Detailseite LVHS Freckenhorst - Seminar: Der Hl. Patroclus in der Baustelle

LVHS Freckenhorst - Ihr Lern- und Begegnungsort im Grünen in Trägerschaft des Bistums Münster

Der Hl. Patroclus in der Baustelle

Informationen

Termin:Sa., 06.07.2019, 09.30 Uhr - Sa., 06.07.2019, 16.30 Uhr
Seminarnummer:19-131S75
Teilnahmegebühr:35,00 EUR (inkl. Willkommenskaffee, Mittagsbuffet, Kaffee- und Kuchenbuffet, Seminarkosten)
Ansprechpartner:Maximilian Schmitz
Jutta Gunia
02581 9458-237
gunia@bistum-muenster.de
Elisabeth Wagner
02581 9458-237
wagner@bistum-muenster.de
Referentin:Dr. Gabriele Isenberg

ehem. Leiterin der Abt. Archäologie des Mittelalters, von 1995 - 2008 Direktorin der LWL Archäologie für Westfalen

Sonstige Hinweise:

Hinweis 

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Nicht in Anspruch genommene Leistungen können nicht erstattet werden.

Zur Geschichte seiner Heiligenverehrung in Soest

965 brachte Erzbischof Brun von Köln (+ 966), ein Halbbruder Ottos des Großen, die Gebeine des Heiligen Patroclus in einer feierlichen Prozession von Köln nach Soest. Brun hatte in Soest die Gründung eines Stifts, in dem der Heilige verehrt werden sollte, ins Auge gefasst, aber das Kirchengebäude war bei Ankunft der Gebeine in Soest vermutlich noch nicht über die Fundamente hinaus gediehen; das einzige Kirchengebäude, das sich in jener Zeit in dem Hellwegort anbot, war in dessen Zentrum die kleine St. Petrikirche, die aufgrund des Patroziniums und nach Ergebnissen einer Grabung vermutlich aus dem späteren 8. Jh. in Kölner Hand befand und in der man die Eigenkirche des Schirmherrn sehen muss, der Besitzer der großen Soester Saline, die spätestens seit dem 5. Jh .mit äußerst reichem Ertrag arbeitete und neben der fruchtbaren Börde mit wachsendem Wohlstand Soest zu großer Anziehungskraft verhalf.

Brun hatte 960 die Gebeine des hl. Patroclus von seinen Amtsgenossen in Troyes, von Bischof Ansegius zum Dank für dessen Hilfe gegen die Wikingerangriffe geschenkt bekommen. Soest besaß im Unterschied zu Xanten vor der Ankunft des Patroclus jedoch kein Heiligengrab, sondern war dank der Solequellen ein bedeutendes frühmittelalterliches Wirtschaftszentrum. Diesen Mangel zu beheben, war offenbar Ziel der Überführung der Gebeine des hl. Patroclus, selbst wenn noch keine angemessene Beherbergung dieses Heiligen vorhanden war.

Erst 150 Jahre später holt Erzbischof Friedrich I. von Köln das Versäumnis nach. Er initiiert durch Umbau des alten Patroklistifts einen ansehnlichen Neubau, der zum ersten Mal eine angemessene Unterbringung der Heiligengebeine in Form einer großzügigen Chorkrypta anbot.

Demnach scheint Bruns Idee von einer Kölner Nebenresidenz nach dem Muster Xantens nun in den Hintergrund getreten zu sein. Der Neubau des Patroklistifts war um 1100 nur der Anfang umfangreicher Baumaßnahmen für ein großes Kanonikerstift. Daran schließt sich die Frage an, warum die Gebeine des hl. Patroclus nach Soest zu einem Zeitpunkt gelangten, wenn eine angemessene Unterbringung vor Ort noch nicht möglich war, was den Aufbau eines weithin wahrgenommenen Heiligenkults verhinderte. Überdies ist die Zeit des frühen 9. Jhs. längst vorbei, in der noch die emanzipatorische Argumentation für die Überführung von Heiligen aus den Regionen der Alten Kirche in das neu christianisierte Sachsen galt, wo dem neueingegliederten Volksstamm durch Wunder bewiesen werden konnte, dass auch sie nun zur Gesamtkirche gehörten. Was aber hatte man Ende des 10. Jhs. mit der Überführung der wertvollen Heiligengebeine im Blick?

Um 1000 entstand in Soest gegenüber des nun vollendeten Patroklistifts eine vierstöckige erzbischöfliche Pfalz, deren Anlage offenbar auch noch in das Baukonzept Bruns für Soest gehörte. Die Verbindung von Heiligenstift und erzbischöflicher Burg lässt daran denken, das Brun das Modell Xanten im Auge hatte, das mittlerweile in den Rang einer Nebenresidenz der Kölner Erzbischöfe aufgestiegen war und als deren Operationsbasis für den nordwesteuropäischen Raum galt. Soest, das am Hellweg lag, verfügte über einen ansehnlichen Stadtkern und kam so in den Blick der Kölner Erzbischöfe. Als neue Hauptstadt Westfalens konnte Soest sich gegen Ende des 12 Jhs. aufgrund der politischen Entwicklung im Stauferreich etablieren.

 

Wir laden herzlich ein!

Patroklus als Schutzpatron der Stadt Soest (Wikipedia.de)

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14. Mai - 5. Juli 2019

Ausstellungseröffnung:
Dienstag, 14. Mai 2019
19. Uhr


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Sonn- und Feiertags  10.00 - 19.00 Uhr

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