das Sauerland hat eine offene Einladung ausgesprochen, dort Urlaub zu machen, natürlich mit vorheriger Testung – das ist doch selbstverständlich -, doch es bleibt eine Einladung.Wir sollten lernen, mit Corona zu leben. Das bedeutet, Verantwortung zu tragen für ein gesellschaftliches Miteinander!

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren“, eine kluge Weisung Jesu.

Ich wünsche dir Augen
Ich wünsche dir Augen,
mit denen du einem Menschen ins Herz
schauen kannst und die nicht blind werden,
aufmerksam zu sein auf das,
was er von dir braucht.

Ich wünsche dir Ohren,
mit denen du auch Zwischentöne
wahrnehmen kannst
und die nicht taub werden beim Horchen
auf das, was das Glück
und die Not des anderen ist.

Ich wünsche dir einen Mund,
der freundlich die Lage benennt,
und der nicht verlegen ist um ein Wort des
Trostes und der Liebe zur rechten Zeit.

Ich wünsche dir Hände,
die mit Gesten Wärme ausstrahlen
und Versöhnung und Zusammenhalt bekräftigen.

Ich wünsche dir Füße, die dich auf den
Weg bringen zu dem,  was wichtig ist,
und die nicht stehen bleiben
vor den Schritten, die entscheidend sind.

Ich wünsche dir ein Rückgrat,
mit dem du aufrecht
und aufrichtig leben kannst
und das sich nicht beugt vor
Willkür und Angst.

Ich wünsche dir ein Herz,
in dem viele Menschen zu Hause sind
und das nicht müde wird, Liebe zu üben
und Schuld zu verzeihen.
(Aus: Sapalott, Zeitung der Kath. Arbeiterjugend, Tirol,
aktualisiert Bernd Hante)

 

 

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In der Kath. Landvolkshochschule "Schorlemer Alst" in Warendorf-Freckenhorst ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine freie Stelle für einen Mitarbeiter (m/w/d) im Bereich:

                                                          Sekretariat/Seminarverwaltung

mit einem Beschäftigungsumfang von 100%, das sind zzt. 39 Stunden/Woche, zu besetzen. Die Stelle ist befristet auf ein Jahr.

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